Neues Nachschlagewerk zu islamischem Familienrecht

Neues Nachschlagewerk zu islamischem Familienrecht

Integrationsministerin Susanne Raab und Universitätsprofessor Ebrahim Afsah präsentieren neue Informationsbroschüre „Islamisches Familienrecht in grenzüberschreitenden Ehen“

Integrationsministerin Susanne Raab und Universitätsprofessor Ebrahim Afsah (Universität Wien) haben am Rande einer Gesprächsrunde zum Thema Zwangs- und Kinderehe gemeinsam die neue Informationsbroschüre „Islamisches Familienrecht in grenzüberschreitenden Ehen“ präsentiert. Der Leitfaden wurde von Afsah erarbeitet, bietet einen kompakten Überblick über Eherecht, Kindschaftsrecht und Erbrecht in verschiedenen mehrheitlich muslimischen Ländern wie Afghanistan, Nigeria, Pakistan, Somalia, dem Irak oder dem Iran und klärt über die Unterschiede zum österreichischen Familienrecht auf.

Integrationsministerin Susanne Raab: „Durch Migration ist in Österreich die Zahl grenzüberschreitender Ehen stark gestiegen. Für mich ist es deshalb wichtig, dass sich insbesondere junge Frauen darüber informieren können, welche Rechte sie bei internationalen Ehen haben, welche Unterschiede zwischen Österreich und den Herkunftsländern vorherrschen und welche Probleme es geben kann, etwa bei erbrechtlichen Fragen oder bei der Obsorge. Bewusstsein für die eigenen Rechte zu schaffen, ist neben rascher und unbürokratischer Hilfe für Frauen und Mädchen in Notlagen wesentlich. Dafür kann die Broschüre von Professor Afsah ein wichtiges Instrument und Nachschlagewerk sein und damit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten.“

Universitätsprofessor Ebrahim Afsah: „Das islamische Familienrecht unterscheidet sich grundlegend von der in Europa geltenden Zivilehe. Die grundsätzliche Ungleichheit zwischen Mann und Frau etwa hinsichtlich der selbstbestimmten Wahl des Wohnorts oder eines Grenzübertritts; die notwendige Vertretung der Frau bei der Eheschließung, meist durch ihren Vater, ebenso wie die Möglichkeit der stellvertretenden Eheschließung ohne Anwesenheit der Braut; besonders aber die bereits im Kindesalter angenommene Ehefähigkeit sind neben tradierten Ehrvorstellungen ursächlich für das in diesem Kulturkreis besonders verbreitete Phänomen der Zwangsehe.“

Die Broschüre steht auf der Website des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zum Download zur Verfügung.

Quelle: Pressestelle von Bundesministerin Susanne Raab / ots  //  Fotocredit: BKA/Andy Wenzel

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