2021 bringt größte Reform der Finanzverwaltung

2021 bringt größte Reform der Finanzverwaltung

Blümel - Sechs bundesweit agierende Behörden bündeln Ressourcen und Knowhow

Am 1. Jänner 2021 ist die größte Verwaltungsreform der Finanzverwaltung in Kraft getreten. „Mit dieser Reform erhöhen wir den Servicecharakter und optimieren die Prozesse in der Finanzverwaltung. Für die Bürgerinnen und Bürger bringt diese Reform verbesserte Abläufe und eine Beschleunigung der Verfahren. Die Wirtschaft profitiert von effizienteren Prüf- und Kontrollabläufen sowie gezielterem Vorgehen gegen schwarze Schafe. Künftig soll jede Dienststelle des Finanzamtes Österreich Steuerakten bundesweit bearbeiten, wodurch Ressourcen besser genutzt und Auslastungen abgefedert werden können. In einem ersten Schritt wird dies für die Arbeitnehmerveranlagung ermöglicht. Gleichzeitig bleiben die regionalen Standorte sowie der hohe Servicegrad vor Ort erhalten“, kommentiert Finanzminister Gernot Blümel die Umsetzung der Reform.

Die alte Struktur der österreichischen Steuer- und Zollverwaltung bestand seit mehr als 15 Jahren. In dieser Zeit haben sich die Anforderungen an die Verwaltung verändert. Die Digitalisierung der Gesellschaft, die Internationalisierung der Wirtschaft und eine zunehmende Komplexität der Rechtssysteme sind hierfür maßgeblich. Zudem hat sich die Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Servicelevel und Erreichbarkeit der Verwaltung stark verändert. Mit 1. Jänner 2021 gibt es nur mehr ein Finanzamt Österreich, ein Zollamt Österreich, ein Amt für Betrugsbekämpfung, ein Finanzamt für Großbetriebe, die Dienstbehörde Zentrale Services sowie den bereits 2020 eingerichteten Prüfdienst für Lohnabgaben und Beiträge. In diesen sechs übergeordneten Behörden werden die bestehenden Ressourcen gebündelt.

Ressourcen und Knowhow gebündelt

Durch das Aufheben der örtlichen Zuständigkeit kann vor allem in den Massenprozessen wie z.B. Arbeitnehmerveranlagung und Familienbeihilfe die Arbeit gleichmäßiger auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt werden. Zuvor bildeten 40 Finanzämter und 9 Zollämter jeweils eine Abgaben- und Dienstbehörde mit eigenem Zuständigkeitsbereich. Daneben bestanden besondere Organisationseinheiten wie die Großbetriebsprüfung, die Finanzpolizei und die Steuerfahndung. Mit der Reform bleiben die regionalen Standorte erhalten, um das Knowhow und die Ansprechpartner vor Ort zu gewährleisten.

Neuerungen im Kundenservice

Die Finanzverwaltung baut ihren Kundenservice auch 2021 weiter aus. Insbesondere soll der Rückrufservice bei Anrufen erweitert werden. Das bedeutet, dass die Anruferinnen und Anrufer bei längeren Wartezeiten ein Rückrufersuchen abgeben können und dann zurückgerufen werden. Die Terminvereinbarungen für persönliche Kundenkontakte werden ebenfalls ausgebaut, indem eine Online-Terminbuchung künftig über den Chatbot Fred möglich sein wird. Außerdem soll es erleichterte Authentifizierungsmöglichkeiten über Finanz Online geben. Dadurch können zusätzlich personenbezogene Auskünfte gegeben werden. Auch der Zugang zu FinanzOnline soll weiter ausgebaut und erleichtert werden. „Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, automatisieren zahlreiche Verfahrensschritte und sorgen für eine gleichmäßigere Auslastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So arbeiten wir künftig wesentlich effizienter, steigern dadurch die hohe Servicequalität weiter und gewährleisten den Kunden auch in Zukunft eine moderne, bürgerfreundliche Finanzverwaltung“, so Finanzminister Gernot Blümel.

Neue Führungskräfte

Das Finanzamt Österreich wird von Mag. Siegfried Manhal geleitet. Seine Laufbahn in der Finanzverwaltung startete er im Finanzamt Linz. Nachdem Manhal verschiedene Positionen in der Großbetriebsprüfung einnahm, leitete er als Vorstand das Finanzamt Gmunden Vöcklabruck. Anschließend war er ab 2009 als Regionalmanager der Region Mitte tätig und leitete interimistisch zusätzlich von Dezember 2015 bis Februar 2017 sowie September 2018 bis Februar 2019 das Finanzamt Freistadt Rohrbach Urfahr.

Im Zollamt Österreich übernimmt Mag. Heike Fetka-Blüthner die Aufgabe der Vorständin. Zunächst trat sie in die Finanzverwaltung im Finanzamt Graz Stadt ein, später wechselte sie ins Zollamt Graz. Nach der Funktion als Fachexpertin der Geschäftsabteilung für Zoll- und Verbrauchsteuern ab 2003, wurde Fetka-Blüthner im April 2007 zur Vorständin des Zollamtes Graz ernannt.

Mag. Alfred Hacker leitet das Amt für Betrugsbekämpfung. Erste Erfahrungen in der Finanzverwaltung machte er im Finanzamt 8/16/17. Anschließend war Hacker im Zollamt Wien und ab 1992 als stellvertretender Leiter der Abteilung für Strafsachen und Fahndung tätig. Zum hauptberuflichen Mitglied im Unabhängigen Finanzsenat wurde Hacker 2003 ernannt. Zwei Jahre später betraute man ihn mit der Leitung der Abteilung I/8 im Finanzministerium. Auch als interimistischer Vorstand für den Prüfdienst Lohnabgaben und Beiträge war er bis 30. September 2020 tätig.

Die Dienstbehörde Zentrale Services wird seit Jahresbeginn von Dr. Christian Hammerl geleitet. 2006 trat Hammerl am Finanzamt Wien 1/23 in den Finanzdienst ein und wechselte 2007 in die BMF-Fachabteilung für Einkommen- und Körperschaftsteuer. In den vergangenen fünf Jahren leitete der Jurist den bundesweiten Fachbereich Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Mit der Leitung des Finanzamts für Großbetriebe wurde Mag. Sabine Schloffer-Stampler betraut. Schloffer-Stampler arbeitet seit 1991 in der Finanzverwaltung. Zunächst war sie im Finanzamt Leoben tätig und wechselte dann zur Großbetriebsprüfung Graz, wo sie in weiterer Folge Gruppenleiterstellvertreterin wurde. 2009 wurde sie zur Teamleiterin ernannt und war seit 2013 zusätzlich als Regionalverantwortliche für die Region Süd tätig.

Mag. Edith Madlberger-Schmidt leitet den Prüfdienst für Lohnabgaben und Beiträge. Sie ist am 1.1.1995 in die Finanzverwaltung eingetreten, absolvierte die Ausbildung im Finanzamt Oberwart und wechselte danach nach Eisenstadt, wo sie verschiedene Leitungsfunktionen (Veranlagungsleiterin, Leiterin der Betriebsprüfung) ausübte. Ab 2002 war Madlberger-Schmidt im neu geschaffenen Fachbereich des Finanzamtes Bruck Eisenstadt Oberwart zuständig für die Umsatzsteuer und seit 2004 Fachvorständin.

Quelle: Bundesministerium für Finanzen, Pressestelle / ots  /  Fotocredit: © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

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