Kärnten ist Innovationslabor für Mobilität der Zukunft

Kärnten ist Innovationslabor für Mobilität der Zukunft

Projektleiter Walter Prutej, Albert Kreiner (Abt.-Leiter Kärntner Landesregierung), EU-Kommissar Johannes Hahn und Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig (v.l.) beim Projektstart in Pörtschach

Werden wir in Zukunft schneller, nachhaltiger und intelligenter reisen? Werden Roboter unsere Fahrzeuge steuern? Und wie können wir die Mobilität besser vernetzen und klimafreundlicher machen? Am EU-weit und global größten Mobilitätsprojekt suchen 69 namhafte Partner aus 13 EU-Ländern, und weitere aus 11 Ländern weltweit, Antworten auf die Mobilität der Zukunft. Mit dem Forschungsprojekt SURAAA ist Kärnten innovativer Projektpartner und bis Ende 2023 Pilotregion für die EU im Bereich autonomes Fahren.

Autonome Mobilitätslösungen durch Digitalisierung gehören neben neuen Antriebsformen zu den wichtigsten Zukunftsfeldern im Verkehr. Bereits seit 2017 ist in Kärnten ein Forschungsprojekt mit einem autonom fahrenden Busshuttle unterwegs. Nun wird dieses Projekt Teil des europaweit führenden Mobilitätsprojekts im Rahmen von Horizon 2020: Über 69 Projektpartner aus 13 EU-Ländern forschen gemeinsam an der Mobilität der Zukunft. Heute wurden EU-Kommissar Johannes Hahn und dem Kärntner Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig die aktuellen Entwicklungen rund um das autonome Fahren in Pörtschach am Wörthersee präsentiert. Auch der für Mobilität zuständige Abteilungsleiter im Amt der Kärntner Landesregierung, Albert Kreiner, hat sich davon vor Ort bei Projektleiter Walter Prutej überzeugt.

„Die Mobilität steht derzeit vor einem großen Umbruch, der auch ein Aufbruch ist. In Kärnten wird mit angewandten Forschungsprojekten, wie dem Ausbau des Echtbetriebes eines autonomen Shuttles oder dem Einsatz von grünem Wasserstoff im ÖPNV, eine Vorzeigeregion für innovative Verkehrslösungen geschaffen. Dadurch wird die Innovationskraft Kärntens sichtbar“, so Landesrat Schuschnig. Das Forschungsprojekt „Smart Urban Region Austria Alps Adriatic“ (kurz SURAAA) ist ein Vorreiterprojekt im Bereich autonomes Fahren, das europaweit Anerkennung erfährt. Kärnten leistet damit einen maßgeblichen Anteil an den vielschichtigen Entwicklungen rund um die automatisierte (fahrerlose) Mobilität. Ein selbstfahrendes Busshuttle, der „Stadtbus der Zukunft“, ist dabei erstmals in Österreich im täglichen Echtbetrieb und nach Fahrplan 2018 in Kärnten eingeführt worden! Sehr begeistert vom autonomen Fahren zeigte sich nach der Projektvorstellung und dem Praxistest EU-Kommissar Johannes Hahn.

Seit 2021 nimmt Kärnten am EU „Horizon 2020 Research and Innovation Programme“ im Rahmen des Projektes „SHared automation Operating models for Worldwide adoption“ (kurz SHOW – für „vorzeigen, demonstrieren“) teil. SHOW ist die größte und ganzheitlichste Initiative zur Erprobung automatisierter Fahrzeuge in städtischer und angrenzender Umgebung in Europa und weltweit. Ziel von SHOW, Laufzeit bis Jänner 2024, ist es den Einsatz vernetzter, elektrischer, ‘shared Mobility’ und Automatisierungslösungen zu unterstützen, um nachhaltige, städtische Mobilität voranzutreiben. Im Zuge des Projektes werden reale Demonstrationen in 20 unterschiedlichen Städten über ganz Europa stattfinden. An SHOW sind 69 Projektpartner aus 13 EU-Ländern beteiligt und SURAAA in Kärnten ist eine der Pilotregionen für das automatisierte Fahren. Hierbei werden automatisierte Fahrzeuge in die Bereiche DRT (demand responsive transport), MaaS (Mobility as a Service) und LaaS (Logistics as a Service) integriert und es werden auch verschiedene Netz-, Versorgungs-, Infrastruktur- und Kommunikationsszenarien angewendet. Kärnten leistet dabei einen wesentlichen Beitrag, um dieses Ziel zu erreichen.

Mit dem Forschungsprojekt SURAAA ist Kärnten ab sofort Pilotregion für die EU für das automatisierte Fahren. SURAAA wird dabei beginnend mit September 2021 bis Ende 2023 autonome Shuttles im Wörtherseeraum im Einsatz haben und rund 30 Use Cases rund um die Mobilität der Zukunft für die EU bearbeiten. Über diese internationale Anerkennung freut sich SURAAA-Projektleiter Walter Prutej: „Teil des europaweit führenden Mobilitätsprojekts zu sein, ist für uns eine besondere Anerkennung für das bisher Geleistete“.

Zahlen, Daten, Fakten zum EU-Projekt:

  • Konsortium: 69 Partner aus 13 EU-Ländern
  • Global: 11 Partner, u.a. aus USA, Südkorea, Australien, China, Japan oder Singapur
  • Laufzeit: Jänner 2024
  • Ziele gesamt: Transport von 1,5 Millionen Passagieren und 350.000 Gütern
  • Real-life Demos: u.a. in Deutschland, Spanien, Schweden, Frankreich, Österreich
  • Projektkoordinator: UITP (International Association of Public Transport)
  • Technikkoordinator: CERTH/HIT (Hellenic Institute of Transport)
  • Programm: EU Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramm Nr. 875530

Begleitet und unterstützt wird das Projekt SURAAA sowohl vom Land Kärnten (Abteilung 7 - Wirtschaft, Tourismus und Mobilität), als auch von der Fachhochschule Kärnten. Das Ziel ist klar definiert: „Kärnten europaweit als innovative Vorzeigeregion zu positionieren und somit die Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu stärken“, erklärt Albert Kreiner vom Land Kärnten. SURAAA arbeitet dabei an der Alltagstauglichkeit des autonomen Shuttles und damit an völlig neuen Mobilitäts-Serviceleistungen. Auch werden u.a. innovative Angebote und Lösungen für die erste bzw. letzte Meile entwickelt. In der Praxis ist seit September 2021 wieder ein elektrischer Kleinbus vollkommen automatisiert (fahrerlos) werktags im Ortszentrum von Pörtschach am Wörthersee unterwegs und transportiert mit hoher Akzeptanz und nach Fahrplan kostenlos Gäste und Einheimische.

Quelle: SURAAA Walter Prutej / ots  //  Fotocredit. SURAA/Nicolas Zangerle

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