Montag 22. Juli 2019
Suche

Frühlingsgefühle oder Liebe in Not?

Wenn man den Partner nicht mehr durch die rosarote Brille sieht können die Gefühle schnell abflauen. 

Hat man seinen Partner fürs Leben gefunden ist es manchmal gar nicht so einfach alltägliche Konflikte zu lösen. Wichtig dabei ist eine gute Streitkultur weiß Gottfried Huemer, Paarcoach und Leiter des Institut Huemer in Laakirchen. Dabei sind einige Aspekte zu beachten. Wenn ein Konflikt zu eskalieren droht oder schon eskaliert ist, bleibt als oberstes Gebot der Verzicht auf eine körperliche Schädigung oder Bedrohung des Gegners. Einseitige Schuldzuweisungen behindern massiv die konstruktive Auseinandersetzung mit Konflikten. Wird der Konflikt als gemeinsames Problem erkannt, eröffnen sich neue Sichtweisen. Ohne Kontakt zur anderen Konfliktpartei sind die Wege für eine Entschärfung des explosiven Konfliktpotentials verbaut. Gespräche können eine erste Definition des Konfliktgegenstandes ermöglichen und es besteht die Chance, dass sich die Gefahren von Missverständnissen verringern. Wichtig ist auch die Dialogfähigkeit, über den Dialog lernen die Kontrahenten, sich als Konfliktpartner zu begreifen. Dann wächst die Bereitschaft, eine gemeinsame Lösung zu suchen. Wenn kein Dialog zustande kommt hilft es häufig eine neutrale „dritte Person“ um Vermittlung zu bitten. Im idealen Fall wird eine Lösung gefunden, mit der die Interessen beider Seiten mindestens teilweise befriedigt sind und somit einer Versöhnung nichts mehr im Wege steht.

Beziehungsfalle 
Sehr oft befinden sich Paare im Bezug ihrer Gefühle in einer Beziehungsfalle. Dies deshalb, weil sie den anderen dafür verantwortlich machen, wenn es ihnen nicht gut geht. Natürlich lehnen sie den Partner dann ab, sind in Unfrieden und bleiben dadurch (auch nach einer Trennung) mit ihm in selbstschädigender Weise verbunden. Sie wissen nicht, dass dies genau der verkehrte Weg zu einem freien und selbstbestimmten Leben ist. Der Partner ist NICHT für das eigene Befinden verantwortlich und nur wer sich selber mag, der kann auch den Partner mögen.

Auf der Suche
Viele Menschen die auf Partnersuche sind, merken nicht, dass im Hintergrund die Hoffnung mitschwingt, von dem Partner etwas zu bekommen, was einem selber fehlt, meist ist es ein mangelnder Selbstwert. Dies ist der Grund, dass sehr häufig charakterlich vollkommen verschiedene Menschen zueinander finden. Wenn das Umfeld auch oft irritiert reagiert, haben beide trotzdem das angenehme Gefühl von vollkommener Harmonie und Einheit. Erst nach Jahren kommt in der Regel – meist bei einem Teil – das unbewusste Gefühl auf, dass irgendetwas fehlt oder sich eine unbestimmte Unzufriedenheit breitmacht. Man versucht dann den Partner dafür verantwortlich zu machen und fühlt sich unverstanden und abgewertet. Man schiebt ihm die Schuld zu, dass es einem nicht so gut geht, so wie es angenehm wäre. Häufig ist das auch die Zeit, wo man den Anderen zu verändern versucht und alle Fehler nur bei ihm sieht. Erst, wenn beide es schaffen, Wege zum eigenen Selbstwert zu finden und die Liebe zu sich selber zu stärken, kann der Weg zu einem neuen Miteinander geebnet werden. Wenn sich Paare auf dieser Ebene finden, dann können sie sich frei und „erwachsen“ neu begegnen. Sie machen dann den Partner nicht mehr dafür verantwortlich, wenn ihnen etwas fehlt, sondern versuchen diesen Mangel, dann bei sich selber aufzulösen.

Die goldenen Regeln für eine gelungene Paarbeziehung von Gottfried Huemer:

1. Wertschätzung: Ich wertschätze mich und dadurch auch dich
2. Nähe: Ich bin dir gerne Nahe und spüre, dass du das genießen kannst
3. Freiheit, Distanz: Wir geben uns die Freiheit, die wir brauchen
4. Paarrituale: Regelmäßige gemeinsame Interessen beleben unsere Beziehung
5. Sicherheit: Wir geben uns Sicherheit und vertrauen einander
6. Verständnis: Ich kann nicht alles verstehen was du machst, aber ich kann verstehen, dass es Gründe für dein Verhalten gibt 
7. Berührung: Unsere Berührungen und Umarmungen tun uns gut
8. Intimität: Wir geben uns Halt und Wärme
9. Sexualität: Ich gebe dir einen sicheren Rahmen und genug Zeit
10. Spiritualität: Ich lasse dir deinen Sinn des Lebens und lebe meinen

Quelle, Bild: www.instituthuemer.at, Gottfried Huemer