Auf gute Nachbarschaft

Auf gute Nachbarschaft

Eine gute Nachbarschaft kann durch vielerlei Faktoren auf die Probe gestellt werden – sei es durch übermäßig störenden Lärm, Streitereien oder Geruchsbelästigung. All das und noch viele weitere „Kleinigkeiten“ können zu großen und scheinbar unüberwindbaren Problemen werden

Neue Wohnung, eigenes Grundstück, der Traum vom Eigenheim: Der eigene Wohnraum soll Ruhe schaffen, Platz zum Energietanken und ein Rückzugsort für die Familie sein. Äußere Einflüsse, wie stark befahrene Straßen, Lokale und Restaurants oder Geschäfte können durch übermäßige Lärm- oder Geruchsbelästigung die Nachbarschaftsbeziehung auf eine harte Probe stellen. Nicht selten kommt es auch zu Konflikten mit unmittelbaren Nachbarn.

Lärm
Entgegen der weit verbreiteten Meinung gibt es keine gesetzlich festgelegte Ruhezeit im Sinne einer "absoluten Nachtruhe". Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob "ungebührliche Lärmerregung" vorliegt.
Hundelärm muss grundsätzlich geduldet werden, außer er erreicht ein "ungebührliches" Maß. Bei übermäßigem Hundelärm kann dies als Verwaltungsübertretung geahndet werden und es besteht die Möglichkeit, Anzeige bei den Sicherheitsbehörden zu erstatten.

Empfehlung
Zunächst immer zuerst das direkte Gespräch mit dem Verursacher suchen. Viele potenzielle Konflikte lassen sich auf diese Weise lösen. Hilft auch die Aussprache nicht weiter, kann Anzeige wegen Lärmerregung nach dem Wiener-Landes-Sicherheitsgesetz bei der Polizei erstattet werden.

Bepflanzung
Der Schattenwurf von Bäumen auf dem Nachbargrundstück ist grundsätzlich zu dulden. 
Äste, die über die Grundstücksgrenze wachsen, dürfen jedoch von demjenigen, auf dessen Grundstück sie ragen, selbst geschnitten werden ("Überhangsrecht"). Dies erfolgt grundsätzlich auf eigene Kosten. 
Ausnahme: Bei drohender Gefahr, z.B. morsche Äste, die herabfallen könnten, trägt die Baumeigentümerin/der Baumeigentümer die Hälfte der Kosten.

Die Entfernung von Wurzeln und Ästen muss fachgerecht erfolgen, Pflanzen müssen dabei geschont werden. Eine Ausnahme besteht, wenn die Bäume/Pflanzen unter dem Schutz bundes- oder landesgesetzlicher Regelungen stehen. 
Obst, das auf überhängenden Ästen wächst, darf gepflückt werden.

Wenn das ortsübliche Maß des Wachstums von Pflanzen und Bäumen jedoch überschritten wird, die übliche Benutzung des Grundstückes wesentlich beeinträchtigt wird und die entstandene Beeinträchtigung unzumutbar ist, kann die Unterlassung des Wachsens von Ästen bzw. deren Beseitigung "begehrt" werden. Ob tatsächlich ein Anspruch auf Unterlassung bzw. Beseitigung besteht, prüft das zuständige Gericht für Zivilrechtssachen im Einzelfall. Die Polizei hat in diesen Fällen keine Zuständigkeit.

Quelle: LPD Wien  //  Fotocredit: © LPD © Pixabay.com

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