Forschungsprojekt des Innenministeriums untersucht Rolle der Polizei in der NS-Zeit

Forschungsprojekt des Innenministeriums untersucht Rolle der Polizei in der NS-Zeit

Die Untersuchungen des Projekts "Die Polizei in Österreich: Brüche und Kontinuitäten vom 'Anschluss' bis in die Zweite Republik" sollen den Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Polizei und Gendarmerie in den frühen Jahren der Zweiten Republik analysieren

Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus muss auch in Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen forciert werden. Eine besondere Rolle kommt hier dem Innenministerium sowie allen Polizistinnen und Polizisten als Verantwortliche für die innere Sicherheit zu. Dennoch gibt es bis dato nur wenige wissenschaftliche Arbeiten, die die Rolle der österreichischen Polizei in den Jahren 1938 bis 1945 beleuchten. Innenminister Karl Nehammer hat daher ein Forschungsprojekt beauftragt, um dieses Kapitel der österreichischen Polizeigeschichte umfassend und transparent aufzuarbeiten.

"Die Polizei ist der Garant für unser demokratisches Zusammenleben. Sie sichert unseren Rechtsstaat und somit die Einhaltung der Grund- und Freiheitsrechte in unserem Land", sagte Innenminister Nehammer. "Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus ist daher nicht nur ein essenzieller Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern auch die Grundlage für eine moderne Polizei. Der Umgang mit dem Nationalsozialismus in den frühen Jahren der Zweiten Republik soll ein entscheidender Teil dieser Untersuchung sein."

Biografien von Tätern und Opfern erforschen

Im Projekt sollen, unter anderem in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, die Biografien von Tätern und Opfern bei der Exekutive erforscht werden. So können Brüche und Kontinuitäten dieser Zeit, vom Anschluss bis hin zur Zweiten Republik nachvollziehbar aufgearbeitet werden. Die Ergebnisse sollen in die Grundaus- und Fortbildungsprogramme des Innenministeriums einfließen. Außerdem sind wissenschaftliche Publikationen und Symposien sowie eine Ausstellung geplant.

Aktuell besteht das Projekt aus einem internen Team: Projektleiter Mag. Gerald Hesztera, stellvertretende Projektleiterin Mag. Eva-Marina Strauß und das Projektkernteam bestehend aus Mag. Ulrike Landmann, Oberstleutnant Helmut Marban, Mag. Dr. Mario Muigg, Mag. Dr. Joachim Steinlechner. Dieses Kernteam wird in weiterer Folge um externe wissenschaftliche Expertinnen und Experten erweitert.

Interessierte Kolleginnen und Kollegen können sich gerne unter polizeigeschichte@bmi.gv.at an das Projektteam wenden. Der Abschluss des Projekts ist für Ende 2023 geplant.

Quelle: BMI  //  Fotocredit: ©  BMI/Gerd Pachauer

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