21. September ist Welt-Alzheimertag

21. September ist Welt-Alzheimertag

 Lebensqualität für Erkrankte und Angehörige sicherstellen

Derzeit leben in Österreich rund 130.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung, wobei Morbus Alzheimer die häufigste Demenzform darstellt. Aufgrund der demografischen Entwicklung und steigender Lebenserwartung wird diese Zahl stetig zunehmen.

Es ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Lebensumstände von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen und ihrer Familien zu verbessern und auch weiterhin eine qualitätsvolle Pflege zu sichern. Die Österreichische Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ beschreibt klare Handlungsempfehlungen, die seit 2016 laufend umgesetzt werden. Zukünftig soll der Schwerpunkt der Maßnahmen auf adäquate Betreuungsangebote sowie auf die Entlastung und Begleitung von pflegenden Angehörigen gelegt werden.

Auf der Informationsseite www.demenzstrategie.at sind alle Wirkungsziele und Maßnahmen und deren Umsetzungsstand dokumentiert und erfolgreiche Projekte und Initiativen dargestellt.

Anschober: „Der heutige Welt-Alzheimertag soll darauf aufmerksam machen, dass in Österreich derzeit 130.000 Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung leben. Meine Kernaufgabe als Sozialminister ist es einerseits, dieser besonderen Personengruppe eine Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen, andererseits aber auch, den bestmöglichen Erhalt der Lebensqualität der Erkrankten und ihrer Angehörigen sicherzustellen. Dazu gehört ein Umfeld für Angehörige, in denen sie auf niederschwellige und verlässliche Unterstützung bauen können, wenn mit dem Verlust der kognitiven Funktionen des Betroffenen auch ein erhöhter Betreuungsaufwand einhergeht. Angehörige stehen täglich vor der Herausforderung „Alzheimer“ und suchen im Alltag oft händeringend nach Antworten auf die vielen Fragen, die eine solche Diagnose aufwirft: Wie verläuft die Erkrankung? Wie wirkt sie sich auf die Persönlichkeit des Betroffenen aus? Wie wirkt sie sich auf mein Leben als Angehöriger aus? Aus eigener, ganz persönlicher Erfahrung – mein Vater erkrankte im Alter an Alzheimer – möchte ich Ihnen mitgeben: Informieren Sie sich über die Krankheit. Tauschen Sie sich mit anderen Angehörigen und Gleichgesinnten aus. Reden Sie darüber und wenn die alltägliche Herausforderung zur Überforderung wird: Holen Sie sich Rat. Das Sozialministerium bietet Unterstützungsangebote an, wie das kostenlose Angehörigengespräch. Zahlreiche Initiativen in Österreich organisieren Angehörigengruppen, in denen man Gleichgesinnte treffen und sich austauschen kann. All das kann zwar nicht die Erkrankung beseitigen, sind aber Möglichkeiten, die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden als pflegender Angehöriger auch in solch herausfordernden Zeiten zu erhalten.“

Angehörige sind eine wesentliche Stütze bei der Betreuung von Betroffenen

Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen werden überwiegend zu Hause betreut, sodass an die ganze Familie hohe Anforderungen gestellt werden. Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit der Corona-Krise ist die Betreuung psychisch und physisch besonders belastend für pflegende Angehörige. Daneben müssen oft auch noch berufliche Aufgaben erfüllt werden.

Daher wird dem Thema Demenz und Entlastung der pflegenden Angehörigen im Rahmen der Task Force Pflege, die bereits die Arbeit aufgenommen hat, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Schon jetzt unterstützt das Sozialministerium pflegende Angehörige durch verschiedene Maßnahmen. Bei der Einstufung des Pflegegeldes wird mit dem Erschwerniszuschlag der besonders belastenden Pflege von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen Rechnung getragen. Die Möglichkeit einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit und der Rechtsanspruch auf ein Pflegekarenzgeld als Einkommensersatz unterstützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer dabei, Pflege und Beruf zu bewältigen.

Darüber hinaus bietet das Sozialministerium im Rahmen der Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege einen kostenlosen Hausbesuch zur Beratung durch eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson an. Angehörige, die sich aufgrund der Pflegesituation belastet fühlen, können zudem ein beitragsfreies Angehörigengespräch in Anspruch nehmen, damit Bewältigungsstrategien für die bestehenden Schwierigkeiten in der Pflege und neue Perspektiven gefunden werden und eine Entlastung geschaffen wird. Anmeldung für diese kostenlosen und vertraulichen Angebote zur Erhöhung der Lebensqualität, sowohl der Betroffenen, als auch der Angehörigen, sind beim Kompetenzzentrum „Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege“ unter der Telefonnummer 050 808 2087 möglich.

Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung und die Finanzierung einer Ersatzpflege während Erkrankung oder Urlaub der Hauptbetreuungsperson sind ebenso bewährte Maßnahmen.

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Mag.a (FH) Katharina Häckel-Schinkinger, MBA Pressereferentin / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

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