Klimafreundliche E-Busse im südlichen Weinviertel

Klimafreundliche E-Busse im südlichen Weinviertel

Moderner E-Bus vor dem Rathaus Gänserndorf anlässlich der Aufnahme des neuen E-Buslinienbetriebs im südlichen Weinviertel, v. l .n. r.: Dirk Schmelzer (EvoBus Austria CEO), Wolfgang Schroll (VOR GF), Silvia Kaupa-Götzl (Vorständin Postbus AG), Ludwig Schleritzko (NÖ Mobilitäts-LR), René Lobner (Bgm. Gänserndorf), Stefan Szyszkowitz (EVN Vorstandssprecher)

Mit dem Einsatz von insgesamt 11 modernen E-Bussen im südlichen Weinviertel geht ein innovatives Vorzeigeprojekt an den Start: Insgesamt 1,3 Mio. Kilometer pro Jahr werden die von 27 speziell geschulten Postbus-Lenker:innen gesteuerten Regionalbusse der Marke Mercedes-Benz erbringen. Damit wird ein dichter Regionalbusverkehr der Linien 530 und 535 in der Region Gänserndorf – Mistelbach – Wolkersdorf – Groß Schweinbarth für die aktuell rund 1.200 täglichen Fahrgäste emissionsfrei betrieben. Herzstück des von VOR beauftragten E-Bussystems sind die von der EVN errichteten und betriebenen Ladestationen in Gänserndorf, Wolkersdorf und Mistelbach.

Im Auftrag des Landes Niederösterreich hat VOR ein europaweites Ausschreibungsverfahren zum Betrieb eines elektrisch betriebenen E-Bus-Systems im südlichen Weinviertel umgesetzt. Dabei werden die aktuell dieselbetriebenen Regionalbuslinien 530 (Gänserndorf – Raggendorf – Wolkersdorf) und 535 (Gänserndorf – Schönkirchen – Raggendorf – Mistelbach) auf elektrischen Betrieb umgestellt. Das Regionalbusangebot der betroffenen Linien wurde seitens VOR im Jahr 2019 als maßgeschneiderte Mobilitätslösung für die Region eingeführt und erfreut sich mit derzeit rund 1.200 Fahrgästen pro Tag hoher Beliebtheit. Die Fahrpläne bleiben von der aktuellen Umstellung unberührt.

Zukunftsweisende Partnerschaft
Als Bestbieter für den Betrieb der insgesamt 11 Busse konnte sich der langjährige VOR-Partner Postbus durchsetzen, mit Errichtung und Betrieb der notwendigen Ladeinfrastruktur wurde nach einem parallel durchgeführten Ausschreibungsverfahren die EVN beauftragt. Die errichtete Ladeinfrastruktur ist in Österreich einzigartig und bietet sowohl schnelles Laden mit 300kW über Lademasten an, als auch langsames Laden mit 150kW über Stecker. „Erfolgsvoraussetzung bei einem derartig komplexen Projekt ist die nahtlose Zusammenarbeit aller beteiligter Partner:innen“, so VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll zur professionellen Kooperation mit sämtlichen beteiligten Unternehmen und Organisationen. In der Abstimmung und Kommunikation mit den betroffenen Gemeinden ist hierbei insbesondere die NOE.regional GmbH hervorzuheben.

Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko: „Das Land Niederösterreich arbeitet intensiv an einer Mobilitätswende für eine saubere, leistbare und verlässliche tägliche Mobilität der Menschen. Neue, smarte Formen des öffentlichen Verkehrs wie Anrufsammeltaxis werden zunehmend das Angebot bereichern und mehr Flexibilität ermöglichen. Der Linienbetrieb bleibt jedoch das leistungsstarke Rückgrat der öffentlichen Mobilität. Umso wichtiger ist, hier nachhaltige, sichere und emissionsfreie Antriebstechnologien zu entwickeln.“

Silvia Kaupa-Götzl, Vorständin Postbus AG: „Die elf neuen E-Busse hier im südlichen Weinviertel, sind ein weiterer Beweis dafür, dass E-Mobilität kein reines Thema für Städte ist. Es freut uns, dass wir mit dem VOR einen Partner gefunden haben, der mit uns gemeinsam diesen innovativen Weg geht. Wir hoffen, dass diesem Projekt im wunderschönen Weinviertel schon bald viele weitere – in ganz Österreich – folgen. Uns kann´s mit der Umstellung auf alternative Antriebe jedenfalls nicht schnell genug gehen.“

„Auch und gerade in herausfordernden Zeiten dürfen wir unsere Verpflichtungen für Klima und Umwelt nicht außer Acht lassen. Nachdem sich das EVN Ladenetz für die private E-Mobilität mittlerweile flächendeckend über ganz Niederösterreich erstreckt, können wir mit dem aktuellen Projekt nun auch im Bereich Öffentlicher Verkehr einen wichtigen Beitrag zu einer emissionsfreien Zukunft leisten“, so EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.

„Nachdem wir international bereits umfangreiche Erfahrungen mit dieser Technologie gesammelt haben, können wir mit 11 eCitaro die ersten rein elektrischen Mercedes-Benz Omnibusse für den Linieneinsatz auf Österreichs Straßen ausliefern“, so EvoBus Austria CEO Dirk Schmelzer.

95 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr
Alternative Antriebsformen sind in Zeiten des Klimawandels und im Sinne einer nachhaltigen und ökologisch vertretbaren Mobilität wichtiger denn je. Der Einsatz etwa von Elektro- oder Wasserstoffantrieb wird künftig bei den Neuausschreibungen des VOR wichtiger Bestandteil der Leistung sein – sowohl für den Stadtbusverkehr als auch für den Betrieb von Regionalbuslinien. Die Batterien der E-Busse werden zu Betriebszeiten unter Hochspannung in kaum 30 Minuten zwischengeladen mit dem Ziel, unproduktive Stehzeiten zu vermeiden. Durch die Lieferung von 100% grünem Strom durch die ÖBB Infra entsteht so eine 100%ig grüne Leistungsabdeckung: Mit den im südlichen Weinviertel eingesetzten batteriebetriebenen E-Bussen können so im Vergleich zu herkömmlichen Dieselbussen jährlich rund 95 Tonnen CO2 eingespart werden.

Sicherer und komfortabler Betrieb
Der E-Antrieb ist nicht nur frei von Schadstoffen wie Feinstaub, Stickoxiden oder Schwefeldioxiden, er ist auch deutlich leiser als herkömmliche dieselbetriebene Busse. Das bedeutet neben einer klimaschonenden Fahrt auch eine geringere Lärmbelastung für Fahrgäste, Lenker:innen und Anrainer:innen der Busstrecken. Gleichzeitig ist die eingesetzte Antriebs- und Batterietechnologie technisch ausgereift und auch im internationalen Einsatz gut erprobt, womit ein sicherer und komfortabler Betrieb gewährleistet werden kann.

Quelle: Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH Georg Huemer Pressesprecher / ots  //  Fotocredit: © VOR/Josef Bollwein

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