Kooperieren für friedenserhaltende und humanitäre Einsätze

Kooperieren für friedenserhaltende und humanitäre Einsätze

25 Jahre Teilnahme an der NATO Partnerschaft für den Frieden

Seit 25 Jahren ist Österreich Teil der NATO Partnerschaft für den Frieden (Partnership for Peace-PfP), einem Programm für die praktische, bilaterale Zusammenarbeit zwischen einzelnen euro-atlantischen Partnerländern und der NATO. Dies ermöglicht den Partnern eine individuelle Beziehung zur NATO aufzubauen und ihre eigenen Prioritäten, daher auch für Österreich unter Beibehaltung der Neutralität, für die Zusammenarbeit festzulegen. So nutzen auch andere europäische Staaten wie Finnland, Irland, Schweden und auch die Schweiz aktiv diese Kooperationsmöglichkeiten.

Ein weiteres Ziel der Partnerschaft ist die Teilnahme an Standardisierungsprozessen der NATO, welche weithin als "Standardisierungsagentur" für Streitkräfte anerkannt ist. Gerade unter dem Gesichtspunkt der internationalen Kooperation ist eine Vereinheitlichung militärischer Begriffe, Planungs- und Entscheidungsprozesse und auch technischer Standards von wesentlicher Bedeutung. Diese Standards gelten gleichermaßen für NATO- und EU-geführte Missionen und sind somit für die gemeinsame Auftragserfüllung in internationalen Krisenmanagementeinsätzen unverzichtbar.

Der Schwerpunkt der österreichischen Teilnahme ist die Optimierung der Interoperabilität für gemeinsame Einsätze. Österreich beteiligt sich aktiv ua. in fünf Handlungsfeldern:

1. Teilnahme an NATO-geführten Missionen und Operationen

Seit 1995 hat das Österreichische Bundesheer rund 25.000 Soldaten an sechs NATO-geführten Missionen in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Albanien, Kosovo, Nord Mazedonien und in Afghanistan gestellt.

2. Beiträge zur NATO-Initiative zum Aufbau von Fähigkeiten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich (Defence and related security Capacity Building – DCB)

Diese Initiative stärkt das Sicherheitsengagement von NATO Partnern auf Anfrage. DCB hilft ihnen, ihre Fähigkeiten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie ihre Resilienz zu verbessern und trägt somit zur Sicherheit der Allianz über deren Grenzen hinaus bei. Österreich unterstützt diese Initiative ua. mit Experten im Zuge von Maßnahmen der OSZE zur sicheren Munitionsverwahrung in Moldau, Bosnien und Herzegowina und Georgien.

3. Teilnahme am Planungs- und Überprüfungsprozess (Planning and Review Process - PARP)

Dieser Prozess zielt darauf ab, den Fähigkeitenaufbau von Partnern zu fördern, um deren Zusammenarbeit bei NATO geführten Missionen und Operationen zu ermöglichen und sich so aktiv zur Förderung von Sicherheit und Stabilität einzubringen.

4. Teilnahme am Evaluierungs- bzw. Zertifizierungsprogramm (Operational Capabilities Concept Evaluation and Feedback Programme - OCC E&F)

Dieses Programm unterstützt die Bemühungen der Partner, vollständig interoperable und einsatzfähige Truppen gemäß NATO-Standards zu entwickeln und bereit zu stellen. Es evaluiert und zertifiziert Truppen und Soldaten gemäß den NATO Standardisierungsvorgaben. Dies wird im Rahmen der Teilnahme an NATO-geleiteten Übungen überprüft. Bisher wurden rund 4.200 Soldaten getestet. Das Österreichische Bundesheer stellt aktuell 133 Evaluatoren für dieses Programm für NATO- und Partnerstaaten bereit.

5. Beiträge zum PfP-Consortium von Akademien und Ausbildungseinrichtungen

Dieses Consortium ist für die Sicherheitskooperation von über 800 Sicherheitsforschungsinstituten sowie Verteidigungsakademien und in über 60 Ländern eingebunden, um den Aufbau von Verteidigungsinstitutionen sowie regionale Stabilität zu fördern.

Am 10. Februar 1995 unterzeichnete der damalige Außenminister Alois Mock in Brüssel das Rahmenabkommen. Damit war Österreich der 25. Staat, der sich der von der NATO ins Leben gerufenen Aktion angeschlossen hatte. Aktuell gehören der Partnerschaft 21 Nicht-NATO-Länder an.

Quelle: Bundesministerium für Landesverteidigung/ots  //  Fotocredit: ©Jagdkommando

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