Gesundheitsministerium bringt Corona-Ampel, Screening-Tests ab Montag und verstärkte Kontrollen der Exekutive ab sofort

Gesundheitsministerium bringt Corona-Ampel, Screening-Tests ab Montag und verstärkte Kontrollen der Exekutive ab sofort

ANSCHOBER : Weiterhin relativ starke Steigerungen der Neuinfektionen in Wien und Oberösterreich, aber stabile Situation in den Spitälern

Seit gestern ist die Zahl der Neuinfektionen in Österreich neuerlich gestiegen - diesmal um 115 Personen. Hauptbetroffen Wien (53) und Oberösterreich (35). Gleichzeitig sind 49 Personen neu genesen. Damit steigt die Zahl der aktiv Erkrankten in Österreich auf 853. Die Zahl der Erkrankten in Spitalsbehandlung ist neuerlich gesunken - auf mittlerweile nur mehr 68. Lediglich acht Erkrankte befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung.

Anschober: „Die Behörden in Wien und Oberösterreich unternehmen aktuell alles, um die Erkrankungszahlen einzugrenzen. Dies ist eine entscheidende Phase. Denn es war in dieser Phase 3, nach zehn Öffnungsschritten, zu erwarten, dass es in einzelnen Regionen auch immer wieder zu regionalen Ausbrüchen kommen kann. Diese müssen aber jeweils sehr schnell eingegrenzt werden, damit weitere Ausbreitungen aus diesen Clustern konsequent verhindert werden können.“

Nach der sehr gut bewältigten Phase 1 (Absenkung der enormen Tageszuwächse von bis zu 50 Prozent im März - aktuell liegen wir heute bei 0,6% Steigerung) und der Phase 2 (zehn Öffnungsschritte seit 14.April) und der nun schwierigen Phase 3 (Stabilisierung nach den Öffnungen) laufen aktuell die Vorbereitungen auf die große Herausforderung der Phase 4 - dem Risiko einer zweiten Welle im Herbst (erhöhtes Risiko durch vermehrten Aufenthalt in geschlossenen Räumen).

Anschober: “Wir können diese zweite Welle verhindern, wenn wir als Bundesregierung sofort eingreifen, sobald es zu deutlichen bundesweiten Steigerungen kommt, wenn wir professionell und schnell beim Kontaktpersonenmanagement vorgehen und wenn die Bevölkerung wieder stärker die Basismaßnahmen von Hygienemaßnahmen über die Einhaltung des Mindestabstandes bis hin zum Mund-Nasen-Schutz in allen verpflichtenden Bereichen (Öffis, Apotheken, Dienstleistung etc.) und generell freiwillig, wo sinnvoll (z.B. größere Menschenansammlungen) verwirklicht. Wir haben in den vergangenen Wochen bei einem Teil der Bevölkerung ein sinkendes Risikobewusstsein beobachtet. Ich hoffe sehr, dass die aktuellen regionalen Ausbrüche auch ein genereller Weckruf für diesen Teil der Bevölkerung sind. Wir müssen wachsam, vorsichtig und verantwortungsvoll bleiben, denn das Virus ist weiterhin unter uns, es kann bei Sorglosigkeit jederzeit wieder ausbrechen und es ist weiterhin gefährlich.“

Unterstützend verstärkt die Exekutive ab sofort wieder die Kontrolltätigkeit zur Einhaltung der Corona-Regeln. Und ab Montag werden die umfassenden freiwilligen Screening-Tests in möglichen Risikobereichen gestartet.

Speziell als Vorbereitung für die große Herausforderung im Herbst bereitet das Gesundheitsministerium neben dem flächendeckenden Ausrollen von Screening-Tests in möglichen Risikobereichen die Verstärkung des Kontaktpersonenmanagements sowie die Einführung einer Corona-Ampel bis September vor.

Anschober: „Diese soll der Bevölkerung auf den ersten Blick - ähnlich der Lawinenwarnungen - vermitteln, wie hoch das Corona-Risiko auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesländern jeweils aktuell ist. Ein einfaches vierstufiges Schema von Rot über Orange und Gelb bis Grün soll auf wissenschaftlicher Basis und wissenschaftlicher Kriterien automatisiert die aktuelle Corona-Lage sichtbar machen und auch definieren, wann Zusatzmaßnahmen erforderlich sind, und wann Maßnahmen gelockert werden können. Derzeit prüfen Fachexperten verschiedene Umsetzungsvarianten.“

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Margit Draxl Pressesprecherin / ots  //  Fotocredit: © Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen

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