Rund ums Haus die Vögel schützen

Rund ums Haus die Vögel schützen

DIE UMWELTBERATUNG gibt Tipps für vogelfreundliches Gärtnern

Viele Vogelarten sind gefährdet, weil sie nicht genug Nahrung finden und ihre Lebensräume verlieren. Auch Gebäude können zu tödlichen Fallen für Vögel werden. Mittlerweile sind auch bislang häufige Vogelarten wie Mauersegler, Rotkehlchen oder Grünling seltener geworden. Einfache Maßnahmen tragen zum Schutz der Vögel bei. DIE UMWELTBERATUNG informiert über vogelfreundliche Gartengestaltung und Vogelschutzmaßnahmen an Gebäuden.

Vögel sind mit ihrem fröhlichen Gesang in unseren Gärten und Innenhöfen gern gesehene Gäste, aber sie bekommen dort nicht immer, was sie zum Überleben brauchen. Der Herbst ist eine gute Zeit, um das zu ändern! „Beeren und Samen sollten bis zum Frühjahr an den Pflanzen bleiben, um die Vögel gut durch den Winter zu bringen. Und bei Neupflanzungen sind Wildblumen und Wildgehölze die erste Wahl für Vögel“, empfiehlt Mag.a Bernadette Pokorny, Gartenexpertin von DIE UMWELTBERATUNG.

Den Vögeln das Überleben sichern

Vögel benötigen naturnahe Grünräume mit Nahrung, Verstecken und Nistmöglichkeiten. Gärten und Innenhöfe, die vielfältig gestaltet sind und ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Herbizide gepflegt werden, bieten den Vögeln Lebensraum. 5 Tipps dazu:

1. Wildblumen wachsen lassen

Heimische Wildblumen und so genannte Unkräuter, wie Flockenblumen, Vogelmiere, Johanniskraut und diverse Distelarten decken den Vögeln den Tisch. Viele dieser Pflanzen können im Herbst gesetzt werden. Verblühte Wildblumen sollten nicht im Herbst, sondern erst im Frühling zurückgeschnitten werden.

2. Alte Bäume stehen lassen

Alte Bäume und Totholzstapel gewähren den Vögeln Unterschlupf. Höhlenbrüter wie Meisen, Kleiber und Gartenrotschwanz nisten in Hohlräumen alter Bäume, und im Holz leben Insekten und Larven, die Nahrungsgrundlage vieler Vögel. Wo es zu wenige natürliche Nistmöglichkeiten gibt, sind Nistkästen eine hilfreiche Maßnahme. Am besten werden diese schon im Herbst angebracht und jährlich im Spätsommer gereinigt.

3. Regionale Laubsträucher pflanzen

Auf Sträuchern und Bäumen wie Holunder, Liguster und Vogelbeere leben zahlreiche Insekten, die für Vögel zusätzlich zu den Beeren wertvolles Futter bieten. Dornige Sträucher wie Wildrosen, Weißdorn und Schlehe bieten beliebte Brutplätze und Verstecke, weil ihre Dornen vor Fressfeinden schützen. Die Hecke sollte nicht in der Brutzeit von März bis August zurückgeschnitten werden, um die Vögel nicht beim Brüten zu stören.

4. Dächer und Fassaden begrünen

In der Stadt bieten Fassadenbegrünungen, begrünte Innenhöfe und Dächer den Vögeln Nahrung und Lebensraum. Zum Beispiel im Wilden Wein oder Efeu finden Vögel katzensichere Nistplätze und Futter in Form von Beeren.

5. Glasflächen vogelsicher gestalten

In Österreich verunglücken Schätzungen zufolge jährlich hunderttausende Vögel durch Kollisionen mit Glas. Vögel sehen die Glasflächen nicht, sondern nur die Pflanzen dahinter oder den Himmel, der sich im Glas spiegelt. Damit Vögel das Glas wahrnehmen, muss es auf der gesamten Fläche gemustert sein. Die Glasflächen nicht zu oft blitzblank zu putzen, hilft den Vögeln auch. Nachträglich können Glasscheiben mit Streifenaufklebern oder Fensterdekorationen, aber auch durch Außenjalousien, Fenstergitter oder Fliegengitter sichtbar gemacht werden. Die Abstände zwischen den Mustern sollten nicht größer als 15 cm sein. Die bekannten schwarzen Greifvogelaufkleber sind leider nutzlos.

Gebäudebrüter

Die sogenannten „Gebäudebrüter“ nutzen Gebäude als Lebensraum und zur Brut – dazu zählen z. B. Mauersegler, Mehlschwalben, Turmfalken und Dohlen. Sie kommen Jahr für Jahr zum selben Standort. Durch Fassadensanierungen und Dachausbauten verlieren sie Lebensräume und Nistplätze. In Wien ist es verboten, ihre Brutplätze und Quartiere zu zerstören oder die Tiere zu vertreiben. Die zeitliche Abstimmung der Baumaßnahmen auf die Brutzeit der Arten und rechtzeitige Montage von Ersatznistkästen ermöglichen das Bauen im Einklang mit dem Naturschutz. Vor den Bautätigkeiten unterstützen Biologiefachkräfte mit ihrer Expertise.

Quelle: DIE UMWELTBERATUNG, DIin Sabine Seidl / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

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