Knappes Aus bei Darts-Team-WM für AUT

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Weltklasse-Waliser gewinnen den Betvictor World Cup of Darts 2020 - Team Österreich Suljovic/Rodriguez verliert knapp

Der Finaltag des Betvictor World Cup of Darts 2020 bot die Spannung, die dem gestrigen Achtelfinaltag noch gefehlt hatte. Am Nachmittag wurden alle Viertelfinale dramatisch im finalen Doppel-Match entschieden. Am Abend gewannen dann Gerwyn Price und Jonny Clayton für Wales zum ersten Mal den World Cup of Darts.

Die Waliser wurden im Finale ihrer Favoritenrolle gerecht, in der sie die Buchmacher von Anfang an gesehen hatten. Am Ende hieß es zwischen Wales und England klar und deutlich 3:0. Gerwyn Price konnte im ersten Einzel den „Bully Boy“ Michael Smith mit 4:1 bezwingen, bevor Jonny Clayton den Vorsprung gegen Rob Cross verdoppelte. „The Ferret“ spielte dabei einen Average von sensationellen 105 Punkten und ließ dem Weltmeister von 2018 keine Chance.
Im Finale braucht der Sieger drei Punkte zum Titel und somit folgte ein Doppel-Match. Smith und Cross konnten es zwar spannend machen, aber gegen die 103 Punkte im Schnitt der Waliser war am Ende kein Kraut gewachsen. 
In der zehnten Austragung des World Cup of Darts ist dies der erste Titel für Wales, nachdem England und die Niederlande (je vier Titel) und Schottland zuvor siegreich gewesen waren.


„Ich habe schon einige große Titel im Einzel gewonnen, aber diese Trophäe an der Seite von Jonny für unser Land zu holen, ist einfach unvergleichlich“, sagte ein sichtlich bewegter Gerwyn Price nach dem Triumph.

Im letzten Viertelfinale der Nachmittagssession konnten Gabriel Clemens und Max Hopp Darts-Geschichte schreiben. Zum ersten Mal überhaupt ist es einem deutschen Team gelungen sich bis in das Halbfinale des World Cup of Darts zu spielen. Im entscheidenden Doppel konnte man die Niederlande mit 4:3 bezwingen.
Zuvor hatte Gabriel Clemens Danny Noppert mit 4:3 schlagen können und so den Grundstein für den deutschen Erfolg gelegt. 
Max Hopp zeigte gegen Michael van Gerwen, der mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, keine gute Leistung. Ein Average von gerade mal 77 Punkten konnte der Nummer 1 der Welt nicht gefährlich werden und MVG glich mit einem deutlichen 4:1 zum 1:1 aus.
Die Niederländer hatten dann auch den besseren Start in das Doppel und führten mit 2:0. Doch das deutsche Team kämpfte sich mit tollen Darts zurück und konnte drei Legs in Folge gewinnen, bevor MVG zum 3:3 ausglich. Im letzten Leg hatte Gabriel Clemens dann seine Nerven am besten im Griff und traf mit dem letzten Dart die Doppel 10 zum Halbfinaleinzug.


„Ich bin so stolz auf Gabriel! Er hat fantastisch gespielt und großen Anteil daran, dass wir jetzt im Habfinale stehen“, sagte die langjährige, ehemalige deutsche Nummer Eins Max Hopp.

Im Viertelfinale zwischen Belgien und Kanada konnten sich die favorisierten Belgier nach einem großen Kampf der Kanadier durchsetzen. Kim Huybrechts holte das erste Einzel für Team Belgien mit 4:1, einer großartigen Leistung und einem Average von über 108 gegen Jeff Smith.
Matt Campbell gelang daraufhin mit einem 4:1 gegen Dimitri Van den Bergh der Ausgleich. Campbell war besonders stark beim Beenden der Legs und untermauerte dies mit Finishes von 120 und 160.
Im Doppel-Match wäre dann für Kanada deutlich mehr möglich gewesen, als die 2:4-Niederlage, die letztendlich ihr Aus besiegeln sollte. Möglichkeiten zu einer 3:1 und 3:2-Führung wurden ausgelassen und am Ende behielt vor allem Kim Huybrechts für Belgien gute Nerven.
„Dieses Turnier holt einfach das Beste aus mir heraus. Hier kann ich immer noch ein oder zwei Gänge hochschalten“, so Huybrechts nach dem knappen Sieg.

