OeEB und EIB starten Investitions-Initiative für afrikanischen Privatsektor

 OeEB und  EIB starten Investitions-Initiative für afrikanischen Privatsektor

Im Bild v.l.n.r.: Michael Wancata, Werner Hoyer, Gernot Blümel, Sabine Gaber

Die Oesterreichische Entwicklungsbank (OeEB) und die Europäische Investitionsbank (EIB) wollen gemeinsam Investitionen in Ländern Sub-Sahara-Afrikas fördern. Dafür hat in dieser Woche die EIB eine erste 50-Millionen-Euro-Tranche aus einer 100 Millionen Euro umfassenden Kreditlinie für die OeEB bereitgestellt. Die OeEB wird die Kredite an afrikanische Unternehmen weiterleiten, entweder direkt oder über lokale Finanzinstitute.

Unternehmen, die am stärksten von den wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Problemen der Covid-19-Krise betroffen sind, kommen für die neue Finanzierungsinitiative in Höhe von 100 Millionen Euro der Oesterreichische Entwicklungsbank und der Europäischen Investitionsbank in Betracht. Das Programm wird den Zugang zu langfristigen Finanzierungen in Subsahara-Afrika erleichtern, zur Schaffung Tausender Arbeitsplätze beitragen und die nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung der Armut beschleunigen. Die erste gemeinsame Privatsektor-Finanzierung der beiden Institutionen wird sowohl direkte Kredite für afrikanische Unternehmen bereitstellen, als auch Finanzierungen durch lokale Banken ermöglichen.

Gernot Blümel, Bundesminister für Finanzen und Gouverneur der Europäischen Investitionsbank, begrüßte das Vorhaben: „Diese erste Zusammenarbeit zwischen der Oesterreichischen Entwicklungsbank und der Europäischen Investitionsbank stellt schnelle Hilfen für Investitionen des Privatsektors in ganz Afrika zur Verfügung und stärkt in schwierigen Zeiten die nachhaltige Entwicklung vor Ort. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie die europäische und nationale Ebene effizient zusammenarbeiten können, um gemeinsame Entwicklungsziele in Afrika zu erreichen, die Pandemiefolgen zu bewältigen und tausende Arbeitsplätze zu schaffen. Die wirtschaftliche Entwicklung am Kontinent hilft langfristig auch der exportorientierten österreichischen Wirtschaft.“

Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank sagte: „Unternehmen in Afrika und in Europa sind durch die Pandemie mit beispiellosen Herausforderungen und Exportproblemen konfrontiert und müssen ihre Geschäftstätigkeit rasch anpassen. Die Europäische Investitionsbank freut sich, gemeinsam mit der Oesterreichischen Entwicklungsbank 100 Millionen Euro bereitzustellen, damit private Unternehmen überall in Afrika Zugang zu langfristigen Finanzierungen erhalten, Arbeitsplätze schaffen und in diesen schwierigen Zeiten investieren können.“

„Den Zugang zu Finanzmitteln für kleine und mittlere Unternehmen - insbesondere in Afrika südlich der Sahara und in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt – zu verbessern, ist seit vielen Jahren eines unserer Hauptziele. Gerade jetzt, angesichts der COVID-19-Pandemie, die KMUs besonders hart trifft, ist dieses Ziel noch wichtiger geworden. Die Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank ermöglicht es uns, den Privatsektor und Unternehmen in ganz Afrika gezielt zu unterstützen, um auch weiterhin Investitionen sicherzustellen und Arbeitsplätze zu sichern“, so Sabine Gaber und Michael Wancata, Mitglieder des Vorstands der OeEB.

Armutsbekämpfung, Umsetzung der UN-Entwicklungsziele und Hilfe für afrikanische Unternehmen in der Covid-19-Krise

Angesichts der dringenden Notwendigkeit, die wirtschaftliche Resilienz und die Investitionen des Privatsektors in der Pandemie zu stärken, kann das neue Finanzierungsprogramm eine breite Palette förderfähiger Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen in Afrika unterstützen. Die neue Initiative trägt zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung bei, darunter UN-Ziel 1 „Armut beenden“ und UN-Ziel 8 „Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle“.

Sektorübergreifende Unterstützung für Unternehmensinvestitionen

Die neuen Finanzierungsmittel stehen ab sofort zur Verfügung, um Investitionen von Unternehmen im Agrar- und Lebensmittelsektor, in der verarbeitenden Industrie und im Dienstleistungssektor in Subsahara-Afrika zu unterstützen. Die Initiative von OeEB und EIB wird zahlreichen Finanzinstituten und privaten Unternehmen direkt Mittel bereitstellen, um die negativen Folgen der Covid-19-Pandemie für private Unternehmen abzufedern und die finanzielle Teilhabe von KMU zu erleichtern.

Die EIB ist die weltweit größte supranationale Bank. Im vergangenen Jahr stellte sie in Afrika in Zusammenarbeit mit ihren neun Regionalbüros fünf Milliarden Euro für Projekte des öffentlichen und des privaten Sektors bereit.

 

Die Europäische Investitionsbank (EIB)ist die Bank der Europäischen Union. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung entsprechen, sowohl in Europa als auch weltweit. Die EIB ist in rund 160 Ländern tätig und fördert Projekte, die zur Bekämpfung der Armut, zum Klimaschutz, zur wirtschaftlichen Krisenfestigkeit und zur Geschlechtergleichstellung beitragen.

Die Oesterreichische Entwicklungsbank AG (OeEB) ist seit 2008 die Entwicklungsbank der Republik Österreich und zu 100 Prozent im Besitz der Oesterreichischen Kontrollbank AG. Als Spezialinstitut finanziert sie private Investitionsvorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern, die sowohl wirtschaftlich als auch entwicklungspolitisch sinnvoll sein müssen. Projektbegleitend werden Programme unterstützt, mit denen zusätzliche Entwicklungseffekte erzielt werden.

Quelle: OeEB Oesterreichische Entwicklungsbank AG Verena Kastner / ots  //  Fotocredit: OeEB

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