KlimaKonkret - Erster Schritt in eine klimafitte Zukunft

KlimaKonkret - Erster Schritt in eine klimafitte Zukunft

Im Bild v.l.n.r: Einige der Initiator*innen von KlimaKonkret: Daniela Allmeier (Raumposition), Pia Knappitsch (3:0), Michael Szeiler (con.sens), Simon Tschannett (Weatherpark/CCCA) mit André Heller (2.v.r.)

Österreichs Städte und Gemeinden sind derzeit doppelt gefordert: Ihre Verteter*innen arbeiten täglich daran, gemeinsam mit der Bevölkerung sicher durch die Coronakrise zu kommen. So mag die Klimakrise vorübergehend aus den Schlagzeilen verschwunden sein, doch sie macht auch während einer globalen Pandemie keine Pause.

Österreich ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Mittlerweile lassen sich diese Auswirkungen nicht mehr auf eine reine Komfortfrage reduzieren, sondern zeigen sich verstärkt in ökologischen, ökonomischen wie auch sozialen Herausforderungen.

KlimaKonkret, eine Initiative aus Expert*innen, möchte zu aller erst Bewusstsein für die Notwendigkeit von Klimawandelanpassung schaffen – und in Folge Entscheidungsträger*innen bei der Bewältigung dieser Herausforderung zur Seite stehen. Der KlimaKonkret-Plan und ein Service-Center unterstützen bei der Umsetzung.

Die Initialzündung für KlimaKonkret gab Künstler und Klimaaktivist André Heller. Realisiert wird die Initiative durch finanzielle Unterstützung seitens des Klima- und Energiefonds und des The Innovation in Politics Institute GmbH. Schon vor dem offiziellen Startschuss haben Bürgermeister*innen die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Engagement für eine klimafitte Zukunft zugesagt.

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterstützt die Initiative und unterstreicht die Gestaltungskraft österreichischer Städte und Gemeinden:

„Die Auswirkungen der Erderhitzung sind in ganz Österreich spürbar. Hitzewellen, Überflutungen, Murenabgänge oder Ernteausfälle belasten uns immer mehr. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass unsere Dörfer, Gemeinden und Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben. Für uns und für kommende Generationen. Dazu können Städte und Gemeinden selbst sehr viel beitragen. Sie können die Bevölkerung durch gezielte Maßnahmen gegen Hitze schützen und Schritte gegen die Klimakrise einleiten.“

Warum Anpassung an Folgen der Klimakrise?

In wenigen Monaten wird Hitze wieder zum zunehmenden Problem. Einerseits weil die Aufenthaltsqualität in einem Ort tagsüber massiv beeinträchtigt wird und andererseits, weil sich Oberflächen so stark aufheizen, dass sie nachts kaum abkühlen.

Dieser Hitzestress
• reduziert untertags die Aufenthaltsqualität im Freien
• senkt die wahrgenommene Lebensqualität
• führt zu schlechterem Schlaf und weniger Erholung
• und steigert letztendlich die Sterblichkeit der Bevölkerung.

Auf Hitzewellen folgen Unwetter und Starkniederschläge, die die bestehende Infrastruktur überfordern.

Sabine Naderer-Jelinek ist Bürgermeisterin von Leonding in Oberösterreich: „Unsere grüne Lunge, der Kürnbergwald, leidet gerade enorm unter den Folgen der Klimaerwärmung. Viele Bäume mussten gefällt werden. Zudem macht die zunehmende Hitze Älteren und Kindern schlimm zu schaffen und manche Plätze in der Stadt können kaum mehr genutzt werden. Auch wenn wir jetzt gerade alle Hände voll zu tun haben, gut durch die Coronakrise zu kommen: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Darauf wollen wir vorbereitet sein.“

Auch in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Tulln wurde der Handlungsbedarf längst erkannt. Bürgermeister Peter Eisenschenk: „Ein zentrales Ziel für uns als Gartenstadt ist es, Hitzeinseln durch noch mehr Stadtgrün zu reduzieren und so auch das Mikroklima positiv zu beeinflussen. Wir setzen uns grundsätzlich aktiv für einen klimafitten öffentlichen Raum ein und haben unter anderem vor, im Stadtzentrum einen derzeit noch versiegelten Parkplatz für rund 200 Autos in eine grüne Verweil- und Entspannungszone zu verwandeln.“

„Klimafit“ als neuen Standard etablieren

Um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, müssen weltweit zwei Strategien gleichzeitig verfolgt werden: 

1. Klimaschutzmaßnahmen, um die CO2-Emissionen drastisch zu senken und damit die Temperaturerhöhung zu begrenzen. Dies erfordert Gewohnheitsänderungen bei den Menschen und politische Weichenstellungen auf staatlicher, EU-und globaler Ebene.

