MAK mit neuem barrierefreiem Zugang am Stubenring

MAK mit neuem barrierefreiem Zugang am Stubenring

Barrierefreier Zugang, MAK, 2021 Architektur: Susanne Zottl mit Daniel Kerbler Außenansicht © Mario Buda

Seit Ende Mai 2021 verfügt das MAK über einen neuen, barrierefreien Zugang: Ein Rampenobjekt macht Menschen mit Einschränkungen das Museum nun direkt beim MAK-Haupteingang am Stubenring leichter zugänglich. Ohne Eingriff in die Außenfassade gelang der von der Burghauptmannschaft Österreich beauftragten Architektin Susanne Zottl in Zusammenarbeit mit Mag. arch. Daniel Kerbler eine Lösung, die sowohl hinsichtlich Inklusion als auch architektonischer Umsetzung und Ästhetik allen Anforderungen mehr als gerecht wird. „Die Zugangserleichterung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist uns seit vielen Jahren ein großes Anliegen. Wir freuen uns sehr über diese neue verbindende Brücke in unser Museum, die das Haus allen Besucher*innen noch besser erschließen wird“, so Teresa Mitterlehner-Marchesani, wirtschaftliche Geschäftsführerin des MAK.

Dem Bauprojekt gingen nach einer vom MAK beauftragten Machbarkeitsstudie im Herbst 2017 Abstimmungen mit dem Bundesdenkmalamt, mehreren Abteilungen des Magistrats der Stadt Wien, der Bezirksvorstehung Innere Stadt und den Wiener Netzen voraus, bevor am 2. Juni 2020 die Baugenehmigung erteilt werden konnte. Unter der Leitung der Burghauptmannschaft Österreich und mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort wurde das Projekt beginnend im Herbst 2020 umgesetzt. „Der 1871 nach den Plänen von Heinrich Ferstel in Neorenaissanceformen errichtete Museumsbau ist mit Abschluss dieses Projektes zur Verbesserung der Barrierefreiheit für eine zeitgemäße und moderne Nutzung bestens vorbereitet“, so Burghauptmann Reinhold Sahl.

Der nun geschaffene barrierefreie Zugang stellt weit mehr als eine rein funktionale Lösung zur Überwindung der Stiege am Haupteingang dar. Susanne Zottl entwickelte ein Konzept, das auch den städtischen Raum vor dem Museum miteinbezieht. Der umgebende großzügige Gehsteig am Stubenring wurde in einer sanften Steigung angehoben und geht nun in ein Rampenobjekt über. Dieses führt in einer leichten Steigung zum bereits bestehenden Eingang des ehemaligen MAK-Bookshops hin. Gleich einem skulpturalen Objekt korrespondiert es mit dem Tor zum Ring (James Wines/SITE, 1992), das ein Stück Außenmauer physisch in den urbanen Raum hineinrückt.

Auch im Inneren des Museums wurden weitreichende Adaptierungen vorgenommen. Im ehemaligen Bookshop wurden die vorhandene Stahlstiege und die Stahlbetongalerie abgebrochen und die räumliche Großzügigkeit wiederhergestellt. Ein barrierefreier Aufzug bindet die MAK-Säulenhalle (Erdgeschoß, Standort der Kassa, Startpunkt für den Museumsrundgang und Zugang zum MAK Design Shop) und das MAK DESIGN LAB (Untergeschoß) an das Eingangsniveau an. Als Niveauausgleich zum tiefer liegenden Foyer, wo sich die Garderobe befindet, wurde eine Ausgleichsrampe errichtet. In die Säulenhalle wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt ein neuer Zugang geschaffen. Auch die Anbindung an weitere Räume im Untergeschoß, die potenziell künftig ausgebaut werden könnten, wurde vorgesehen.

Mit dem neuen barrierefreien Zugang verbindet das MAK die Vision, auch den Bereich vor dem Museum (Vorplatz, Nebenfahrbahn und Radweg Stubenring) durch weitere Maßnahmen zu attraktivieren. Dazu laufen derzeit Gespräche mit den zuständigen Stellen. 

Bezirksvorsteher Markus Figl: „Entsprechend seiner großen Bedeutung in unserer Museumslandschaft soll das MAK durch die angedachte Neugestaltung des Bereichs vor dem Haupteingang auch in seiner räumlichen Präsenz gestärkt werden. Das Vorhaben wurde bereits im zuständigen Gremium der Bezirksvertretung besprochen und wird entsprechend unterstützt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn dieser bedeutenden Institution die Sichtbarkeit vom Ring aus zurückgegeben werden könnte.“
 

Quelle: MAK-Presse und Öffentlichkeitsarbeit Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung) Cäcilia Barani, Sandra Hell-Ghignone / ots  //  Fotocredit: © Mario Buda

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