NHM Wien digitalisiert 10.000 weitere Sammlungsobjekte im Rahmen des EU-Projekts Synthesys+

NHM Wien digitalisiert 10.000 weitere Sammlungsobjekte im Rahmen des EU-Projekts Synthesys+

Das EU-Projekt „Synthesys+“ erfasst auch Flughunde

Das EU-Projekt „Synthesys+“ fördert unter anderem die Digitalisierung wissenschaftlicher Sammlungen, um naturwissenschaftliche Forschung zu unterstützen. Das Naturhistorische Museum Wien ist aktuell mit drei Projekten beteiligt und erfasst Fledermäuse, Nelken sowie Torfmoose in Datenbanken.

„Synthesys+“ (Synthesis of Systematic Ressources) ist ein Projekt der Europäischen Union, das eine integrierte europäische Infrastruktur für naturwissenschaftliche Sammlungen kreiert und auch die Digitalisierung von Sammlungsbeständen fördert. 
Im Frühjahr 2020 fanden Ausschreibungen für den „Virtual Access“ – den virtuellen Zugang zu Sammlungen – statt, im Zuge dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Digitalisierung von Sammlungsobjekten von europäischen Naturkundemuseen beantragen konnten.

Von insgesamt 30 eingereichten Ansuchen wurden fünf zur Finanzierung ausgewählt: An drei dieser Ansuchen ist das NHM Wien beteiligt. „Durch diese Finanzierung wird es nun möglich, rund 10.000 Sammlungsobjekte aus dem NHM Wien zu digitalisieren und die Digitalisate in weiterer Folge öffentlich zugänglich zu machen“, freut sich Generaldirektorin Dr. Katrin Vohland über die erfolgreichen Bewerbungen des Hauses.

Die bedeutenden Sammlungen des Museums profitieren davon maßgeblich. Nicht nur der analoge Leihverkehr und Reisen von Forschenden zu Sammlungsobjekten können dadurch minimiert werden, der größte Vorteil liegt darin, dass die digitalen Datensätze und Bilder für Forschende auf der ganzen Welt einsehbar und auch jederzeit verfügbar sind.
 

Derzeit wird am NHM Wien an folgenden drei Projekten gearbeitet:

Für das Projekt „COVID-19 Chiropteran knowledge base“ werden in den nächsten Monaten Fledertiere aus den Sammlungen von neun der bedeutendsten Naturkundemuseen aus ganz Europa – darunter 1.750 Fledertiere aus dem NHM Wien – in einer umfangreichen Datenbank erfasst. Da in Fledermäusen bisher rund 200 Coronaviren festgestellt wurden, bietet diese Datenbank eine essenzielle Grundlage für die Erforschung der Fledermaus-Coronavirus-Mensch-Interaktion. „Dies untermauert einmal mehr, welchen unschätzbaren Wert naturkundliche Sammlungen, aber auch die Digitalisierung derselben haben, um für aktuelle Forschung von fortschrittlichem Nutzen zu sein. Um speziell die Forschung zu COVID 19 durch die Öffnung der Datenbanken zu beschleunigen, unterstützen wir auch das Manifesto for Covid Research der Europäischen Kommission“, bekräftigt Generaldirektorin Katrin Vohland.

In der Botanischen Abteilung sind zwei Projekte verankert: Alle Herbarbelege von Nelken (Gattung Dianthus) werden für das Projekt „Digitisation of Dianthuscollections“ fotografiert und über das Portal „JACQ“ veröffentlicht werden. Außerdem werden Torfmoose aus Grönland für das Projekt „Digitisation of Greenlandic peat moss (Sphagnum) collections from four herbaria“ digitalisiert und über dasselbe Portal zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt handelt es sich dabei um knapp 8.000 Digitalisate. 

Quelle: Mag. Irina Kubadinow Leitung Kommunikation & Medien, Pressesprecherin;Mag. Magdalena Reuss Kommunikation & Medien / ots  //  Fotocredit: NHM Wien / Frank Zachos

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