Ruck - Künftige Regierung bei Steuerreform nicht aus der Pflicht nehmen

Ruck - Künftige Regierung bei Steuerreform nicht aus der Pflicht nehmen

Peter Bosek (li.), Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Österreich und Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

„Wir sind sehr glücklich, dass die erste Etappe der Steuerreform bereits umgesetzt wurde“, sagte Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck gestern Abend beim großen WK Wien-Steuerabend, zu dem rund 1700 Wiener Unternehmer gekommen waren. Mit dieser ersten Etappe seien einige Forderungen erfüllt worden, „die für uns sehr wichtig waren, etwa die Pauschalierung für Kleinunternehmer, die Anhebung der Kleinunternehmergrenze, aber auch ganz besonders die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)“, so Ruck. Zugleich stehe Österreich vor der Bildung einer neuen Regierung. „Wir sollten diese nicht aus der Pflicht nehmen, den größeren Schritt der Steuerreform zu machen, und zwar relativ schnell.“ Handlungsbedarf sieht er beispielsweise bei der Senkung der Einkommensteuersätze und der Beseitigung der „kalten Progression“ durch ein Valorisierungsgesetz. Diese Maßnahmen seien „dringend notwendig“, sagte Ruck.

Auch Peter Bosek, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Oesterreich, hat Wünsche an die Politik: Er kritisierte die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die dafür verantwortlich sei, dass es seit Jahren keine nennenswerten Zinsen auf Sparbücher gebe. Die Erste Bank ist Kooperationspartner des jährlich stattfindenden Steuerabends der WK Wien und feiert heuer ihr 200-jähriges Gründungsjubiläum. Die erste Kommerzkundin der Erste Bank sei vor rund 200 Jahren eine Frau gewesen, eine sehr erfolgreiche Unternehmerin, die ein Gasthaus in der Taborstraße im 2. Bezirk hatte, berichtet Bosek. Und auch die erste Sparbuch-Kundin sei eine Frau gewesen, Marie Schwarz. Gestern wie heute und morgen stünde die Steigerung des Gemeinwohls im Mittelpunkt der Bankaktivitäten, sagte Bosek. „Dabei spielt auch die Unterstützung der heimischen Wirtschaft mit kundenorientierten Bankdienstleistungen eine entscheidende Rolle.“

Tipps der Steuer-Experten helfen Wiener Unternehmern

Steuer-Experten der Wirtschaftskammer Wien und der Steuerberatung TPA informierten im Anschluss über die steuerlichen Änderungen, die auf Unternehmen mit dem kommenden Jahr zukommen. Das betrifft etwa die Kleinunternehmer-Pauschalierung, die Anhebung der GWG-Grenze, die Senkung der Krankenversicherungsbeiträge für Unternehmer, aber auch die sogenannten Quick Fixes (das sind Vereinfachungen und Harmonisierung bei der Mehrwertsteuer beim innergemeinschaftlichen Warenverkehr) und weitere Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer wie z.B. die Erhöhung der Umsatzgrenze bei der Kleinunternehmerregelung, die Abschaffung der 22 Euro-Grenze bei der Einfuhrumsatzsteuer, die Änderung bei der NoVa Berechnung, die Meldeverpflichtung für Online-Plattformen sowie die Einführung der Digitalsteuer als nicht geglückter Versuch, internationale Steuergerechtigkeit herzustellen. Auf Unternehmen kommt also einiges zu.

Weiters gab es jede Menge Tipps, wie Unternehmer heuer noch Steuern sparen können, etwa über den Gewinnfreibetrag, Investitionen, Prämien und Vergütungen, Überlegungen zur Rechtsform, die Anschaffung eines Elektro-Autos, die Sachbezugsbewertung für Firmen-Pkw, die Berücksichtigung von Substanzverlusten auf Kapitalvermögen, den Familienbonus, steuerbegünstigt Spenden sowie Sonderausgaben wie freiwillige Weiterversicherungen oder den Nachkauf von Versicherungszeiten, die nur angerechnet werden, wenn sie gemeldet werden. Die Vorträge sind auf wko.at/wien/steuern nachzulesen.

Quelle: Wirtschaftskammer Wien Presse und Newsroom/ots  //  Fotocredit: Wk Wien/Florian Wieser

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