Hochkarätig besetztes Neuroscience-Meeting in Salzburg

Hochkarätig besetztes Neuroscience-Meeting in Salzburg

Beim Meeting der Austrian Neuroscience Association (ANA): Simone Weiß (ITG), Francesco Ferraguti (ANA-Präsident), Andrea Klambauer (Landesrätin), die Organisatoren Isabella Sarto-Jackson und Sébastien Couillard-Després (beide ANA)

Im Rahmen der 17. Tagung der Austrian Neuroscience Association (ANA) diskutieren gerade mehr als 200 hochkarätige Wissenschaftler*innen und Mediziner*innen drei Tage lang (28. bis 30. September) im Unipark Nonntal Spitzenleistungen aus ihren Forschungsfeldern. Es gilt ein strenges Covid-19-Gesundheitskonzept. Am Programm: Hochaktuelle Schlüssel-Vorträge, spannende Minisymposien, Posterausstellungen und technische Workshops. Erstmals öffnet der Kongress seine Tore nicht nur für die Experten: Haben Sie sich jemals gefragt, welche geheimnisvollen Mechanismen die Funktionen Ihres Gehirns steuern? Antworten gibt es beim Vortrag „Gedächtnis, Gehirnschwingung und Bewusstsein“, gehalten von Wolfgang Klimesch, der öffentlich zugänglich ist. Motto: Wissenschaft für jedefrau und jedermann!

ANA-Präsident Francesco Ferraguti eröffnete den Kongress, der vom Land Salzburg und dem Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH (ITG) unterstützt wird. Landesrätin Andrea Klambauer und Simone Weiß (ITG), die auch persönlich ein paar Grußworte an die Teilnehmer*innen richteten, wollen mit dieser Unterstützung Salzburg als Innovations- und Wissenschaftsstandort weiterhin gut positionieren. „Es freut mich so viele hochkarätige Forscher*innen in Salzburg begrüßen zu dürfen. Die Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre haben gezeigt, dass der persönliche Austausch weiterhin ein wichtiger Faktor im wissenschaftlichen Betrieb ist“, so Landesrätin Klambauer. Salzburg sei mit drei Schlagwörtern zu beschreiben: „Small, beautiful and powerful“, so ITG-Leiterin Weiß.

Weiters betonten die Rektoren Wolfgang Sperl (Paracelsus Medizinische Privatuniversität) und Hendrik Lehnert (Universität Salzburg) die Bedeutung der Neurowissenschaften in der Forschungslandschaft Salzburg.

Das Themenspektrum bei dem Meeting der Neurowissenschaftler*innen ist breit. Hier ein Querschnitt:

Alterung des Gehirns beeinflussen? Luca Bonfanti von der Universität Turin wird zum Thema „Die Suche nach jungen Neuronen im Gehirn erwachsener Säugetiere“ referieren. Er ist Pionier auf dem Gebiet der Gehirnplastizität. Derzeit untersucht er gemeinsam mit Sébastien Couillard-Després die Bedeutung dieser jungen Neuronen, insbesondere im Gehirnalterungsprozess und bei neurologischen Erkrankungen. Couillard-Després ist Vorstand des Instituts für Experimentelle Neuroregeneration an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und als Vorstandsmitglied der ANA mit Isabella Sarto-Jackson Organisator des Meetings. Bei ihm liefen schon im Vorfeld alle Fäden zusammen. „Die Entdeckung der stammzellbasierten adulten Neurogenese vor 30 Jahren hat gezeigt, dass neue Neuronen im eher statischen Gehirn entstehen können“, informiert er. Nun wurden ungeahnte Neuronen entdeckt, die eine Art „eiserne Reserve“ an Zellen bilden, die später nachreifen und sich in neuronalen Schaltkreisen integrieren können. Die brennende Frage: Können wir damit die Alterungsprozesse beeinflussen? Diese jungen Neuronen sind ein völlig neues Forschungsfeld.

Von Schlafmechanismen bis Regeneration im Gehirn. Manuel Schabus von der Universität Salzburg und seine Forschungsgruppe „Schlaf, Kognition und Bewusstsein“ forschen an der Diagnose und Behandlung von psychischen Störungen und Schlaflosigkeit. Bei einem interdisziplinären Symposium mit dem Titel „Bewusstsein erklären: Die Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Neurowissenschaften und Philosophie“ wird dieses Forschungsfeld weiter vertieft. Darüber hinaus erläutert Ludwig Aigner, Vizerektor an der PMU, zelluläre und molekulare Regenerationsprozesse sowie neue pharmakologische Anwendungen bei Demenz, Parkinson oder Querschnittsverletzungen.

High-Tech bis Elementarpädagogik. Es gibt auch einen Erfahrungsaustausch über neue High-Tech-Lösungen im Labor. Hochauflösende optische Mikroskopie wird zur skalenübergreifenden Analyse von Nervengewebe eingesetzt. Ein Team aus Physiker*innen, Biolog*innen und Neurowissenschaft*erinnen entwickelt fortschrittliche Lichtmikroskopie und erarbeitet neuartige bildgebende Ansätze.

Wissenschaftliche Ideen sind in allen Bereichen Samen für Innovationen: Neben einem Symposium zu Epilepsie (geleitet vom Salzburger Neurologie-Vorstand Eugen Trinka) widmet sich ein Satellitensymposium Schnittstellen zur Elementarpädagogik – hochkarätig besetzt mit Manfred Spitzer von der Universität Ulm oder Sigismund Huck von der Universität Wien.

Quelle: MAG. SABINE SALZMANN-SCHÄTZER Unternehmenskommunikation & Fundraising Paracelsus Medizinische Privatuniversität / ots  //  Fotocredit: PMU/Wildbild

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