OÖ zeigt vor, wie Kunststoffrecycling gelingt

OÖ zeigt vor, wie Kunststoffrecycling gelingt

LR Achleitner: „Unser Ziel ist, den Inhalt des Gelben Sacks zu 100 Prozent kreislauffähig zu machen"

Zukunftsbild 2030: Oberösterreich ist bis zum Ende des Jahrzehnts Modellregion für Kunststoff-Kreislaufwirtschaft und der Inhalt des Gelben Sacks zu 100 Prozent kreislauffähig. Der Kunststoff-Cluster begleitet aktuell mehrere Projekte, die sich für die Erreichung dieses ehrgeizigen Ziels einsetzen. Innovative und zukunftsträchtige Ideen sollen nachhaltige Recyclinglösungen ermöglichen. „Oberösterreich bildet mit seinen innovativen Unternehmen und Forschungszentren die geballte Kunststoffkompetenz ab. Wo, wenn nicht hier, können wir den Beweis für nachhaltige Lösungen antreten“, sagt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

„Die zukunftsweisenden Projekte zeigen: Kunststoff und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch“, betont Landesrat Achleitner, denn sie alle verfolgen das Ziel, Kunststoffe aus den verschiedensten Bereichen wieder in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen und das auf ganz unterschiedlichen Wegen. Unterstützung kommt dabei auch vom Land Oberösterreich: im Rahmen der FFG-Ausschreibung „OÖ2020 – Kreislaufwirtschaft“ werden wegweisende Projekte aus Mitteln der oö. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 gefördert.

Wiederverwertung von Schaumstoffabfällen
Die Schaumstoffsparte NEVON des Kunst- und Schaumstoffspezialisten Greiner produziert unter anderem Polyurethanschäume (PUR) für die verschiedensten Einsatzgebiete. Anstatt Schäume am Ende des Lebenszyklus thermisch zu verwerten oder zu deponieren, arbeitet NEVON gemeinsam mit dem Competence Center CHASE und dem Transfercenter für Kunststofftechnik (TCKT) an einem neuartigen, innovativen Recyclingverfahren. Damit sollen auch gemischte oder verunreinigte Schaumstoffabfälle verarbeitet werden können. „Mit unserer Projektarbeit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft, in der leistungsfähige Materialien eine lange Lebensdauer aufweisen und am Ende ihres Lebenszyklus wiederverwertet werden können“, ist Roland Krämer, Director Global Technology bei NEVEON, überzeugt.

Folienrecycling wichtig für Erreichung der EU-Ziele 
Kunststoffabfälle werden in Österreich zwar gesammelt, doch werden sie kaum sortiert und noch weniger recycelt. Verpackungsfolien machen dabei einen großen Teil am Abfall aus. Das Projekt FolienKreislauf2030 will den Recyclingprozess für Folien optimieren und so die Abfälle für Recyclingunternehmen besser verwertbar machen. Mithilfe des Projekt soll auch die Recyclingquote bei Kunststoffverpackungen in Österreich gemäß der von der EU vorgegebenen Ziele von aktuell 25 Prozent auf 50 verdoppelt werden. Projektpartner sind die EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen GmbH, die Walter Kunststoff Recycling WKR GmbH, die Energie AG OÖ, die O.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen GmbH, die JKU Linz sowie die Competence Center CHASE GmbH

Wie Abfall zur Rohstoffquelle wird
Nicht wiederverwertbare Kunststoffabfälle werden derzeit als Ersatzbrennstoffe (EBS) thermisch verwertet. Stattdessen könnten sie als Rohstoffquelle genutzt werden. Das Forschungsprojekt GPOIL hat sich zum Ziel gesetzt, minderwertige EBS durch chemisches Recycling in hochwertige Polyolefin-Materialien unter anderem für Lebensmittelverpackungen umzuwandeln. Bei dem Verfahren wird mittels Pyrolyse Öl aus Kunststoffabfällen zurückgewonnen, das wieder als Rohstoff für neue Produkte eingesetzt werden kann. Die Projektgruppe strebt an, den gesamten Prozess inklusive der Aufbereitung im industriellen Maßstab umzusetzen. „Damit könnte der künftige Rohstoffbedarf der Kunststoffindustrie zu einem großen Teil mit recyceltem Material abgedeckt und ein Riesenschritt Richtung endloses Kreislaufsystem gesetzt werden“, erklärt Stephan Laske, R&D Director bei Greiner Packaging. Die Greiner Packaging International GmbHarbeitet gemeinsam mit der Next Generation Elements GmbH, der FH OÖ Campus Wels und der Energie AG Umweltservice GmbH im Projekt.

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: Land OÖ/Lisa Schaffner

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