Mangelware trinkbares Wasser

Mangelware trinkbares Wasser

Trinkwasserexperten des OÖ. Roten Kreuzes retten tausende Leben

Krieg. Dürre. Armut. Weltweit haben Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viele von ihnen haben kein Fließwasser aus der Leitung, keine Toiletten und müssen sich und ihre Familien mit Wasser aus teilweise keimverseuchten Quellen versorgen. Die 40 ausgebildeten Trinkwasserexperten im OÖ. Roten Kreuz leisten einen Beitrag, diese Situation zu verbessern. In internationalen Krisenregionen und in ihrer Heimat sind sie gefragte Experten. Ihr Engagement steht am Weltwassertag (22. März) im Mittelpunkt.

Sauberes Wasser und Hygiene entscheiden oft über Leben und Tod. Gerade in den Katastrophen- und Krisengebieten der Erde ist trinkbares Wasser für viele Menschen Mangelware. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung keine ordentlichen Toiletten und Waschmöglichkeiten besitzt. Weltweit sterben täglich mehr als 700 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen unzureichender Wasserversorgung und mangelnden Hygienestandards. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht und in der UN-Konvention festgeschrieben. Experten aus aller Welt setzen alles daran, die Lage für die an den Rand ihrer Existenz gedrängten Menschen zu verbessern. Darunter auch die 40 ausgebildeten Trinkwasserspezialisten im OÖ. Roten Kreuz. Ständige Weiterbildung steht bei ihnen an der Tagesordnung. „Wir übernehmen Verantwortung und sind da, um zu helfen“, sagt Christine Widmann (50) aus Linz, die seit sechs Jahren das Team der freiwilligen Helfer bereichert. Im Mai 2017 war sie mehrere Wochen mit anderen Rotkreuz-Helfern in Uganda im Einsatz, um Trinkwasser für Flüchtlinge aus dem Südsudan zu produzieren. Wie ihre Kollegen absolviert auch Widmann laufend Fortbildungen und Übungen, um für kommende Einsätze bestens gerüstet zu sein. Das Engagement der Wasser-Experten rettet Leben.

Wetterextreme nehmen zu: OÖ. Rotes Kreuz rüstet sich mit Wasserverteil-Stationen
Auch in ihrer Heimat ist die Expertise der OÖ. Rotkreuz-Trinkwasserspezialisten gefragt. Sie sind zur Stelle, wenn extreme Naturereignisse wie Hochwässer viele Brunnen und Trinkwasserquellen verunreinigen. Obwohl in Österreich die Ressource Wasser in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung steht, sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Heftige Regenfälle, Gewitter-Stürme, wochenlange Hitzewellen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad, ausgedörrte Wiesen, und daraus resultierende schlechte Ernten sind Beispiele dafür. Prognosen der TU Wien zeigen: Extreme Naturereignisse können immer wieder passieren, klimabedingt verschärft sich die Lage auch in Oberösterreich. Um dahingehend zu handeln, stationiert das OÖ. Rote Kreuz in Freistadt, Steyr, Ried, Vöcklabruck und Linz standardisierte Wasserverteil-Kits, bestehend aus Wasserbehälter und Verteil-Ausrüstung. Darauf werden in den kommenden Monaten zusätzliche Mitarbeiter geschult. So kann das OÖ. Rote Kreuz eine nachhaltige und regionale Versorgung der Bevölkerung im Ernstfall sicherstellen. Denn: Aufgrund der Trockenheit – wie es beispielsweise im Sommer 2018 der Fall war – kann es bei einzelnen Haushalten, Dörfern oder in Gemeinden zu Trinkwasser-Engpässen kommen.

Foto: Christine Widmann aus Linz ist eine von 40 Trinkwasserexperten im OÖ. Roten Kreuz. Credit: ÖRK/Thomas Marecek