Kaup-Hasler: Wien steht zu seinen Kulturschaffenden

Seit mehr als einer Woche befinden wir uns in einer Ausnahmesituation, wie wir sie noch nie erlebt haben. Im Vordergrund steht jetzt die Grundversorgung und medizinische Versorgung der Bevölkerung. Diese Krise, deren Entwicklung und Auswirkungen wir noch gar nicht zur Gänze abschätzen können, betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche, selbstverständlich auch Kunst, Kultur und Wissenschaft

Seit mehr als einer Woche befinden wir uns in einer Ausnahmesituation, wie wir sie noch nie erlebt haben. Im Vordergrund steht jetzt die Grundversorgung und medizinische Versorgung der Bevölkerung. Diese Krise, deren Entwicklung und Auswirkungen wir noch gar nicht zur Gänze abschätzen können, betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche, selbstverständlich auch Kunst, Kultur und Wissenschaft.

„Die Stadt steht hinter ihren Künstlerinnen und Künstlern. Sie können uns vertrauen und sicher sein, dass wir uns um sie kümmern. So wie sich jetzt viele von ihnen für uns einsetzen: Ich danke allen Künstlerinnen und Künstlern, die in dieser schwierigen Zeit ihre Kreativität vielseitig virtuell ausleben und damit die Wienerinnen und Wiener in der Zeit zu Hause unterstützen“, verweist Bürgermeister Michael Ludwig auf die zahlreichen Online-Aktivitäten von Kulturschaffenden und schließt: „Solidarität, Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit sind mehr gefragt denn je und helfen uns, diese Krise zu überstehen“.

„Künstlerinnen und Künstler sind – wie andere Gesellschaftsgruppen auch – massiv von der Krise betroffen. Durch die Absage von Veranstaltungen befinden sich viele von ihnen in einer prekären Situation. Die Stadt, die als Kulturmetropole so wesentlich von seinen Kunstschaffenden getragen wird, verliert diese in Wissenschaft und Kunst arbeitenden Menschen nicht aus dem Blick. Wir unternehmen derzeit alle Anstrengungen, um uns ein Bild über die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Feld zu machen. Mit allen uns momentan zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen wir, den Förderbetrieb auf gewohntem Niveau aufrecht zu erhalten und damit Sicherheit in Zeiten der Ungewissheit zu schaffen. Wir hoffen, dass wir so gemeinsam die Krise bewältigen“, unterstreicht auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Maßnahmen von Stadt Wien Kultur

1. Vorgezogene Ratenzahlungen seitens der Stadt werden ermöglicht

Zahlreiche Kulturbetriebe in Wien erhalten eine Jahresförderung, etwa das Theater in der Josefstadt oder Theater an der Wien, Tanzquartier oder das ZOOM Kindermuseum. Diese Jahresförderungen bleiben selbstverständlich auch bei reduziertem oder stillgelegtem Betrieb aufrecht. Damit wird den geförderten Institutionen und Vereinen ermöglicht, bereits getroffene Vereinbarungen mit KünstlerInnen einzuhalten und Gagen auszuzahlen.

Die meisten Betriebe sind jedoch nicht nur von der öffentlichen Hand abhängig, sondern auch von Eigenmitteln, die aus Ticketverkäufen generiert werden. Um eine drohende Illiquidität zu verhindern, können Raten seitens der Stadt für bereits genehmigte Förderungen vorgezogen werden.

2. Umgang mit Subventionen in Zeiten der Corona-Krise

Die Kulturabteilung (MA 7) kann von Rückforderungen bereits zugesagter bzw. ausbezahlter Subventionen Abstand nehmen, wenn die notwendigen Dokumentationen und Abrechnungen vorgelegt werden. Kulturschaffende sind daher aufgefordert, bei kurzfristig notwendig gewordenen Absagen Aufzeichnungen zu führen und diese fristgerecht bereitzuhalten. „Darüber hinaus habe ich die Kulturabteilung gebeten, Kosten für ausgefallene Veranstaltungen, Betriebe oder Projekte zu erheben. Sobald diese vorliegen, wird die Stadt gemeinsam mit dem Bund Maßnahmen überlegen“, so die Stadträtin.

3. Einhaltung von Fördervereinbarungen

Die Kulturabteilung arbeitet auf Hochdruck daran, dass das Förderwesen aufrechterhalten wird und Förderungen trotz schwieriger Bedingungen ausbezahlt werden können. In der Stadt gibt es unterschiedliche Modelle von Förderungen – von Konzept-, Einzel- und Gesamtförderungen über Ankäufe bis hin zu Stipendien und Zuschüssen. Jedes dieser Modelle muss für eine Förderung individuell geprüft werden – auch in Zeiten reduzierter Services. Die Kulturabteilung arbeitet intensiv daran, dass auch weiterhin Einreichungen im Gemeinderat beschlossen werden können.

4. Abgesagt – Angesagt

In Kooperation zwischen Rabenhof, W24 und Stadt Wien Kultur wird derzeit eine Präsentationsmöglichkeit im Rabenhof eingerichtet, die von Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten bespielt wird. Koordiniert wird das Programm von Thomas Gratzer, Direktor des Rabenhofs; ihm zur Seite steht ein Team aus Kulturschaffenden, das für die Auswahl der Acts verantwortlich ist. Das starke und vielfältige Programm kann von zu Hause auf den Bildschirmen verfolgt werden.

„Während unsere Wiener Bühnen und Lokale in dieser schwierigen Zeit geschlossen sind, freuen wir uns umso mehr, wenn W24 die ganze Bandbreite der Wiener Kunst in unsere Wohnzimmer bringt“, freut sich Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Eine Situation, von der alle Beteiligten profitieren: Damit erhalten Künstlerinnen und Künstler Auftrittsmöglichkeiten und auch ein Honorar. Ein disloziertes Publikum muss trotz coronabedingten Sperren und Einschränkungen nicht auf aktuelle Kunst- und Kulturangebote verzichten.

5. Partizipation Wien

Auf Anregung von Stadt Wien Kultur richtet die MA 01 unter partizipation.wien.gv.at, Rubrik ‚KünstlerInnen für Wien‘ eine öffentliche Seite ein, auf der Künstlerinnen und Künstler selbstständig auf ihr Angebot verweisen könnten. ‚Partizipation Wien‘ bietet Menschen, die trotz Distanzierungsmaßnahmen künstlerisch tätig sind, die Möglichkeit, einen kurzen Text sowie die Verlinkung zu ihrer Internetplattform hochzuladen. KünstlerInnen, die bisher weniger digital gearbeitet haben, erreichen somit neue Publikumsschichten. An Kunst und Kultur interessierte WienerInnen haben wiederum einen einfachen Überblick über das lokale, digitale kulturelle Schaffen.

partizipation.wien.gv.at, ‚KünstlerInnen für Wien‘

6. Informationen auf Homepage der Stadt Wien Kultur (MA 7)

Um Sicherheit und Klarheit für die KünstlerInnen zu schaffen, hat die Stadt Wien Kultur wichtige Informationen auf ihrer Homepage veröffentlicht:

https://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/

https://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/foerderungen/

Von der aktuellen Situation sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien Kultur betroffen. Sie wurden auf Homeoffice-Betrieb umgestellt und stehen bis auf weiteres telefonisch und per E-Mail zur Verfügung. Jurysitzungen finden in den nächsten Wochen nicht statt. Es kann somit bei unterschiedlichen Anliegen zu Verzögerungen kommen.

Quelle: Renate Rapf Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler  //  Fotocredit: Playergeneriert  //  Videocredit:©PID Stadt WIen

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