Mai ist Monat der Hautgesundheit

Mai ist Monat der Hautgesundheit

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer, MBA; OÄ Dr. Christine Bangert; Wolfgang Schiefer; Karin Duderstadt; Univ.-Prof. Dr. Paul Sator

Der 1. Mai ist der internationale Tag der Hautgesundheit. In Österreich ist bereits zum zweiten Mal der ganze Monat Mai dem Thema "Hautgesundheit" gewidmet. Damit soll die Bedeutung der Haut für Gesundheit und Wohlbefinden in das allgemeine Bewusstsein gerückt und über aktuelle Fortschritte in der Behandlung häufiger Hauterkrankungen informiert werden. Schwerpunktthema im Monat der Hautgesundheit 2022 ist die Psoriasis (Schuppenflechte). Weitere wichtige Themen sind unter anderem Hautvorsorge und Hautpflege, Stigmatisierung im Zusammenhang mit sichtbaren Hautveränderungen, die besonderen Bedürfnisse der alternden Haut und die atopische Dermatitis.

Psoriasis – das „Chamäleon“ unter den Hauterkrankungen
Psoriasis ist eine besonders belastende chronisch-entzündlichen Erkrankung, die neben der Haut etliche weitere Organe befallen kann, bei der in den letzten Jahren aber auch entscheidende Behandlungsfortschritte erzielt wurden, wie Univ.-Prof. Dr. Paul-Gunther Sator (Klinik Hietzing, Wien) zum Auftakt des Monats der Hautgesundheit 2022 feststellte: "Die Substanzgruppe der Biologika hat nicht nur das Verständnis der Erkrankung verbessert, sondern auch die Therapie der Psoriasis revolutioniert. Biologika können Symptomfreiheit bei vielen Patient:innen und eine Verbesserung der Lebensqualität erreichen und möglicherweise auch den Krankheitsverlauf sowie die systemischen Auswirkungen der Erkrankung beeinflussen."

Dermatologie und Allgemeinmedizin kooperieren
Etwa 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis haben ein dermatologisches Problem. Hautärzt:innen und Allgemeinmediziner:innen müssen daher näher zusammenrücken, ist Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie in Salzburg und Präsident der Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) überzeugt. Wichtig außerdem: kontinuierliche Fortbildung der allgemeinmedizinischen Kolleg:innen, damit neue Behandungsmöglichkeiten rasch praktisch umgesetzt werden können, sowie die Aufklärung der Bevölkerung über die Prinzipien der Hautvorsorge und den Umgang mit häufigen Hauterkrankungen. Bauer: "Die ÖGDV hat sich beim Monat der Hautgesundheit von Beginn an engagiert, weil alle zur Verfügung stehenden Kanäle genutzt werden müssen, um die Hautgesundheit innerhalb unserer Bevölkerung, insbesondere in Zeiten der erschwerten persönlichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient, zu optimieren."

Psychische und soziale Komponenten von Hauterkrankungen
Hauterkrankungen können nicht nur körperlich sehr belastend bzw. schmerzhaft sein, sondern haben große psychosoziale Auswirkungen und ein erhebliches Stigmatisierungspotential. Das gilt nicht zuletzt für das schulische Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche neben Sachwissen auch soziale Kompetenzen erlernen. Häufige Krankheiten im Kindes- und Jugendalter, deren starke psychische Belastung sehr gut untersucht ist, sind Akne, Neurodermitis, Psoriasis, Vitiligo oder auch Alopecia areata.

Um den Umgang mit den Erkrankungen zu erleichtern, sind neben einer wirksamen Therapie auch die psychologische Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie Entstigmatisierung wichtig, betont OÄ Dr. Christine Bangert, Leiterin der Neurodermitis-Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien. "Eine wichtige Rolle spielen Rollenvorbilder, die sich zum Beispiel in sozialen Medien offen zu ihrer Hautkrankheit bekennen und bewusst auf Make-up verzichten. Sie tragen zu einem Umdenken in der Gesellschaft bei und fördern die Akzeptanz verschiedener Hautkrankheiten."

Das Projekt "Schüler für Schüler" wurde 2020 ins Leben gerufen, um mehr Verständnis für Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Erkrankung zu schaffen, dadurch Betroffene vor Benachteiligung und Ausgrenzung zu schützen und ihnen das Leben im Schulalltag zu erleichtern. Nach Videoserien zu Typ-1-Diabetes und Hämophilie wird nun der Themenkreis Hauterkrankungen aufgegriffen. Dabei werden vor allem potenziell stigmatisierende Hauterkrankungen bzw. Hautveränderungen wie Akne, atopische Dermatitis, Hautmale und Vitiligo thematisiert.

Über die Initiative MEINE HAUTGESUNDHEIT
MEINE HAUTGESUNDHEIT ist Österreichs größte Informationsinitiative zum Thema Hautgesundheit. Ziel ist, der Haut, der Erforschung und Behandlung von Hauterkrankungen und den Menschen, die mit Hauterkrankungen leben, mehr medialen Raum zu geben. Hinter der Initiative stehen der Verein big5health und seine Partner, darunter die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV), die Österreichische Gesellschaft für Dermatologische Kosmetik und Altersforschung (ÖGDKA), der Berufsverband Österreichischer Dermatologen (BVÖD), das Karl-Landsteiner-Institut für pädiatrische Dermatologie und seltene Erkrankungen und die Aktion "Sonne ohne Reue" der Österreichischen Krebshilfe.

Quelle: Martina Gruber, P8 Marketing GmbH / ots  //  Fotocredit: © Bernhard Eder

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