Budget wird Lackmus-Test für das Regierungsprogramm

Budget wird Lackmus-Test für das Regierungsprogramm

Im Bild: Markus Hengstschläger (Stellvertr. Vorsitzender des RFTE) BM Margarete Schramböck (BMDW) Hannes Androsch (Vorsitzender des RFTE) BM Leonore Gewessler (BMVIT) Ludovit Garzik (Geschäftsführer des RFTE) Helga Nowotny (Mitglied des RFTE) BM Heinz Faßmann (BMBWF) Sabine Herlitschka (Mitglied des RFTE)

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat gestern anlässlich seines Neujahrsempfangs der neuen Bundesregierung elf Empfehlungen für die neue Gesetzgebungsperiode übergeben. Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Forschungsrates, erklärte in seiner Stellungnahme, dass der eigentliche Test für dieses Regierungsprogramm erst noch bestanden werden muss, nämlich bei der Budgetgestaltung: “Das Budget ist das in Zahlen gegossene Regierungsprogramm. Dort muss es sich daher beweisen.“ Der stellvertretende Vorsitzende, Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger, begrüßte das Regierungsprogramm und sieht darin viele Empfehlungen des FTE-Rates enthalten. „Der Rat freut sich auf die Begleitung der Umsetzung“, so Hengstschläger weiter.

Hintergrund

Österreich hat sich in Bezug auf Forschung, Technologie und Innovation (FTI) in den vergangenen zwei Dekaden sehr gut entwickelt. In den meisten internationalen Rankings zu Innovationsperformance und Wettbewerbsfähigkeit nimmt es eine Position im vorderen Mittelfeld ein. Das ist Beleg dafür, dass die Innovationsaktivitäten durchaus positive Effekte entfaltet und zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung, des Wohlstands sowie der Lebens- und Umweltqualität beigetragen haben.

Demgegenüber muss aus Sicht des FTE-Rates allerdings auch betont werden, dass die angestoßene Dynamik insgesamt nicht ausgereicht hat, um das Niveau der Spitzenländer zu erreichen. Im Vergleich zu den europäischen Innovation LeadersDänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und insbesondere der Schweiz stagniert die österreichische Performance in den Zukunftsbereichen – trotz der existierenden Verbesserungen in einzelnen Sektoren. Entsprechend rangiert Österreich in den relevanten internationalen Rankings weiterhin innerhalb des Mittelfeldes der Vergleichsländer und mit einem über die letzten zehn Jahre gleichbleibenden Abstand zur Spitzengruppe.

Der Forschungsrat hat daher unter dem Titel „Wie geht es weiter?“ folgende elf Empfehlungen für die Gestaltung der Forschungsdekade 2020-2030 vorgelegt:

  1. Politischer Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung des österreichischen FTI-Systems
  2. Erarbeitung einer FTI-Strategie 2030
  3. Sicherstellung einer nachhaltigen Forschungsfinanzierung
  4. Optimierung des Bildungssystems (ohne Tertiärbereich)
  5. Etablierung eines Change-Prozesses in der Hochschulbildung mit Fokus auf Digitalisierung
  6. Strukturelle Weiterentwicklung des Hochschulsystems
  7. Erhöhung der Hochschulausgabenquote und der kompetitiv vergebenen Mittel für die Grundlagenforschung
  8. Optimierung der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen
  9. Forcierung der Anstrengungen zur Beteiligung an Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (Important Projects of Common European Interest, IPCEI)
  10. Steigerung der Effizienz und Effektivität der Forschungsförderung
  11. Hebung des Stellenwerts von Wissenschaft und Forschung in der Bevölkerung 
     

Die Broschüre „Wie geht es weiter?" steht zum Download bereit unter: https://www.rat-fte.at/publikationen.html

Quelle: Rat für Forschung und Technologieentwicklung DI Dr. Ludovit Garzik Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung / ots  //  Fotocredit: at FTE / Johannes Zinner

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