Freitag 26. April 2019
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Bienenrettung kann man essen - Artenvielfalt schmeckt!

OÖ - Bienenschutz braucht gute Ernährung als Voraussetzung Kampagne „Oberösterreich blüht auf - Rettet die Bienen! 

Für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“ mit 
neuer Unterstützung: aus der Küche, von Landwirten und 
Konsument/innen & eine tolle Zwischenbilanz 

Die Ursachen für das Insektensterben auf Äckern, Feldern und Wiesen sind 
inzwischen vielfach belegt: Industrialisierte Landwirtschaft, bienengefährdende 
Pestizide, immer weniger Lebensräume für Wildbienen und Insekten, 
wachsende Flächenversiegelung und fehlende Nahrung für die Insekten. Mit 
der Auswahl unserer Ernährung entscheiden wir auch über die Zukunft der 
Bienen: durch die Entscheidung für Bio, für saisonale und regionale Produkte 
und für kleinstrukturierte bäuerliche Landwirtschaft. Immer mehr 
Konsument/innen greifen daher auf biologische, saisonale und regionale 
Produkte zurück. Das zeigen die Verkaufszahlen des Lebensmittelhandels 
ebenso wie die wachsende Zahl an FoodCoops - mittlerweile arbeiten in bereits 
35 FoodCoops Bäuer/innen und Konsument/innen eng zusammen. Wer 
biologisch einkauft und nachhaltig lebt, muss auch beim Ausgehen nicht auf 
biologische Qualität verzichten. Die Auswahl an Bio-Gastronomie steigt, ist 
aber noch ausbaufähig. 

Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Wir können die Insekten- und damit 
Artenvielfalt nur gesamtheitlich erfolgreich erhalten. Es braucht daher klare 
Förderungen für umweltfreundliche bienenschonende Bewirtschaftung, 
Entschädigungen für den Erhalt und das Wiederschaffen von Lebensräumen 
und Nahrungsquellen, das Verbot von Bienengiften und den massiven Ausbau 
von Bio-Landwirtschaft. Auch Konsument/innen können einen wichtigen 
Beitrag leisten. Wie überall, gilt auch hier: Die Nachfrage bestimmt das 
Angebot.“ Massive Kritik übt Anschober jedoch am gestrigen Beschluss des 
Agrar-Ausschusses des Europaparlaments, mit der Agrarförderung weiterhin 
vorrangig die industrialisierte Landwirtschaft zu finanzieren. Die endgültige 
Entscheidung wird jedoch erst nach der EP-Wahl im Europaparlament 
getroffen. 

Wie groß das Interesse in Oberösterreich an der Bienenrettung ist, zeigt der 
großartige Start der Initiative „Rettet die Bienen - für den Schutz von Insekten, 
Böden und Artenvielfalt“ mit bereits über 12.000 Unterstützer/innen: 
www.ooebluehtauf.at Die Bienenpetition ist überparteilich - an ihr beteiligen 
kann sich jede und jeder mit einem ernsthaften Interesse an der Bienenrettung. 

Immer mehr Konsument/innen gestalten die Nahversorgung selbst mit – biologisch, fair, regional 
Die Initiative „Appetit auf Zukunft“ von Bio Austria OÖ und LR Rudi Anschober 
hat sich zum Ziel gemacht, Konsument/innen und Produzent/innen (sowie 
Gemeinden) näher zusammenzubringen und z.B. über lokale Kooperationen 
(wie FoodCoops) eine biologische, regionale und saisonale – noch dazu faire 
– Lebensmittelversorgung zu verwirklichen. Die Unzufriedenheit der 
Konsument/innen über die steigende Abhängigkeit von industriell hergestellten 
Lebensmitteln und vom Einheitsbrei der Lebensmittelmultis sowie die 
Sehnsucht nach regionalen Lebensmitteln und Transparenz führt zu einem 
wachsenden Bedürfnis nach gesunden, ökologischen, bäuerlichen 
Lebensmitteln. Weltweit entstehen daher immer mehr Initiativen und 
Bündnisse zwischen Konsument/innen und Produzent/innen, bei denen 
Produktion und Verteilung – vor allem biologischer – Produkte selbst 
übernommen werden. Die Konsument/innen schließen direkte Lieferverträge 
mit den Produzent/innen – beide profitieren. 
LR Anschober: „Gute Produkte haben ihren Wert. Das muss wieder 
grundlegend in unsere Köpfe kommen. Einerseits geht es um faire Preise: 
Andererseits brauchen wir Transparenz und Verantwortung bei unserer 
Ernährung, nämlich durch Kennzeichnung und gemeinsame Maßnahmen 
auch im Sinne des Umweltschutzes, etwa beim Thema Insektensterben. Je 
näher Konsument/innen und Produzent/innen zusammenrücken, desto mehr 
Verständnis und Wertschätzung guter Produkte, desto fairere Preise und 
sicherere Absatzmärkte gibt es.“ 

