Aus Erfahrungen von Südtirol lernen

Aus Erfahrungen von Südtirol lernen

Im Bild v.l.n.r. Dr. Patrick Franzoni, Projektleiter von „Südtirol testet“, Leitender Notarzt im Departement Notfallmedizin und Gerald Schimpf, Einsatzleiter im Krisenstab des Gesundheitsministeriums. Dr. Franzoni gibt einen Überblick über die organisatorischen und fachlichen Planungen während der aktuellen Testaktion

5226 Neuinfektionen bei 29.831 eingemeldeten PCR-Testungen und 6509 Neu-Genesene sind ein dramatisch hoher Wert für einen Sonntag. Erfreulich ist, dass nach Wochen des starken Anstiegs die Hospitalisierungszahlen erstmals leicht auf 4458 und darunter die schwer Erkrankten in Intensivbetreuung um 14 auf 683, gesunken sind. Leider ist die Zahl der Todesfälle in den letzten 24 Stunden mit 60 weiterhin sehr hoch.

Anschober: “Ganz offensichtlich ist mit dem Teil-Lockdown, der vor zweieinhalb Wochen begonnen hat, zwar eine Stabilisierung (auf dramatisch hohem Niveau), aber keine wesentliche Absenkung der Neuinfektionen entstanden. Der harte Lockdown kann natürlich am 6.Tag noch nicht wirken. Gegen Ende der kommenden Woche muss es jedoch klare Verringerungen der Neuinfektionen geben. Die kommende Woche ist daher eine sehr wichtige Phase. Ich appelliere daher an die gesamte Bevölkerung, jetzt sehr konsequent zu sein, MNS zu tragen, Mindestabstand zu leben und die Kontakte noch deutlicher und wirklich drastisch zu verringern. Da sind wir noch nicht dort, wo wir hinmüssen. Alles was jetzt nicht wirklich an Kontakten sein muss, sollte von uns allen unterlassen werden.“

Dieses Wochenende wird in Südtirol der erste Massentest durchgeführt - das Gesundheitsministerium hat einen Vertreter der Einsatzleitung des Krisenstabs für zwei Tage nach Südtirol entsandt, um aus den Erfahrungen der KollegInnen vor Ort zu lernen. Anschober: “Es zeigt sich, dass wir aus den Erfahrungen aus Südtirol einiges lernen können - vor allem, dass eine durchgehende Digitalisierung, deren durchgehende Funktionsfähigkeit trotz Extrembelastung und die richtige Kommunikation entscheidend sind. Dann können bei einer Massentestung Staus und lange Wartezeiten verhindert, eine hohe Beteiligung gesichert, viele Infizierte erkannt und aus dem Infektionskreislauf geholt und eine Fehlinterpretation negativer Ergebnisse unterbunden werden. Denn ein negatives Testergebnis bringt keine Sicherheit, sondern hat nur eine Aussagekraft für den Tag der Testung. Ein negatives Ergebnis darf daher nicht zu einer Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen führen.“

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) Ben Dagan, BA MA Pressereferent / ots  //  Fotocredit: BMSGPK

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