Schauspielhaus Wien präsentiert Saison 20/21

Schauspielhaus Wien präsentiert Saison 20/21

Schauspielhaus-Intendant Tomas Schweigen und die Leitende Dramaturgin Lucie Ortmann stellen im Kreis ihres Ensembles und der Regisseur*innen das Programm 20/21 vor

Das Schauspielhaus Wien hat gestern das Programm für die Spielzeit 2020/2021 bekanntgegeben. Dies geschah diesmal nicht durch eine konventionelle Pressekonferenz, sondern im Rahmen eines digitalen Pre-Release auf www.schauspielhaus.at. Neben ersten Beiträgen des hypermedialen Langzeit-Projekts LOST IN SPACE AND TIME, gleichzeitig der »Albumtitel« der kommenden Spielzeit, findet sich dort ein vierminütiges Video, in dem Intendant Tomas Schweigen und die neue Leitende Dramaturgin Lucie Ortmann gemeinsam mit dem Ensemble und den Regisseur*innen ihre Pläne vorstellen.
Bevor das Schauspielhaus Wien in die Sommerpause geht, wird bis Samstag noch musikalisches Programm geben.

In der aktuellen Saison kam es Corona-bedingt nicht mehr zu den beiden letzten geplanten Premieren, beide Produktionen konnten jedoch verschoben werden: Somit startet das Schauspielhaus Wien am 30.9. mit der Uraufführung des Auftragswerks »Rand« von Miroslava Svolikova in die neue Saison. Nebenfiguren dieses Textes – eine Gruppe von Astronaut*innen auf einer verlorenen Raumstation – bilden den Ausgangspunkt des während des Lockdowns entwickelten Spin-Offs LOST IN SPACE AND TIME, das sich in Form von diversen Beiträgen (Hörspielen, Aktionen, Performances, Video-Clips in öffentlichen Verkehrsmitteln etc.) hypermedial über die gesamte Spielzeit spannen wird. Die zweite Premiere ist am 30.10. mit dem ebenfalls verschobenen »Tragödienbastard« von Ewelina Benbenek in der Regie von Florian Fischer.

HYSTERIA-MITGLIED LYDIA HAIDER ist »Am Ball«

»Niemand schreibt so böse wie sie«, urteilte unlängst die ARD. In »Am Ball« nimmt Lydia Haider uns mit auf einen gewaltvollen, orgiastischen Trip durch die Wiener Hofburg (Premiere 3.12, Regie: Evy Schubert). Die Geschichte verbindet die genaue Beschreibung eines Akademikerball-Besuchs mit Splatter-Fantasien. Dokumentation und Horror – hier wird beides real. Die Berliner Regisseurin und Videokünstlerin Evy Schubert inszeniert die Uraufführung im Nachbarhaus/USUS.

GRATZER-PREISTRÄGERIN 2020: Anna Neata

Das Hans-Gratzer-Stipendium hat sich insbesondere in den letzten Jahren zu einem Sprungbrett für junge Talente entwickelt. Heuer konnte die Salzburgerin Anna Neata den Preis für sich entscheiden. Die formal bestechende und inhaltlich dringliche Auseinandersetzung mit weiblichen Körpern sowie der Zuschreibung von Mutterschaft überzeugte die Jury. »Oxytocin Baby« in der Regie von Rieke Süßkow ist ab dem 28.1.2021 zu sehen.

KOLLEKTIVE AUTOR*INNENSCHAFT: Teams übernehmen Anfang 2021 das Schauspielhaus

Die britische Theatergruppe Kandinsky aus London, bestehen aus dem Autor und Regisseur James Yeatman und der Dramaturgin Lauren Mooney, kommt Anfang 2021 nach Wien. Die Texte für ihre Stücke entwickeln sie nach intensiver Recherche gemeinsam mit dem Ensemble und Team. In ihrem neuen Projekt (Premiere Ende Februar 2021) widmen sie sich dem in Spielfilmen prophezeiten und von Prepper*innen erwarteten Ende der Welt.