Appetit auf Zukunft - FoodCoops 
Konsument/innen bestellen, Produzent/innen liefern auf Basis dieser 
Sammelbestellungen und in Übergabestellen erfolgt die Abholung – dies ist 
eine Kurzbeschreibung der Tätigkeit einer FoodCoop. Beide Seiten profitieren: 
Die Konsument/innen erhalten hochwertige, regionale Lebensmittel und volle 
Transparenz, die Produzent/innen gute Preise und planbaren Absatz. 
LR Anschober: „FoodCoops sind eine wichtige Verbindung von 
Konsument/innen und Produzent/innen. Mit ihrem Engagement sind sie 
Botschafter für ökologische Lebensmittel, bewusste Ernährung und regionalen 
Einkauf – dies wird vom oö. Umweltressort unterstützt.“ 
„Lebensmittelkooperativen, sogenannte FoodCoops sind für Konsument/innen 
eine tolle Möglichkeit, sich aktiv am Erhalt einer vielfältigen und somit 
insektenfreundlichen Landwirtschaft zu beteiligen! Aktuell gibt es in 
Oberösterreich schon 35 FoodCoops und es werden immer mehr. Sie setzen 
sich alle dafür ein, kleinstrukturierte Bauernhöfe und Lebensmittelbetriebe zu 
unterstützen. FoodCoops schaffen Bewusstsein für den Einfluss unserer 
Ernährung auf unsere Umwelt und den wichtigen Beitrag, den biologische 
Landwirtschaft für den Erhalt unserer Biodiversität und Gesundheit leistet“, 
sagt Michaela Jancsy, Projektkoordinatorin von Bio Austria. 

Die Vorteile eines solchen Bündnisses: 
• Die Konsument/innen wissen, was sie kaufen – und später essen. Es 
herrscht absolute Transparenz über die Produzent/innen, deren 
Produktionsweisen und angebotenen Produkte. 
• Der große Vorteil der Produzent/innen besteht in dem sicheren 
Absatzmarkt und einem guten Preis. Durch teils wöchentliche 
Kontakt für Rückfragen: Adrian Hinterreither, 0664 600 72 12083 6 
Vorbestellungen der Produkte können sich die Produzent/innen ihres 
Absatzes sicher sein. 
• Foodcoops haben auch zum Ziel, lokale Versorgungsschienen zu sichern 
bzw. wieder aufzubauen. So können bspw. neue Kooperationen zwischen 
Konsument/innen, Landwirt/innen und dem lokalen Nahversorger 
angestoßen werden. Beispielsweise können Übernahmestellen beim 
lokalen Nahversorger eingerichtet werden, dies schafft eine Win-Win- 
Situation für alle Beteiligten. 

Erst im Februar gestartet hat die überparteiliche Initiative „Rettet die 
Bienen - für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“ einen 
Rekordzulauf zu verzeichnen: bereits weit über 12.000 Unterstützer/innen 
engagieren sich für die zehn konkreten Maßnahmen der Initiative von einer 
Ökologisierung der EU-Agrarförderungen bis zum Verbot von Bienengiften. 
Und der Zulauf wird kontinuierlich sogar stärker: www.ooebluehtauf.at 
Zu den Unterstützer/innen der Online-Petition kommen bereits viele 
hundert Unterschriften auf ausgedruckten Listen, die direkt beim 
Umweltressort bestellt werden können oder auf www.ooebluehtauf.at zum 
Herunterladen bereit stehen. 

Auch in den ersten Gemeinderäten ist die Initiative mittlerweile Thema - in 
Walding, Vorchdorf, Schwertberg und Riedau wurden bereits mehrheitliche 
Beschlüsse gefasst. Anschober: „Bis 30. September geht es weiter. Am kommenden 
Wochenende werden wir gemeinsam mit dem Bodenbündnis auf der 
großen Messe ‚Blühendes Österreich‘ in Wels vertreten sein“. 

Quelle: Land OÖ, PA Anschober
Foto: Land OÖ (v.l.: Michaela Jancsy, Landesrat Rudi Anschober, Klaus Bauernfeind)