Heinisch-Hosek zu Karmasin: Es braucht einen guten Mix zwischen Sach- und Geldleistungen

Heinisch-Hosek zu Karmasin: Es braucht einen guten Mix zwischen Sach- und Geldleistungen

Von Sachleistungen profitieren alle Familien, von steuerlichen Freibeträgen nur Gutverdienende.

Wien (OTS) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hält die Ankündigung von Familienministerin Sophie Karmasin, Geld- und Sachleistungen gleichermaßen aufzuteilen, für begrüßenswert. Derzeit fließen 80% der Familienleistungen in Geldleistungen, 20% in Sachleistungen. Die WIFO-Studie bestätigt, dass die hohen Investitionen in Geldleistungen nicht den gewünschten Effekt, nämlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, gebracht hat.

Deshalb sei der eingeschlagene Weg der Bundesregierung, auf der einen Seite die Familienbeihilfe zu erhöhen und auf der anderen Seite eine dreiviertel Milliarde Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung und ganztägigen Schulformen zu investieren, der richtige und müsse weiterverfolgt werden, betont Heinisch-Hosek.

Familien durch zusätzliche Steuererleichterungen wie Freibeträge zu entlasten, wie von Familienministerin Karmasin im Ö1-Morgenjournal angesprochen, würde das Ungleichgewicht zwischen Geld- und Sachleistungen wiederum nur verstärken. Außerdem würde dadurch das Betreuungsproblem vieler Familien nicht gelöst werden, denn "Keine Mutter von drei Kindern kann auch nur eine Stunde mehr arbeiten gehen, egal wieviel netto ihr vom brutto bleibt, solange entsprechende Betreuungseinrichtungen fehlen", so Heinisch-Hosek.

Schon jetzt habe Österreich einen "Dschungel an steuerlichen Begünstigungen, von denen zwei Drittel gar nicht abgeholt werden", so die Ministerin. "Mehr als eine halbe Million Kinder haben nichts von den Absetzbeträgen. Die allermeisten Vorteile können nur die nützen, die sehr viel verdienen." Deshalb müsse auch weiterhin in die Infrastruktur investiert werden, denn davon profitieren alle Familien, unabhängig vom Familieneinkommen. Zusätzlich brauche es weitere Instrumente, wie den Papamonat, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familien zu verbessern. "Der Papa-Monat macht Lust auf mehr, also auf die Väterkarenz", betont Heinisch-Hosek. Der im Regierungsprogramm vorgesehene Ausbau des kostenfreien Kindergartens solle ebenfalls rasch umgesetzt werden.

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