„Das Miteinander von Jagd und Landwirtschaft muss heute wie morgen im Zentrum stehen“

„Das Miteinander von Jagd und Landwirtschaft muss heute wie morgen im Zentrum stehen“

Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner setzen auf die Zusammenarbeit von Jägerschaft und Grundeigentümern

Jagd und Grundeigentümer sind in Oberösterreich zwei starke Partner. Sie ziehen bei den mannigfaltigen Herausforderungen im Bereich des Waldes und der landwirtschaftlichen Flächen an einem Strang. Die sich daraus ergebende Schlagkraft und schnelle Handlungsfähigkeit braucht es heute wie morgen. Denn die Herausforderungen für Jagd und Landwirtschaft werden nicht weniger. 

„Nur die gute Abstimmung und Kooperation zwischen Jagd, Forst- und Landwirtschaft bringt uns bei Herausforderungen wie der Afrikanischen Schweinepest, der immer stärkeren Freizeitnutzung von Wald, Wiesen und Almen sowie bei der Etablierung standortgerechter Mischwälder  weiter“, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Abschussplan 2021/22 durch Jägerschaft erfüllt
Für das vergangene Jagdjahr 2021/22 wurde der Abschussplan trotz mannigfaltiger Hindernisse (z.B. Wolf, Freizeitnutzer, etc.) fast punktgenau erfüllt.  Die Abschusserfüllung betrug bei Rehwild 81.891 Stück (104%), bei Rotwild 4.120 Stück (103%) und bei Gamswild 2.264 Stück (84%). 

Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt näher
Bereits im Jahr 2020 sind in unserem Nachbarbundesland Deutschland erste ASP-Fälle aufgetreten, nun auch bei unserem südlichen Nachbarn Italien. Seit dem ersten Fund eines ASP-positiven Wildschweins (6. Jänner 2022) 30 Kilometer nördlich von Genua, sind bereits mehr als 30 weitere Fälle in den Regionen des Piemont und Liguriens gemeldet worden. Damit bleibt die Gefahr, die Tierseuche ASP nach Österreich einzuschleppen, hoch. 

Link AGES-Tierseuchenradar: https://wissenaktuell.ages.at/tierseuchenradar-februar-2022/ 

Zusätzlich verschärft wird die Lage aktuell durch die Flüchtlingswelle infolge des Ukraine-Kriegs. Weggeworfene Lebensmittelreste, im Besonderen Schweine- sowie Wildschweinefleisch(produkte) aus von der ASP stark betroffenen Gebieten (z.B. Polen), sind große Risikofaktoren für ein Einschleppen bzw. eine schnellere Verbreitung der Tierseuche. Vor diesem Hintergrund kommt dem  ASP-Monitoring der AGES, den neugeschaffenen Präventionsmaßnahmen (Novelle Tierseuchenrecht) und natürlich den vorsorglichen Maßnahmen der Jagd große Bedeutung zu. Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger betont: „Frühzeitige Erkennung ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei der erfolgreichen Tierseuchenbekämpfung. Nachdem Wildschweine die ASP über Ländergrenzen hinweg verbreiten, kommt den Jäger/innen eine zentrale Rolle zu. Sie kennen ihr Revier, sind laufend, wenn nicht täglich im Jagdgebiet unterwegs und wissen um die bevorzugten Aufenthaltsorte des Schwarzwildes. Durch die Kadaveruntersuchungen von verendeten Wildschweinen und das Wissen der Jäger um die notwendigen Präventionsmaßnahmen leisten sie wichtige Arbeit im Kampf gegen die ASP – und damit wichtige Präventionsarbeit für die heimische Schweinebranche.“

Einigkeit bei Freizeitnutzungskonflikten
Eine gemeinsame Herausforderung von Jagd, Land- und Forstwirtschaft, ist die intensive Freizeitnutzung des Waldes, der Wiesen, Seen und Almen. Unter den Partnern ist man sich einig, dass Freizeitnutzung und Naturschutz mit einer breiten Akzeptanz und dem gegenseitigen Verständnis für gesetzte Maßnahmen beginnen muss. Man wirbt daher gemeinsam für mehr Verständnis, dass Einschränkungen in der Jagd und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen, die auszugleichen sind. „Ob nun im Wald, auf Wanderwegen entlang von Wiesen und Äckern oder auf der Alm: Respekt, Rücksichtnahme und Sensibilität sollten stets mit im Gepäck sein. So kann die Natur auch weiterhin ihren vielfältigen Nutzen erfüllen – also Lebensraum von Wildtieren, Erholungs- und Freizeitraum für den Menschen und Lebensmittel- und Produktionsgrundlage für die Land- und Forstwirtschaft sein“, betont Landesrätin Langer-Weninger abschließend.

Quelle, Fotocredit: Land OÖ

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