Diabetisches Fußsyndrom erfolgreich behandeln – Amputation vermeiden

Diabetisches Fußsyndrom erfolgreich behandeln – Amputation vermeiden

Rund 5.000 Menschen mit Diabetes müssen sich in Österreich jedes Jahr einer Fußamputation unterziehen. Eine Behandlung sollte auch in Zeiten der Pandemie nicht verschoben werden. Im Bild OA Dr. Heinz Winkler, Leiter Osteitis Zentrum Döbling

Rund 5.000 Menschen mit Diabetes müssen sich in Österreich jedes Jahr einer Fußamputation unterziehen. Dr. Heinz Winkler, Leiter des Osteitis-Zentrums der Privatklinik Döbling, hat eine Methode entwickelt, mit der auch schwere Schädigungen geheilt und Amputationen in vielen Fällen verhindert werden können. Er appelliert an Betroffene, die notwendige Behandlung auch in Zeiten der Pandemie nicht zu verschleppen: „Gerade bei der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms ist die Zeit ein wichtiger Faktor - wegen Corona zuzuwarten, kann fatale Folgen haben!"

Osteitis und Osteomyelitis – bakterielle Infektionen des Knochens bzw. Knochenmarks – können verschiedene Ursachen haben. Vor allem Menschen mit Diabetes sind häufig betroffen. Die Ursachen dafür liegen in den für Diabetes typischen Durchblutungsstörungen der Füße, oft kombiniert mit vermindertem Schmerzempfinden aufgrund der sogenannten diabetischen Neuropathie. Harmlose kleine Verletzungen können zu tiefen Hautgeschwüren führen, die bis in die Knochen hineinwachsen und sich mit Keimen infizieren, die eine Wundheilung verhindern. Für rund 5.000 Betroffene im Jahr in Österreich hat dies eine Amputation zur Folge.

„Im Osteitis-Zentrum können wir selbst Patienten im Stadium 3 – also mit weit fortgeschrittenen Schäden, bei denen mit konventioneller Behandlung bereits an Amputation gedacht wird - in den meisten Fällen mit nur einer Operation heilen“, informiert Dr. Heinz Winkler, Osteitis-Experte und Facharzt für Ortho­pädie und Ortho­pädische Chirurgie. Auch wenn eine Amputation unvermeidlich sei, gelinge es oft, diese so gering wie möglich zu halten.

5-D-Methode: Erhaltung statt Amputation

Die Expertinnen und Experten im Osteitis-Zentrum an der Privatklinik Döbling gehen nach einer standardisierten Methode in fünf Schritten vor:

  • Detect – im Labor und mittels modernster bildgebender Verfahren wird untersucht, wie weit der Schaden schon fortgeschritten ist.
  • Debridment – abgestorbenes Gewebe und Knochen werden entfernt.
  • Disrupt – die sogenannten Biofilme, die von antibiotikaresistenten Bakterien gebildet werden und die Schäden verursachen, werden mit speziellen Hochgeschwindigkeitsfräsern entfernt.
  • Dead space management – die Räume, die durch die notwendige Entfernung abgestorbener Teile entstanden sind, werden mit biokompatiblem Material gefüllt.
  • Decontaminate – spezielle hoch dosierte Antibiotika verhindern Neuinfektionen. Sie wirken punktgenau ohne den gesamten Körper zu belasten.
     

Je nach Schwere der Schädigung kann der Eingriff bis zu mehreren Stunden dauern. Danach kann bereits nach wenigen Tagen die Entlassung aus der Klinik erfolgen und mit der weiterführenden Physiotherapie begonnen werden. Die Methode erzielt nicht nur beim diabetischen Fußsyndrom außerordentliche Ergebnisse, sondern auch bei allen anderen Knochen- und Gelenksinfektionen, etwa in Folge von Verletzungen, nach Infektionen von Implantaten oder bei einer Kieferosteomyelitis nach einer Zahnwurzelentzündung.

Quelle: Mag. Birgit Oswald Marketing & Kommunikation PremiQaMed Holding GmbH / ots  //  Fotocredit: PremiQaMed/Ruzica Kadainka

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