Blühendes Österreich und Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen: Waldschutz durch mehr Pferdestärke

Blühendes Österreich und Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen: Waldschutz durch mehr Pferdestärke

Die Verantwortlichen des Naturschutzprojekts Glocke, v.l.n.r. Ronald Würflinger (GF Blühendes Österreich), Garant mit Hubert Kichmair (Pferderücker), Andreas Kröll (Bürgermeister von Finkenberg), Frederick Manck (NP Zillertaler Alpen), Michael Erler, (Waldaufseher), Willi Seifert (GF NP Zillertaler Alpen), Katharina Weiskopf (NP Zillertaler Alpen)

Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung, der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen und die Gemeinde Finkenberg läuten mit dem aktuellen Projekt im „Geschützten Landschaftsteil Glocke“ in Finkenberg im Zillertal eine regionale Trendwende im Biotop Wald ein. Es werden rund sechs Hektar Wald klimafit gemacht. Nun fand erstmals eine Pferderückung in dem Naturjuwel statt, durch die der Wald bodenschonend bewirtschaftet werden kann.

Gemeinsam für ökologische Vielfalt und naturschonende Waldbewirtschaftung

Die „Glocke“ liegt auf rund 850 Meter Seehöhe und umfasst die Tuxbachklamm mit ihrem artenreichen Schluchtwald sowie ein Waldbiotop mit sehr seltenen und wertvollen Linden- und Buchenbeständen. Teilweise werden sie aber von Fichten verdrängt und sind nur spärlich in der Naturverjüngung vorhanden. Um diesen einzigartigen Waldtyp gezielt zu fördern, wurden daher in einem ersten Schritt einzelne Fichten gefällt, anschließend werden verschiedene Laubgehölze gepflanzt. Das Projekt verleiht mit Sommer- und Winterlinde, Bergahorn, Bergulme, Stieleiche, Vogelkirsche, Gemeiner Schneeball, Heckenkirsche und anderen Arten dem Wald eine große Vielfalt.

„In Österreich sind aktuell nur drei Prozent der Wälder als natürlich einzustufen. Aber es sind gerade diese artenreichen Wälder, die für die Bewältigung der Klimakrise am besten gewappnet sind. Unser gemeinsames Projekt mit dem Hochgebirgs-Naturpark und der Gemeinde Finkenberg ist ein kleiner, jedoch äußerst wichtiger Beitrag zum Schutz und Erhalt der wertvollen Waldgesellschaften in unserem Land“, erklärt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich.

Auch Andreas Kröll, Bürgermeister von Finkenberg, zeigt sich von dem Naturschutzprojekt begeistert: „Der Wert dieses Biotops ist unschätzbar, das ist auch der Gemeinde wieder bewusstgeworden. Finkenberg hat Glück, so ein Juwel als Naherholungsgebiet zu haben.“

Mehr PS fürs Zillertal

Mit einem Ruck spannt sich die Kette und der Noriker-Hengst Garant zieht mit einem dumpfen Poltern den langen Stamm hinter sich her. Das Waldstück ist für die beiden Holzrücker kein Problem, denn Hubert Kirchmair aus Schwaz in Tirol und sein Vierbeiner sind ein eingespieltes Team. Oft sind sie in viel schwierigerem Gelände unterwegs. Das Rückepferd reagiert aufs Wort – geht nach links und nach rechts und bleibt auf Kommando stehen. „Dies gelingt nur durch eine gute Ausbildung und jahrelange gemeinsame Arbeit“, berichtet Pferderücker Kirchmair.

Waldaufseher Michael Erler erklärt, dass die Pferderückung viel zu selten eingesetzt wird: „Gerade Einzelbäume kann man so möglichst bodenschonend aus dem Wald transportieren.“ Naturpark-Geschäftsführer Willi Seifert ergänzt: „Die Pferderückung schafft Bewusstsein für das sensible Ökosystem Wald und ist gleichzeitig spannend zum Zuschauen. Für uns war diese Aktion ein gelungener Auftakt für das weitere Engagement in der Glocke.“

Prominente Unterstützung durch heimatverbundenen Extrembergsteiger

Lokalmatador, Bergprofessor und weltberühmter Alpinist Peter Habeler aus Mayrhofen ist im ehrenamtlichen Beirat von Blühendes Österreich und freut sich über das Natur-Engagement in seiner Heimat: „Das ist ein sensibler Lebensraum, mit dem man sehr sorgsam umgehen muss. Nur so kann man den Wert und die Schönheit der Glocke erhalten.“ Das Naturschutzprojekt wird von Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung mit 10.500 Euro unterstützt.

Gepflanzt wird von den Jüngsten der Gemeinde

Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Einbindung der örtlichen Schulen. Die Kinder der Volksschule Finkenberg und Mayrhofen werden bei der nächsten Pferderückung dabei sein und im Frühling 2021 40 Laubbäume und 200 Sträucher pflanzen. „Bei den Kindern wird so ein Bezug zur Natur geschaffen, gleichzeitig reichen sich traditionelles Handwerk, Artenvielfalt und Biodiversität die Hand“, freut sich Naturparkbetreuerin Katharina Weiskopf schon jetzt auf den Frühling.

Quelle: Mag.a Silvie Bergant, Leitung Kommunikation Blühendes Österreich; Katharina Weiskopf, Naturpark Zillertaler Alpen / ots  //  Fotocredit: Florian Warum

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