2. Anpassungsmaßnahmen an das sich ändernde Klima, um Lebensqualität zu sichern – trotz der bereits spürbaren Folgen des Klimawandels. Dies erfordert lokales Handeln auf Gemeindeebene. KlimaKonkret konzentriert sich auf diesen lokalen Aspekt. 
 

„Wir haben in den letzten Jahren einen umfassenden Wissensstand darüber aufgebaut, wie wir Städte und Gemeinden klimasensibel gestalten können. Einige Projekte wurden schon erfolgreich umgesetzt. Nun gilt es, ‚klimafit‘ als Standard bei der Weiterentwicklung unserer Städte und Gemeinden zu etablieren. Unsere Initiative soll der Startschuss für eine klimafitte Zukunft sein. Wenn wir alle Verantwortlichen an einen Tisch bringen – dann kann uns diese Zukunft gelingen“, zeigt sich Simon Tschannett, Sprecher von KlimaKonkret, zuversichtlich.

André Heller unterstreicht die Dringlichkeit gemeinsamen, mutigen Handelns: „Jeder einzelne Mensch trägt Verantwortung, möglichst leidenschaftlich daran mitzuwirken, dass unser Planet, für jetzige und künftige Bewohner auf allen Ebenen beschützt und in seiner Schönheit, Heilungskraft und umfassenden Qualität, nachhaltig abgesichert wird. In diesem Sinn war es mir ein tiefes Bedürfnis einer der Initiatoren des Projektes KlimaKonkret zu sein.“

Ein Plan. Ein Service-Center. Viele Maßnahmen.

30.000 KlimaKonkret-Pläne ergehen in den nächsten Tagen an Österreichs Städte und Gemeinden. Der KlimaKonkret-Plan zeigt am Beispiel einer prototypischen österreichischen Gemeinde auf, wie eine klimafitte Gestaltung gelingen kann. Egal, ob in der Stadt oder in der ländlich geprägten Gemeinde, für kurz- oder langfristige Planung, für unterschiedliche budgetäre Möglichkeiten: Es ist für jeden etwas dabei. Die Handlungsfelder umfassen Grünräume, Mobilität, Bauen/ Siedlungsentwicklung und Wasser.

Das Service-Center des CCCA (Climate Change Centre Austria) ist eine zentrale Anlaufstelle rund um das Thema Klimawandelanpassung. Ein breitgefächertes Netzwerk aus Expert*innen vermittelt sowohl Erstberatung als auch ausführlichere Lösungen. Das Besondere daran: Mit der vorhandenen breiten Fachexpertise kann erstmalig maßgeschneiderte, integrierte und wissenschaftsbasierte Beratung aus einer Hand vermittelt werden. Das Netzwerk vereint Know-how aus den Bereichen Klimaforschung, Klimaschutz, Raum- und Stadtplanung, Freiraumplanung, Verkehrsplanung und vielem mehr.

Helga Kromp-Kolb ist Obfrau des CCCA und eine der führenden Klimaforscherinnen Österreichs: „Selbst wenn die Ziele des Pariser Klimavertrages erreicht werden, kommt es in den nächsten Jahrzehnten noch zu Temperaturanstiegen und damit verbundenen unerwünschten Klimaänderungen. Städte und Gemeinden tun daher gut daran, diese durch Anpassungsmaßnahmen abzufedern.“

Für Städte und Kommunen, so die Erfahrung des Klima- und Energiefonds, braucht es häufig nur eine kluge Unterstützung der ersten Schritte, wenn es um die Anpassung an den Klimawandel geht. Der Klima- und Energiefonds, der die Erstellung und den Vertrieb des KlimaKonkret-Planes unterstützt hat, bietet diesen daher auch eine Reihe von attraktiven Förderungen an.

Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Wir sehen in unseren Smart Cities, dass wir gemeinsam viel bewegen. Unsere Förderungen sind häufig die Initialzündung für weitere, regionale Projekte, die dann gemeinsam mit den Bewohner*innen der Städte umgesetzt werden. Mit dem KlimaKonkret-Plan halten Entscheidungsträger*innen nun eine Orientierungshilfe in Händen, die zeigt, was Kommunen für ihre klimafitte Zukunft tun können.“

Wer sind die Expert*innen hinter KlimaKonkret?

KlimaKonkret ist die Initiative einer interdisziplinären Expert*innen-Gruppe. Über die vergangenen Jahre hat sie einen umfassenden Wissensstand darüber aufgebaut, wie wir unsere Gemeinden und Städte klimafit gestalten können. Die Büros Weatherpark, Raumposition, 3:0 und con.sens wollen ihre jahrelange Planungs- und Umsetzungserfahrung in ihren Fachbereichen anhand konkreter Projekte weitergeben. Und gemeinsam mit dem CCCA und seinem Wissenschaftsnetzwerk Städte und Gemeinden klimafit gestalten.

Quelle: Ulli Kittelberger Urbane Kommunikation / ots  //  Fotocredit: Klima Konkret / Inés Bacher

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