21. Februar - Internationaler Tag der Muttersprache

21. Februar - Internationaler Tag der Muttersprache

Der Internationale Tag der Muttersprache (21. Februar) schafft Bewusstsein für Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt

Geschätzte 6.700 Sprachen gibt es weltweit. Zur Förderung dieser sprachlichen Vielfalt hat die UNESCO den 21. Februar zum Internationalen Tag der Muttersprache ausgerufen. Die Wienerinnen und Wiener haben 181 Staatsbürgerschaften und damit vielfältige Muttersprachen. 86 % der Wienerinnen und Wiener mit Migrationshintergrund der ersten Generation sprechen in ihrem Alltag mindestens zwei verschiedene Sprachen. 52 % der Wiener Kinder wachsen derzeit mehrsprachig auf, so das Ergebnis des Wiener Integrations- und Diversitätsmonitors, der die Veränderungen innerhalb der Wiener Einwanderungsgesellschaft sichtbar macht und von der Abteilung Integration und Diversität der Stadt Wien herausgegeben wird.

„Wien hat einen unglaublichen Schatz an Sprachenvielfalt. Durch eine Sprachen-Offensive sollen Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit bekommen, ihre Muttersprache zu festigen. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation: Das Erlernen der Muttersprache hilft beim Deutsch-Erwerb und die erworbene Mehrsprachigkeit ist ein großer Vorteil im beruflichen und internationalen Kontext“, so Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

Sprachförderung mit Welt-Koffer und Bücherdrachen

Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung und auch sprachliche Bildung und Förderung beginnt im Kindergarten. In den Wiener Kindergärten findet diese alltagsintegriert statt und orientiert sich an den Kompetenzen und Interessen der Kinder. Sprachförderprojekte – wie der Welt-Koffer, der unterschiedliche Materialien mit einem Bezug zu anderen Sprachen und Kulturen beinhaltet, Besuche des Bücherdrachens Leselilli, eines Stoffdrachens voller mehrsprachiger Bücher oder auch die mehrsprachige Bilderbuchzeitschrift „Papperlapapp“, die im Kindergarten in der deutschen Sprache erarbeitet wird und zu Hause von den Eltern in der Familiensprache vorgelesen werden kann – ergänzen das alltagsnah ausgerichtete Bildungskonzept. Daniela Cochlár, Leiterin der Abteilung Stadt Wien - Kindergärten:

 „Kinder in all ihren Sprachen wertzuschätzen, bedeutet eine Stärkung und Bewusstwerdung ihrer Identität und trägt zu einem positiven Selbstbild bei. All das wirkt sich letztendlich auch äußerst positiv auf die Motivation der Kinder aus, eine neue Sprache – nämlich Deutsch – zu lernen.“

Zuhören und Lesen

„Das aktive Zuhören und die dialogische Bilderbuchbetrachtung sind von zentraler Bedeutung für den Spracherwerb“, erklärt Hildegard Hefel, Leiterin des Referats Sprachliche Bildung.

 In pandemisch unbedenklichen Zeiten lesen ehrenamtlich tätige Lesepatinnen und Lesepaten in Wiener Kindergärten, Schulen und Horten Geschichten sowohl in Deutsch als auch in anderen Familiensprachen der Kinder, wie z.B. Serbisch, Arabisch oder Polnisch vor. Mehrsprachigen Lesestoff bietet die Kinderbücherei der Weltsprachen in der Hütteldorfer Straße, im 15. Bezirk mit fast 14.000 Medien in über 50 Sprachen.

Quelle: Heidemarie Kargl Stadt Wien – Kindergärten; Michaela Königshofer Stadt Wien – Integration und Diversität / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

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