Die bitterste Niederlage des Tages musste heute wohl die Gastgebernation Österreich hinnehmen. Im Match in der Runde der letzten Acht gegen die an Eins gesetzten Engländer sah es lange so aus, als sollte die Sensation gelingen. 
Mensur Suljovic brachte Österreich mit einer tollen Aufholjagd gegen Michael Smith auf Siegkurs. 0:3 hatte „The Gentle“ bereits zurückgelegen, bevor er das Match noch in einen 4:3-Sieg umdrehen konnte und erzielte dabei einen Average von 109 Punkten.
Rowby-John Rodriguez brachte England dann in seinem Match gegen Rob Cross an den Rande einer Niederlage: 2:0 und 3:1 hatte der junge Österreicher bereits vorn gelegen, vergab sogar vier Matchdarts, bevor der Weltmeister von 2018 seine Nation irgendwie in das entscheidende Doppel retten konnte.
Hier ging es dann ähnlich knapp und nervenaufreibend zu. Beide Teams ließen viele Chancen auf die Doppel liegen und beim Stand von 3:3 war es dann abermals Rob Cross, der das Ausscheiden der Österreicher besiegelte.
„Das war nicht schön und am Ende einfach nur ein Kampf. Aber auch solche Spiele muss man gewinnen und heute Abend werden die Karten neu gemischt“, sagte der „Bully Boy“ Michael Smith nach dem Krimi.

Darauf folgte das Aufeinandertreffen von Wales und Australien, das von den beiden Team-Captains Gerwyn Price und Simon Whitlock eröffnet wurde. Der „Iceman“ und der „Wizard“ boten eine hochklassige Partie mit vielen 180ern und einem absoluten Kopf-an-Kopf-Rennen. Im siebten Leg machte Whitlock dann fast alles richtig, erspielte sich fünf Matchdarts, die er aber alle vergab. Price war mit einem 72er Finish zur Stelle und schnappte dem Australier den Sieg weg.
Damon Heta konnte das Match danach mit einem 102er Average gegen Jonny Clayton zum 1:1 ausgleichen und bestätigte damit sein starkes WCOD-Debüt.
Im Doppel schienen die vergebenen Chancen aus dem ersten Einzel Simon Whitlock noch nachzuhängen. Der ehemalige WM-Finalist fand nicht mehr zu seinem Spiel und somit konnte Wales einen 4:2-Erfolg herausspielen und ins Halbfinale einziehen.


„Wenn Simon seine Chancen auf Doppel gegen mich genutzt hätte, hätten wir hier auch mit 2:0 ausscheiden können. Da hatten wir etwas Glück, aber jetzt wollen wir natürlich den Cup auch gewinnen“, so Price im Interview bei Sky Sports.

England und Belgien eröffneten am Abend die letzte Session des Betvictor World Cup of Darts mit dem ersten Halbfinale. Michael Smith und Kim Huybrechts lieferten sich im ersten Einzel ein packendes Match. Beiden Spielern gelang es immer, ihren Anwurf ins Ziel zu bringen und somit ging Michael Smith, der die ungeraden Legs beginnen durfte, als 4:3-Sieger davon.
Genauso spannend ging es dann im zweiten Einzel zu. Rob Cross schaffte es einen 2:3-Rückstand gegen Dimitri Van den Bergh noch in einen 4:3-Sieg umzubiegen. Besonders bitter: Van den Bergh hatte im letzten Leg fünf Matchdarts, die er alle nicht nutzen konnte – einer fiel sogar aus der anvisierten Doppel 12 heraus und somit stand England im Finale.

Im zweiten Halbfinale wurden die Turnierfavoriten aus Wales ihrer Rolle gegen Deutschland gerecht und standen nach den beiden Einzelpartien als Finalisten fest.
Gabriel Clemens konnte sein Match gegen Gerwyn Price anfangs noch ausgeglichen halten. Am Ende war ein Average von gut 90 Punkten aber nicht genug, um dem Iceman gefährlich zu werden und der erste Punkt ging mit 4:2 nach Wales.
Max Hopp erwischte im zweiten Spiel dann einen Jonny Clayton in Topform. „The Ferret“ warf über 104 Punkt im Schnitt und konnte die Partie letztlich klar mit 4:2 für sich entscheiden. Damit komplettierten die Waliser das Finale gegen England.

 

Betvictor World Cup of Darts 2020, Sonntag, Viertelfinale/ Halbfinale/ Finale

Nachmittagssession, Viertelfinale
Belgien 2:1 Kanada
England 2:1 Österreich
Wales 2:1 Australien
Niederlande 1:2 Deutschland

Abendsession
Halbfinale

England 2:0 Belgien
Wales 2:0 Deutschland

Finale
England 0:3 Wales

Quelle: Philip Brzezinski  //  Fotocredit: Kais Bodensieck/ PDC Europe 

 

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