Koreanischer Superstar im Forum Frohner und starke Frauen in der Landesgalerie Niederösterreich

Koreanischer Superstar im Forum Frohner und starke Frauen in der Landesgalerie Niederösterreich

Neue Ausstellungen auf der Kunstmeile Krems. Bild: Ausstellungsansicht "Park Seo-Bo und Adolf Frohner. Paris 1961", Forum Frohner (2021-2022)

Am 15. Oktober 2021 eröffneten zwei Ausstellungen auf der Kunstmeile Krems: „Park Seo-Bo und Adolf Frohner. Paris 1961“ im Forum Frohner und „Aufbrüche. Künstlerinnen des Art Club“ in der fußläufig entfernten Landesgalerie Niederösterreich.  Am 16. Oktober 2021 ist der Eintritt in die Ausstellungen frei.

Forum Frohner
In der asiatischen Kunstwelt als Superstar der Minimal Art gehandelt, ist der aus Korea stammende Park Seo-Bo (*1931) in Europa weitgehend unbekannt. 1961 lernt er den österreichischen Künstler Adolf Frohner (1934-2007) in Paris kennen. In einer Phase der Suche ist die Avantgarde in der Kunstmetropole Paris für beide ein wichtiger Impuls. Die Ausstellung „Park Seo Bo und Adolf Frohner. Paris 1961“im Forum Frohner erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Künstlern aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen und beleuchtet ihre künstlerischen Berührungspunkte. Fotografien, im Tausch erhaltene Kataloge, Zeitungsartikel und Briefe skizzieren den viele Jahre anhaltenden Dialog der beiden Künstler. 

In einem Gespräch mit Park Seo-Bos Tochter entstand die Idee, im Forum Frohner eine Ausstellung zu machen, die das Werk der zwei alten Bekannten zeigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Obwohl Park Seo-Bo heute als einer der wegweisenden Künstler*innen der koreanischen monochromen Malerei gehandelt wird, wurde sein Werk noch nie in Österreich präsentiert. Umso mehr freut es uns, ihn nun im Dialog mit Adolf Frohner zu zeigen“, betont Elisabeth Voggeneder, künstlerische Direktorin des Forum Frohner und Kuratorin der Ausstellung.

Landesgalerie Niederösterreich
Mit Malereien, Zeichnungen, Tapisserien und Skulpturen beleuchtet die über zwei Stockwerke angelegte Schau „Aufbrüche. Künstlerinnen des Art Club“ in der Landesgalerie Niederösterreich den Kampfgeist starker österreichischer Künstlerinnen in einer weitgehend unentdeckten Epoche: nämlich in der Zeit von 1945 bis zur Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre. Dieser Abschnitt brachte herausragende Künstlerinnen wie Maria Biljan-Bilger, Susanne Wenger und Maria Lassnig hervor, die das Kunstschaffen der Nachkriegszeit gründlich aufmischten. Nach dem 2. Weltkrieg vereinten sich Künstler*innen, die mit der Ästhetik der diktatorischen Regime, vor allem der nationalsozialistischen, nichts zu tun haben wollten, im internationalen Art Club Wien. 

„Es war für uns als Kurator*innen überraschend, dass trotz aller Relevanz der feministischen Themen der letzten Jahre die ganz frühe Zeit nach 1945 in der Kunstbetrachtung oft ausgeklammert blieb. Diese Ausstellung will deshalb einige Spitzen-Künstlerinnen dem Vergessen entreißen. Wir richten den Scheinwerfer nun auf herausragende Künstlerinnen, die oft aus dem politischen Widerstand kamen und das Kunstschaffen der Nachkriegszeit gründlich aufmischten“, halten Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Christian Bauer, die Kurator*innen der Ausstellung, fest.


In der Gruppenausstellungen werden Arbeiten aus dem Frühwerk Maria Lassnigs, Keramiken und Tapisserien von Maria Biljan-Bilger oder Malereien von Susanne Wenger gezeigt. Als wohl größte Entdeckung sind Werke von Hilda C. Polstererund der US-Künstlerin Marcia Hopman zu sehen.

Quelle: Maria Schneeweiß Kunstmeile Krems / ots  //  Fotocredit: Kunstmeile Krems / Raffael F. Lehner

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