Gefährliche Seilschaften? Der TÜV AUSTRIA Brandschutztagung für Seilbahnen und Schlepplifte

Gefährliche Seilschaften? Der TÜV AUSTRIA Brandschutztagung für Seilbahnen und Schlepplifte

Wenn die Seilbahnanlage brennt, müssen Betriebsleiter rasch handeln. Die Referenten am Expertentag erklärten, wie lange die Seile halten und wie man Notfälle vorab vermeidet. Im Bild v.li.n.re.: DI Heinz Miller, Sandra Rottenbücher, Martin Schmutzer, Melanie Löschl, SV Ing. Martin Swoboda, Matthias Madersbacher, Alfred Wallenta, Erwin Gütl, Leo Ballek, Michael Emberger

Wann wird es zu heiß?

DI Heinz Miller von TÜV AUSTRIA Millner eröffnete die Vortragsreihe auf der TÜV AUSTRIA Brandschutztagung mit einem spannenden Einblick in das Verhalten eines Seiles unter Hitzeeinwirkung. Das Seil bricht bei ca. 480 bis 650 Grad Celsius, abhängig von der Örtlichkeit: Es hält länger in der Talstation. 10 Minuten dauert es, bis sich das Metall so sehr erhitzt, dass eine kritische Temperatur erreicht wird. Das ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht, weil jeder Anlassfall anders ist. Ein Anlassfall wurde jedoch nachgestellt: Der Brand einer Gondel und die Auswirkungen auf das Seil. Hier wurde festgestellt, dass wahrscheinlich die Hitze auf die Umgebung abstrahlt und so der Bruch des Seiles vermieden wird. DI Miller riet, das Förderseil bei einem Brand nach Möglichkeit in Bewegung zu halten, um einen Bruch zu verhindern. Bei Seilenden mit Vergusskopf liegt die Versagensgrenze übrigens bei wenig über 100 Grad.

Chaos abwenden

Wichtig ist, dass verantwortliche Betriebsleiter raschestmöglich die geeigneten Maßnahmen setzen, um eine Krise zu vermeiden: Sie verständigen die Einsatzkräfte, koordinieren das Notfall-Team, die Gästebetreuung, die Medienarbeit. Im Notfall werden Betriebsleiter zu Einsatzleitern – mit einem Handbuch sollen sie die Situation besser abarbeiten können. Alfred Wallenta von TÜV AUSTRIA referierte über den Notfallprozess und erläuterte, wie man mit Struktur und Dokumentation für Vorfälle gerüstet ist. Denn: Wer einen Notfallplan hat, kann Unfälle, Chaos und Krisen vermeiden.

Der 3. Expertentag für Seilbahnen und Schlepplifte fand diesmal am 01.10.2020 in Salzburg statt. Die Referenten sprachen über den technischen, baulichen und organisatorischen Brandschutz, die neuesten Normen zum Thema und viele Praxisbeispiele ergänzten das Programm.

Quelle: Martin Schmutzer, Programmverantwortlicher Arbeitssicherheit & Brandschutz, TÜV AUSTRIA Akademie / ots  //  Fotocredit: Daniel Mikkelsen / TÜV AUSTRIA Akademie

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