Melkrobotertechnik im Aufschwung

Melkrobotertechnik im Aufschwung

LRin Michaela Langer-Weninger ist überzeugt: neuste Technik für zukunftsfitte Landwirtschaft

Enorme Dynamik in Oberösterreich
In Oberösterreich werden im Durchschnitt rund 24 Milchkühe auf einem Betrieb gehalten, bei den Mitgliedsbetrieben des Landesverbandes für Leistungsprüfung und Qualitätssicherung in OÖ (LfL) werden im Schnitt 35 Milchkühe gehalten. Oberösterreich zählt mit einer Milchproduktionsleistung von rund einem Drittel der gesamten österreichischen Milchmenge zum Agrarproduktionsland Nummer eins und sorgt damit für ein reichhaltiges Angebot an Milchprodukten für die Bevölkerung.

Die Nutzung eines Melkroboters ermöglicht in vielen Betrieben auch den Fortbestand als Familienbetrieb, da der begrenzende Faktor in der Bewirtschaftung eines Hofes oftmals die verfügbaren Arbeitskräfte sind. In Oberösterreich melken derzeit rund 670 Milchviehbetriebe mit einem Melkroboter, das sind rund 18% aller oö. Milchbetriebe und 28% aller LfL-Mitgliedschaftsbetriebe. Im Jahr 2030 wird eine Steigerung auf rund 40% der Betriebe erwartet, welche rund 70% aller oö. Kühe halten werden. „Im Österreichvergleich liegt Oberösterreich mit einem Anteil von rund 45% aller Melkroboter klar an der Spitze. Die Bäuerinnen und Bauern holen sich somit zunehmend technische Unterstützung in der Bewirtschaftung des Hofes und in der Bewältigung der notwendigen Tätigkeiten“, so Agrar-Landesrätin Langer-Weninger. Vor allem der Bezirk Rohrbach sticht mit 132 Betrieben hervor und ist der mit Abstand roboterstärkste Bezirk Österreichs. Einer davon ist der Betrieb Dominik Moser in Hochhaus, Gemeinde Pfarrkirchen im Mühlkreis. Der junge Betriebsführer hat 2020 den Milchviehstall zu- bzw. umgebaut und melkt seit Anfang 2021 seine Kühe mit einem Melkroboter. Derzeit umfasst der Betrieb 44 Milchkühe plus weiblicher Nachzucht. 

Neue Probennahmetechnik mit Universalgerät „ORI-Collector“
„Um die Mitglieder des LfL noch besser betreuen zu können, wurde Ende 2021 ein Grundsatzbeschluss zur Anschaffung von einheitlichen Universalgeräten des Typs ‚ORI-Collector‘ gefasst. Ziel ist es, in den nächsten Jahren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dieser neuen Technik auszustatten“, erklärt LfL-Geschäftsführer DI Markus Koblmüller. Im Abstand von 5-6 Wochen werden alle Kühe eines Betriebs einer laufenden Prozesskontrolle und einem Gesundheits-Check unterzogen. Die ermittelten Daten wie z.B.: Milchmenge, Milchinhaltsstoffe und Fitnessparameter sind entscheidende Gradmesser für die Tiergesundheit und geben wichtige Hinweise für das betriebliche Herdenmanagement sowie für die Zucht. Dadurch kann die Beratungsleistung des LfL in einer noch besseren Qualität angeboten werden. „Das Gerät ist sehr einfach gebaut, ist wenig störanfällig und hat einen sehr geringen Wartungsaufwand. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger für die Gewährung eines Investitionszuschusses von jeweils 50.000 Euro für die Jahre 2022 und 2023“, so Koblmüller.

Datenvernetzung wird angegangen
Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt ist die Intensivierung und Automatisierung des Datenaustausches zwischen dem System der Leistungsprüfung und den Melkrobotern und Sensoren am Betrieb. „Der Landwirt soll im Datenmanagement entlastet werden. Mit der Vernetzung der Daten wird das Serviceangebot für die Mitgliedsbetriebe durch neue Handlungsempfehlungen und Anleitungen weiter ausgebaut“, unterstreicht Langer-Weninger. Mit den namhaften Herstellerfirmen von Melkrobotoren sind die notwendigen Prozesse bereits im Laufen.

Daten und Fakten zum LfL
Der Landesverband für Leistungsprüfung und Qualitätssicherung in OÖ (LfL) ist ein Dienstleistungsunternehmen mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Qualitätssicherung von Milch und Fleisch in Oberösterreich. Knapp 4.000 Milchviehbetriebe nehmen die Serviceangebote der sogenannten Milchleistungsprüfung in Anspruch. Diese Daten werden in gut aufbereiteter Form den Mitgliedern zur Verfügung gestellt, dabei gewinnen elektronische Medien zunehmend an Bedeutung. Wichtige Zusatzleistungen sind Trächtigkeitsuntersuchungen auf Milchbasis, die Unterstützung von bakteriologischen Milchuntersuchungen, Abstammungskontrollen mit dem System der genomischen Selektion, Futterprobenahmen für Grundfutteruntersuchungen sowie Trinkwasseruntersuchungen für Betriebe mit eigenen Hausbrunnen oder Quellen. Ein weiteres Geschäftsfeld sind Dienstleistungen in der Klassifizierung, Herkunftssicherung und Überwachung von Markenprogrammen im Fleischbereich auf rund 35 Schlachtbetrieben in Oberösterreich.

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: Land OÖ/Ernst Grilnberger

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