mumok zeigt erste Einzelausstellung des taiwanesischen Künstlers Huang Po-Chih außerhalb Asiens

Porträt: Huang Po-Chih in der Ausstellung "Blue Elephant"

Huang Po-Chih setzt sich intensiv mit Lebens- und Arbeitsrealitäten in Taiwan auseinander – und damit auch mit Mechanismen des globalen Kapitalismus. Der Künstler (*1980 in Taoyuan) gehört einer Generation an, die in einer Ära demokratischer Reformen und hohen Wirtschaftswachstums in Taiwan sozialisiert wurde. Nach der Aufhebung der Einparteienherrschaft und des Kriegsrechts 1987 transformierte sich Taiwan in eine kapitalistisch-neoliberale, demokratisch verfasste Gesellschaft. Der Künstler beschäftigt sich mit dem Wandel der taiwanesischen Identität von einer nach innen gerichteten, von der japanischen Besatzung, der Rolle im Kalten Krieg und den Souveränitätsansprüchen gegenüber der Volksrepublik China bestimmten Erzählung hin zu einer transnationalen Vision, die lokale, ostasiatische und globale Perspektiven gleichermaßen berücksichtigt. 

Blue Elephant, der Ausstellungstitel, steht als Sinnbild für die Arbeitsrealität in der taiwanesischen Textilindustrie, die für Huang Po-Chihs Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Der Titel verknüpft individuelles Leben und Erleben mit Gesellschaftlichem und spielt auf Huangs Mutter und auf deren dauerhafte körperliche Belastung durch ihre Arbeit als Näherin an und verweist gleichzeitig auf eine Metapher, die die Taiwanesische Regierung zu Propagandazwecken eingesetzt hatte“, erklärt Kuratorin Heike Eipeldauer.

Im Mittelpunkt von Huangs Präsentation im mumok steht die mehrteilige Werkserie Production Line – Made in China & Made in Taiwan (2014—21), in der er den Aufstieg und Untergang der Textilproduktion in Taiwan thematisiert. Huangs Mutter und andere ehemalige, nun arbeitslose Textilarbeiter*innen partizipieren an diesem Projekt als Produzent*innen für eine temporär ins Leben gerufene Fertigungslinie von Jeanshemden, die von Shenzhen zurück nach Taipeh führt. Als Plattformen für die Produktion und den Verkauf begriff Huang die Shenzhen Sculpture Biennale (2014) und die Taipeh Biennale (2014): Indem er die grundlegenden Mechanismen des globalen Kapitalismus in den institutionellen Rahmen der Kunst einschleust und grundlegend hinterfragt, gelingt es, sozialen Austausch und Autonomie wiederherzustellen. „Huang Po-Chih ist in den letzten Jahren bei zahlreichen Gruppenausstellungen weltweit mit verschiedenen partizipatorischen, auf sozialen Austausch zielenden Beiträgen in Erscheinung getreten. Umso mehr freuen wir uns, in Wien seine erste Einzelausstellung außerhalb Asiens zu präsentieren“, so Karola Kraus, Generaldirektorin des mumok.

Öffnungszeiten während der Weihnachtsfeiertage:
24. Dezember 2021: 10 bis 14 Uhr
25. bis 27. Dezember 2021: 10 bis 18 Uhr
31. Dezember 2021: 10 bis 16 Uhr
1. Jänner 2022: 12 bis 18 Uhr
6. Jänner 2022: 10 bis 18 Uhr

Quelle: mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien Katharina Murschetz, Isabella Pedevilla Presse und Öffentlichkeitsarbeit / ots  //  Fotocredit: Christian Benesch, © mumok

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