Ihre gemeinsam entwickelten Inszenierungen wurden zu zahlreichen Festivals eingeladen: Am Schauspielhaus Wien beschäftigen sich der Regisseur, Autor und Performer Jan Philipp Stange und der Bildende Künstler, Bühnenbildner und Musiker Jakob Engel in »Odyssee 2021« mit dem
Zuhausebleiben (Premiere Ende März 2021). Die Abenteuerfahrt des Odysseus bildet die Folie für ihre Auseinandersetzung mit Entfremdung in unserer schnelllebigen, unverbindlichen Zeit. Was sind das für Träume vom Ankommen – und wie unterlaufen sie, dass wir uns dort zu Hause fühlen, wo wir gerade sind?

ENIS MACI kommt zurück

Enis Maci feierte ihre ersten Erfolge als Dramatikerin am Schauspielhaus Wien und gehört mittlerweile zu den gefragtesten Autor*innen ihrer Generation. Mit »Bataillon« hat sie einen starken, herausfordernden und kämpferischen Text geschrieben. Es ist nach »Mitwisser« und dem Nestroypreis-nominierten »Autos« bereits das dritte Stück der Autorin, das am Schauspielhaus zur Aufführung gebracht wird – dieses Mal in der Regie von Tomas Schweigen.

FINALE per Skype mit der Großmutter

Den Spielzeit-Abschluss krönt ein außergewöhnliches und sehr unterhaltsames Projekt, das der junge Autor, Performer und Regisseur Arthur Romanowski zusammen mit seiner Großmutter Brygida Najdowska entwickelt: »Rote Beete Reden. Geschichten von Nie-Familien (Burcaczane Rozmowy. Opowiescie o Nie-Rodzinach)«. Ein Live-Kochshow-Talkformat über das österreichisch-deutsche, das deutsch-polnische und das deutsch-polnisch-österreichische Verhältnis. Es treten auf: Kunstfiguren, spekulative Denker*innen, Skype-Monitore, Fabelwesen und Wendepunkte! (ab Mai 2021 im Nachbarhaus/USUS)

Programm zum SAISONSCHLUSS

Bevor es in die reguläre Sommerpause geht, öffnet das Schauspielhaus Wien nach drei Monaten Covid19-bedingter Schließung mit drei musikalischen Abenden für das Publikum. Alle sind herzlich eingeladen, den Schluss dieser in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Theatersaison in der Porzellangasse 19 zu feiern:

  • 18. Juni 20h: Ein Album für die Ewigkeit (Musik/Literatur) mit Fritz Ostermayer und Stefan Slupetzky
     
  • 19. Juni 21h: Sägezahn #18 (Line-Up: Gischt | Ursula Winterauer, Conny Frischauf, Claudia Larcher)
     
  • 20. Juni 20h: Konzert „Das Trojanische Pferd“ (Chanson-Punk)

Selbstverständlich werden im Vorfeld alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Die auf 95 Sitzplätze verringerte Kapazität garantiert den nötigen Abstand im Zuschauerraum, nach derzeitigem Stand gilt während der Veranstaltung vorerst Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.
 

RÜCKBLICK auf eine kurze, aber ERFOLGREICHE SAISON

Die letzten Monate vor dem Lockdown waren in vielerlei Hinsicht sehr erfreulich. Einerseits durch den weiter gestiegenen Publikumszuspruch - beinahe sämtliche Vorstellungen von "Subutex 1+2" und "Herzen der Gewalt" waren ausverkauft - und auch durch diverse Preise und Auszeichnungen für am Schauspielhaus arbeitenden Künstler*innen: So war beispielsweise die Autorin Enis Maci für ihr Stück "Autos" für einen Nachwuchs-Nestroypreis nominiert und mit "Was ihr wollt: Der Film" der Gruppe FUX wäre das Schauspielhaus zum vierten Mal in Folge zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen gewesen. Doch dann kam Corona...

Wir blicken optimistisch und voller Tatendrang in die neue Saison und freuen uns auf viele persönliche, inspirierende und leidenschaftliche Begegnungen.

Quelle: Hubert Weinheimer Öffentlichkeitsarbeit Schauspielhaus Wien / ots  //  Fotocredit: Film-Still aus dem Spielzeitvideo, Kamera: Patrick Wally

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