Künstler*innen der Akademie queeren im Pride-Month das KHM

Künstler*innen der Akademie queeren im Pride-Month das KHM

Queering the KHM: Ein Projekt der Akademie der bildenden Künste Wien in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum

Das Kunsthistorische Museum nimmt den Pride-Month Juni heuer zum Anlass, die Ergebnisse einer Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste zu präsentieren. Einen ganzen Monat lang werden Arbeiten von Künstler*innen zum Thema Queering the KHM im Museum zu sehen sein und an mehreren Abenden finden Performances statt.

"Queering the KHM bedeutet, einen anderen, diversen, vor allem nicht heteronormativen Blick auf die Kunstwerke des Kunsthistorischen Museums zu werfen, auf die Geschichte des Museums, dessen Sammlungen und Strukturen. Es bedeutet, eine tradierte Ordnung und das „Betriebssystem“ Kunst zu hinterfragen, inklusive der handelnden Personen." – Elisabeth Priedl, Akademie der bildenden Künste Wien (Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften), hat die Kooperation thematisch betreut

Neben den queeren Interventionen gibt es auch wieder ein buntes Vermittlungsprogramm, das inhaltlich den (Regen-)Bogen von den Sammlungsobjekten des Kunsthistorischen Museums bis in die Gegenwart spannt. Das Weltmuseum Wien widmet am 7. Juni einen langen Öffnungstag LGBTQIA+-Themen mit einem Programm für die ganze Familie.

Queering the KHM: Ein Projekt der Akademie der bildenden Künste Wien in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum

Zwei Semester lang wurden Studierende und Absolvent*innen der Klasse Kontextuelle Malerei der Akademie der bildenden Künste unter der Leitung von Ashley Hans Scheirl eingeladen, im Zuge einer Kooperation die queere und intersektionale Vielfalt des Kunsthistorischen Museums hervorzuheben.

Als Resultat des Projekts Queering the KHM übersetzen die Künstler*innen in ihren Arbeiten Queerness in unterschiedlichste Kunstformen und bildnerische Praxen. Die meisten Arbeiten gingen aus der expliziten Auseinandersetzung mit Kunstwerken aus den Sammlungen des Museums hervor, wobei durch performative Interventionen, malerisch-installative tableaux vivants und queere Lesarten von Klassikern der Kunstgeschichte neue Räume eröffnet werden sollen: Trans-Räume.

Queere Interventionen & Performances – von 9. Juni bis 3. Juli
Während des Pride-Months Juni werden die Arbeiten, die auf unterschiedlichste Art und Weise das Thema Queerness aufgreifen im Kunsthistorischen Museum präsentiert. Ein Raumplan führt Besucher*innen ab 9. Juni zu diversen queeren Stationen. Im Hochparterre vor der Antikensammlung zeigt beispielsweise Paul Prothesis mit seiner Videoarbeit Pain Scale 01–10 Phantasien von verletzlichen, lädierten Körpern. Ein paar Schritte weiter kann einer aufblasbaren Arbeit von Wilhelm Binder Leben eingehaucht werden. Heti Prack ersetzt mit seinem Plug-In kurzerhand eine der pompösen Blumenvasen im Stiegenhaus mit einer zeitgenössischen Skulptur und Danielle Pamp wagt sich mit ihrem Rollbild Memory Fragments Lost, Memory Fragments Regained, das im 1. Stock zu sehen sein wird, an eine queere Re-Historisierung heran. Auf derselben Ebene finden sich auch Auszüge der Serie Frauenakte von Julia Fuchs, die in ihren Fotografien Geschlechterrollen umkehrt, eine magenspülende Videoarbeit von Stefan-Manuel Eggenweber und das TikTok-Takeover von Sarah Tasha Hauber. Beim Verlassen des Museums durch den Shop heißt es auch genauer hinschauen: Hier finden sich bis zum Ausstellungsende am 3. Juli die Arbeiten WOE TO ALL (for Sisi) undJewelry Objects von Diadora Zander.

Neben den während des Pride-Month(s) installierten Positionen werden im Kunsthistorischen Museum auch performative Arbeiten zu sehen sein, so zum Beispiel zur Eröffnung (9. Juni, ab 19 Uhr) die Performance Traced Cunt von Flávia Mudesto. Em Schwarzwald führt in ihrer Aktion The Elephant In The Room. Queering The KHM While Talking To The Director ein Gespräch mit Sabine Haag, das fotografisch begleitet wird und Alexandru Coșarcă tritt in HAPPYMETAL (23. Juni, 18 & 20 Uhr) als queerer Ritter auf. Zum Abschluss am 30. Juni präsentieren Larissa Kopp und Florian Aschka ihre performative Arbeit My Dirty Old God*esses und Aaron Nora Scherer und Daniel Rajcsanyi lassen bei Resilience/Anti-Armour in der Gemäldegalerie alle Hüllen fallen.

Mehr Infos zu allen teilnehmenden Künstler*innen, zu allen Veranstaltungen rund um das Projekt sowie ein Raumplan sind auf der Website https://diversity.khm.at/#queering zu finden.

Somewhere Over The Rainbow: Pride-Programm in den Standorten des KHM-Museumsverbands
Ergänzend zur Präsentation von Queering the KHM gibt es im Juni auch wieder ein umfassendes Pride-Kunstvermittlungs-Programm im Kunsthistorischen Museum, in der Kaiserlichen Wagenburg und im Weltmuseum Wien.

Von einer Spezialführung zum Thema Wer hat hier die Hosen an? in der Kaiserlichen Wagenburg in Schönbrunn (3. Juni, 10.30 Uhr) bis hin zu Kinderworkshops zum Thema Somewhere Over The Rainbow (10. Juni, 14 & 15.30 Uhr) oder einer Mittagsführung mit dem Titel Männlich? Weiblich? Beides! Intersexualität in der Kunst (30. Juni, 12.30 Uhr) im Kunsthistorischen Museum ist für jede*n was dabei.

Das Weltmuseum Wien widmet einen langen Öffnungstag (Dienstag, 7. Juni) ganz der Pride: Wie schon letztes Jahr findet eine queere Kinderbuchlesung (15 Uhr) mit der Drag Queen Lady Nutjob statt und es wird eine Spezialführung zum Thema Begierde, Lust und Fruchtbarkeit (18 Uhr) durch die Schausammlung geben. Im WMW Forum ist im Anschluss der Dokumentarfilm Mr. Gay Syria (19 Uhr) von Regisseurin Ayşe Toprak zu sehen.

Quelle: KHM-Museumsverband Nina Auinger-Sutterlüty, MAS Leitung Kommunikation / ots  //  Fotocredit: © KHM-Museumsverband/Andrea Lehsiak

 

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