Bernhuber zieht Fäden in EU-Pflanzenschutzverhandlungen

Bernhuber zieht Fäden in EU-Pflanzenschutzverhandlungen

Ohne bäuerliche Betriebsmittel wie Dünger oder Pflanzenschutz wird die Ernte deutlich sinken

Der Pflanzenschutz ist ein wichtiges Thema für die bäuerlichen Betriebe in Niederösterreich und ein gesellschaftlich heiß diskutiertes Eisen in der Agrarpolitik. EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber, 2019 mit den Vorzugsstimmen der niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern gewählt, wurde nun zum Chefverhandler der Europäischen Volkspartei für die EU-Pflanzenschutzverordnung bestimmt. Die Intensivphase der Verhandlungen wird im Herbst eingeläutet.

„Wir haben in den letzten Jahren gesehen, gerade bei den Rüben und Erdäpfeln, welche massiven Schäden auftreten können, die bei richtigen Schutzmaßnahmen vermeidbar gewesen wären. Der Pflanzenschutz ist ein wichtiger Baustein für die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln für die Bevölkerung und ist auch für die Erhöhung der Planungssicherheit für die bäuerlichen Betriebe unabdingbar“, so Bernhuber, der sich in dieser Diskussion weniger Emotion und einen genaueren Blick auf das Wichtigste, nämlich die Sicherstellung von Ernteerträgen auch im Hinblick auf den Ukraine-Krieg. Durch den Krieg werden große Ernteausfälle im wichtigen Agrarland Ukraine befürchtet.

Auch NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek stößt in dasselbe Horn: „Die Grundaufgabe der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist es, die Versorgungssicherheit sicherzustellen, diesem Auftrag stehen die aktuellen Ziele der Kommission in Sachen des Pflanzenschutzes deutlich entgegen. Es braucht hier Lösungen mit Hausverstand, die auch in der Praxis umsetzbar sind und keinesfalls ideologische Maßnahmen, die die Versorgungssicherheit gefährden.“

Dünger und Pflanzenschutz sind wesentliche Teile der Landwirtschaft
„Die Kommission will eine pauschale Reduktion in der Höhe von 50 Prozent. Das ist aus drei Gründen der falsche Ansatz, erstens kennt eine pauschale Regelung per Definition keine Ausnahmeregelungen hinsichtlich extremer Wetter- und Klimaereignisse, die das Aufkommen von Schädlingen und Krankheiten begünstigen können. Zweitens brauchen die Bäuerinnen und Bauern schlicht einen vollen Werkzeugkoffer bei den Betriebsmitteln, um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln garantieren zu können und abschließend braucht es in Europa mehr an Eigenproduktion und nicht weniger. So können umweltschädliche Importe eingespart werden und die Abhängigkeit vom Weltmarkt verringert werden“, zeigt Bernhuber die wichtigsten Gründe für den Pflanzenschutz auf.

Gemeinsam mit Nemecek spricht sich Bernhuber abschließend auch noch einmal gegen den Ausverkauf der Borealis-Düngemittelsparte aus, denn „gemeinsam mit dem Pflanzenschutz ist der Dünger ein wesentlicher Teil der Landwirtschaft. Nur wenn Verständnis für die bäuerlichen Notwendigkeiten herrscht, kann der gesellschaftliche Auftrag der Lebensmittelproduktion erfüllt werden. Es darf in beiden Themenfeldern keine faulen Kompromisse auf Kosten der Versorgungssicherheit geben.“

Quelle: Mag. Michael Kostiha Pressesprecher NÖ Bauernbund; Benjamin Lorenzer Referent Öffentlichkeitsarbeit / ots  //  Fotocredit: © NÖ Bauernbund/Gabriele Moser

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