Dienstag 21. Mai 2019
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Kontinuität und Wandel an der Spitze des Volkshochschulverbandes

Heinz Fischer als Präsident wiedergewählt und neuer Vorstandsvorsitzender Gerwin Müller aus Kärnten

Bei der Hauptversammlung des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) am 8. Mai 2019 wurde der langjährige Vorstandsvorsitzende, Bürgermeister Dr. Michael Ludwig, der seine Funktion nach 24 Jahren an der Spitze des Bundesverbandes zurücklegt, verabschiedet. Als neuer Vorstandsvorsitzender wurde Dr. Gerwin Müller, Vorsitzender der Kärntner Volkshochschulen, einstimmig gewählt.

Müller ist seit dem Jahr 2005 im Bundesvorstand tätig und seit 2007 stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Erstmals in der bald 70jährigen Geschichte des VÖV wurde ein Kärntner an die Spitze des Bundesverbandes gewählt. Müller steht beispielhaft für das Verständnis von Volkshochschule, die Empowerment, Offenheit, Miteinander und kritisches Denken fördert sowie lebenslanges und lebensbreites Lernen ermöglicht. „Die Menschen sollen in der Lage sein aktiv mitzugestalten und zu handeln“ meint Müller, was gerade vor dem Hintergrund der digitalen Transformation wichtig ist, denn „es liegt an uns, wie wir die Gegenwart und die Zukunft gestalten“. Müller ist zudem ein Fürsprecher einer fundierten Allgemeinbildung, die heute und in Zukunft sehr bedeutsam ist.

Als Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen wurde Altbundespräsident Dr. Heinz Fischer einstimmig wieder gewählt. Heinz Fischer hat diese Funktion bereits von 1999 bis 2007 ausgeübt und er hat sich besonders für Demokratiebildung und zeitgeschichtliche Bildung eingesetzt. Dazu, ob und was die Menschen aus der Geschichte lernen, können die Volkshochschulen viel beitragen. Allein zum Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018 wurden mehr als 200 Veranstaltungen in und von Volkshochschulen durchgeführt, die auf viel Interesse gestoßen sind. Zum Thema Demokratiebildung wurde außerdem ein eigener Internetkurs, der „Demokratie-MOOC“ gestartet. In seiner Keynote hat sich Fischer mit globalen Risiken befasst. An oberster Stelle stehen weltweit Arbeitslosigkeit, Klimakatastrophe, Energiepreisschock, Finanzkrise und Cyberattacken. Fischer sieht wichtige Aufgaben der Volkshochschulen auch in der Frage der Nachhaltigkeit und im Umgang mit dem Klimawandel.

Michael Ludwig hat in der österreichischen Erwachsenenbildung nicht nur Spuren hinterlassen, er hat sie auch maßgeblich mitgestaltet. Viele bundesweite Maßnahmen konnten mit seiner Unterstützung realisiert werden, als VÖV-Vorstandsvorsitzender oder als Landespolitiker. Zu diesen auch im Ausland viel beachteten Maßnahmen gehört die Initiative Erwachsenenbildung, die vom Bund und den Ländern umgesetzt wird. Die Initiative beinhaltet die Basisbildung und den Pflichtschulabschluss für Erwachsene. Beide Programme können kostenfrei absolviert werden, was angesichts von rund 970.000 Menschen, die über nicht hinreichende Lesekompetenzen oder grundlegende mathematische Kompetenzen verfügen, zweifellos notwendiger denn je ist. Weiters ist das Qualitätssiegel Ö-Cert zu nennen, das ebenfalls in einer Bund-Länder-Initiative umgesetzt wurde, die „Initiative Bildungsberatung“ und die „Weiterbildungsakademie Österreich“, deren Gründung Ludwig als VÖV-Vorstandsvorsitzender gefördert hat. Michael Ludwigs Wirken in der Erwachsenenbildung wird in einem Buch aus der Schriftenreihe des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen mit dem Titel „Michael Ludwig – der Volksbildner“ gewürdigt.

Quelle: OTS  //  Fotocredit: C. Jobst