Aufruf zur Mithilfe bei der jährlichen „Bartgeierinventur"

Aufruf zur Mithilfe bei der jährlichen „Bartgeierinventur"

Wie viele Bartgeier leben in den Alpen? Ihre Mithilfe und Ihr Blick nach oben sind anlässlich des 15. Internationalen Bartgeierzähltages 2020 am Samstag den 3. Oktober gefragt. Anhand der Gefiederfärbung kann man den Unterschied zwischen einem jungen Bartgeier und einem älteren (im Bild oben) besonders gut erkennen

Mit nahezu drei Metern Spannweite und ihrem typischen Flugprofil sind Bartgeier von Weiten zu erkennen. Diesen Umstand macht sich das Bartgeierprojekt zu Nutze. Im ganzen Alpenraum wird alljährlich im Herbst der Internationale Bartgeierzähltag (IOD) durchgeführt mit dem Ziel, den aktuellen Bartgeierbestand zu schätzen und Hinweise auf neue Bartgeierpaare zu bekommen. Alle Interessierten sind aufgerufen, am Samstag den 3. Oktober eine Bergtour zu machen und im Zeitraum von mindestens 10 – 15 Uhr nach Bartgeiern Ausschau zu halten. Bartgeier zählen zu den größten Vögeln Europas. Sie sind sehr mobil und legen auf ihren Wanderungen durch die Alpen bis zu hunderte Kilometer am Tag zurück. Deshalb ist man auf die Mithilfe vieler Beobachter angewiesen, um den Bartgeierbestand möglichst genau erfassen zu können.

Die besten Chancen auf Bartgeierbeobachtungen in Österreich hat man im Nationalpark Hohe Tauern sowie im Tiroler Oberland (Ötztaler-, Stubaier und Zillertaler Alpen, in der Samnaun-, Paznaun- und Verwallgruppe sowie im Lechtal) und in Vorarlberg (Verwall– und Silvrettagruppe, Rätische Alpen, sowie Lechquellengebirge). Interessant sind aber auch Beobachtungen aus anderen Gebirgsgruppen Österreichs. Wichtig ist jedenfalls, Feldstecher, Fotoapparat und Schreibutensilien dabei zu haben und folgende Daten zu erheben: Wo genau (Ortsbezeichnung, Seehöhe) konnte wann und wie lange einen Bartgeier beobachtet werden? War es ein junger oder adulter Bartgeier? Welche Farbe hatten Kopf und Rumpf? Hatte der Geier Mauserlücken oder eine Markierung? Ein Foto zur Dokumentation und Bestimmung wäre hilfreich.

Sollten Sie einen Bartgeier beobachten, melden Sie dies an das Bartgeier-Team: Tel.: 0664/3436293, oder E-Mail: beobachtung@gmx.net; ferdinand.lainer@salzburg.gv.atoder gunther.gressmann@tirol.gv.at . Ein Onlinemeldeformular gibt es unter http://bartgeier.ch/beobachtung/melden. Wir bedanken uns im Voraus bei allen ehrenamtlichen Beobachtern!
Der alpenweite Bartgeierzähltag wird vom internationalen Bartgeiermonitoring-Team koordiniert, bei welchem der Nationalpark Hohe Tauern seit Anfang an aktiv mitwirkt. Jedes Jahr beteiligen sich über den Alpenbogen verteilt hunderte Freiwillige an dieser gemeinsamen Zählaktion. Diese Simultanzählung, die von regionalen Experten hinsichtlich Doppelzählungen noch überprüft wird, ermöglicht eine gute Anschätzung des aktuellen Bartgeierbestandes und deren Verteilung in den Alpen.

Dankenswerter Weise konnten die Lotterien Österreich wieder als Sponsor des Projektes „Große Greifvögel im Nationalpark Hohe Tauern“ gewonnen werden. Die Lotterien Österreich haben das Projekt der Wiedereinbürgerung der Bartgeier in den Hohen Tauern jahrelang finanziell unterstützt – viele Bartgeier wurden deshalb auch vom Sponsor benannt wie beispielsweise Lucky oder Fortuna.

Quelle: DI Ferdinand Lainer, Projektleitung Nationalpark Hohe Tauern / ots  //  Fotocredit: NPHT/Richard Straub

 

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