Montag 20. Mai 2019
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Psychische Versorgung in Österreich: PsychologInnen-Verband unterstützt Kritik des Rechnungshofes

PsychologInnen fordern gesamthafte Lösung unter stärkerer Berücksichtigung der Psychologie

Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) teilt die Kritik des Rechnungshofes an der schlechten Versorgungslage psychisch Erkrankter in Österreich und begrüßt den Vorschlag nach der Erarbeitung eines neuen, übergreifenden Versorgungskonzeptes. Dass noch immer grundlegende Daten und Fakten über die Behandlung psychisch Erkrankter in Österreich fehlen und es beispielsweise kein einheitliches Vorgehen zu psychologischer Diagnostik und Therapie gibt, wird bereits seit Jahren auch vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen bemängelt.

Während psychologische Behandlung, Beratung und Diagnostik in Krankenanstalten bereits gut verankert sind, gibt es im niedergelassenen Bereich weiterhin massive Versorgungslücken. Wichtige Leistungen der Klinischen Psychologie werden in diesem Bereich noch immer nicht übernommen. Dabei könnten Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen mit ihrer weitreichenden Expertise in ganz Österreich die vorhandenen Lücken schließen und auch Wesentliches bei der Behandlung psychischer Erkrankungen beitragen, ebenso wie zu deren Prävention beispielsweise als Folge von chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen am Arbeitsplatz.

Der Rechnungshof fordert ein neues, gesamthaftes Konzept der Versorgung psychisch Erkrankter in Österreich und ein Neudenken bestehender Strukturen. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen teilt diese Forderung und hält fest, dass dazu die Einbeziehung aller gesetzlich verankerten und zur Therapie der Erkrankungen berechtigten "Psy-Berufe" (PsychologInnen, PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen) unbedingt nötig ist.

„Als Berufsverband Österreichischer PsychologInnen wünschen wir uns, dass die Kritik des Rechnungshofes an der schlechten Versorgung psychisch Erkrankter in Österreich ernstgenommen und schnellstmöglich an einer Verbesserung gearbeitet wird. Nicht nur PsychotherapeutInnen, auch PsychologInnen können hierzu einen ganz wesentlichen Beitrag leisten“, erklärt ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen. „Auch wir unterstützen die Entwicklung einer gesamthaften Lösung, in der nicht nur die Psychotherapie, sondern auch die Psychologie eine entscheidende Rolle spielt."

Derzeit wird im Rahmen des Österreichischen Gesundheitsziels „Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungen fördern“ auch unter Mitarbeit des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen bereits an der Erstellung eines Konzepts für eine gesamthafte Lösung zur Organisation und Finanzierung von psychologischer und psychotherapeutischer Versorgung gearbeitet.

„Als bestens ausgebildete ExpertInnen können wir als Psychologinnen und Psychologen die psychische Betreuung der österreichischen Bevölkerung sowohl quantitativ als auch qualitativ auf eine breitere Basis stellen“, sagt die Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen, ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

Quelle: OTS  Foto: Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP)