Entlastung der oberösterreichischen Spitäler

Entlastung der oberösterreichischen Spitäler

Medizinische Versorgungseinheit in Enns seit Montag in Betrieb, Krankenhaus Sierning folgt morgen, 1. Dezember

Die oberösterreichischen Spitäler versorgen auf den Normal- und Intensivstationen in unserem Bundesland an COVID-19 erkrankte Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig halten sie die medizinische Versorgung für Akuterkrankungen, medizinische Notfälle und dringend nötige Behandlungen aufrecht.

„Um diesen Spagat in der Versorgung bewältigen zu können, ist eine Entlastung der Akutspitäler und damit für die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Das Land Oberösterreich hat daher nach einer ähnlichen Maßnahme im vergangenen Spätherbst erneut beschlossen, vorerst zwei medizinische Versorgungseinheiten (MVE) in Betrieb zu nehmen. Ein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern für ihren tagtäglichen Einsatz im Kampf gegen diese Krankheit“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.

Aktuelle Lage in den oö. Spitälern: Normal- und Intensivbettenbelegung

Zum aktuellen Zeitpunkt befinden sich 656 Patientinnen und Patienten in stationärer Behandlung, davon sind 430 ungeimpft. Auf den Normalstationen werden 522 sowie auf den Intensivstationen 134 Patientinnen und Patienten behandelt.

Angesichts der 430 ungeimpften Personen auf den Stationen der Krankenhäuser am heutigen Tag, appellieren LH Stelzer und LH-Stv. Haberlander erneut eindringlich: „Bitte hören Sie auf die Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und Forschung beziehungsweise auf ihre Vertrauensärztin und ihren Vertrauensarzt. Die Schutzimpfung ist das wirksamste Mittel vor schweren oder tödlichen Verläufen und kann unsere Spitalskapazitäten entlasten, was dringend notwendig ist. Gemeinsamen können wir den Kampf bereits vor den Toren der Spitäler gewinnen, indem wir uns impfen lassen sowie die aktuellen Maßnahmen einhalten.“ Denn auch wenn die Infektionszahlen in Oberösterreich aktuell zurückgehen, bleibt die Lage in den Spitälern vorerst angespannt.

Enns und Sierning stellen wieder MVE-Betten zur Verfügung

Am Montag 29. November, hat die Rehaklinik Enns mit 30 Betten ihren Betrieb als MVE der Versorgungsstufe I aufgenommen. Morgen Mittwoch, 1. Dezember, wird das Krankenhaus der Kreuzschwestern Sierning in einem ersten Schritt mit 38 Betten und ab 6. Dezember mit weiteren 15 Betten ebenfalls als MVE der Stufe I zur Verfügung stehen. Für eine nochmalige Ausweitung – sollte das notwendig sein – werden bereits Gespräche geführt.

Die Rehaklinik Enns der VAMED ist bereits seit vielen Jahren auf die Rehabilitation von neurologischen und pneumologischen Patientinnen und Patienten spezialisiert.

Das Krankenhaus der Kreuzschwestern Sierning ist eine allgemeine öffentliche Sonderkrankenanstalt, die unter Trägerschaft des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz steht

„Seit bereits eineinhalb Jahren und speziell auch wieder in diesen Tagen und Wochen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den oö. Spitälern unter enormer Belastung. Mit den medizinischen Versorgungseinheiten soll eine etwaige künftige Überlastung der Spitäler abgewendet und eine spürbare Entlastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreicht werden. Wir bedanken uns auch beim Krankenhaus der Kreuzschwestern in Sierning und bei der VAMED als Betreiberin der Rehaklinik in Enns sehr herzlich für die Unterstützung und Solidarität in dieser sehr herausfordernden Phase. Dem Team der OÖG vielen Dank für das erneute zentrale Bettenmanagement für die MVE“, so LH Stelzer und LH-Stv. Haberlander.

 

MVE-Konzept bereits erprobt

Um die Versorgung von an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten sicherzustellen, wurde in Oberösterreich eine Versorgungspyramide entwickelt, die die Akutversorgung im Spital und in Medizinischen Versorgungseinheiten in zwei Versorgungsstufen vorsieht:

Das Konzept der Medizinischen Versorgungseinheiten ist bereits erprobt, da es fast genau vor einem Jahr ebenfalls zum Einsatz kam. Diesem Konzept folgend, werden beatmungspflichtige, intensivpflichtige und schwer kranke Patientinnen und Patienten wie bisher in den Akutspitälern versorgt.

„Die Aufgabe von Medizinischen Versorgungseinrichtungen der Stufe I (MVE I) ist es, leicht bis mittelschwer an COVID-19 erkrankte Patientinnen und Patienten stationär zu betreuen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände und ihres Gesundheitszustandes nicht mehr bzw. noch nicht in der Lage sind, in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu sein, aber auch keine medizinische Versorgung in einem Akutspital benötigen. In den MVE besteht die Möglichkeit zur Versorgung mit Sauerstoff sowie zur Durchführung pflegerischer Maßnahmen und medizinischer Basismaßnahmen“, sagt Dr. Harald Schöffl, Mitglied der Geschäftsführung der OÖ. Gesundheitsholding.

Zentrales Bettenmanagement für Zuteilung in die MVE zuständig

Eine zentrale Steuerung und Koordination hat sich bei den MVE ebenso wie beim Management der Intensivbetten für gesamt Oberösterreich bewährt. Die trägerübergreifende Bettenkoordination bzw. Zuteilung zu den MVE wird wieder seitens der Medizinischen Direktion der Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH koordiniert. Es wurden bereits im Vorjahr klare Kriterien für eine Aufnahme/Übernahme in eine MVE der Stufe 1 erstellt, die auch jetzt wieder ihre Gültigkeit haben. Alle OÖ Spitäler können sich mittels eines Antrages für die Aufnahme/Übernahme in eine MVE der Stufe 1 direkt an die Koordinationsstelle in der OÖG wenden. Sämtliche Prozesse für die Zuweisung, die Aufnahme, die Entlassung aber auch für den Rücktransfer in ein Akutspital bei Verschlechterung sind etabliert. Medizinische, pflegerische, technische Voraussetzungen und Adaptierungen sowie rechtliche Aspekte zur Etablierung einer MVE der Stufe 1 bestehen seit letztem Jahr.

Mehrwert in der Patientinnen- und Patienten-Versorgung im Reha-Zentrum Enns

Mit dem nun wieder in die COVID-19-Versorgung integrierten Reha-Zentrum in Enns ist die OÖG seit Langem eng verbunden. Die OÖG hält eine Beteiligung von 33 Prozent an der Rehaklinik Enns.

„Wir haben die Beteiligung an Rehakliniken immer als die Erweiterung der Versorgungskette in unserem Gesundheitskonzern betrachtet. Gerade jetzt in der COVID-19-Pandemie zeigt sich der Mehrwert für unsere Patientinnen und Patienten sehr deutlich. Eine der wichtigsten Aufgaben der OÖ Gesundheitsholding wird es wieder sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MVE bestmöglich in der Erfüllung dieser Aufgabe zu unterstützen. Eine Versorgung mit der entsprechenden Schutzausrüstung wird ebenso durch die OÖG sichergestellt“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der OÖG, Mag. Dr. Franz Harnoncourt.

Quelle/Grafik: Oö. Landeskorrespondenz

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