Seidler nach Budgetrede: „Sie sehen uns erleichtert“

Seidler nach Budgetrede: „Sie sehen uns erleichtert“

uniko-Präsidentin würdigt Bekenntnis der Bundesregierung zu Universitätsbereich. Im Bild Rektorin Ulrike Sych (mdw), Rektor Oliver Vitouch (Uni Klagenfurt, Vizepräsident), Rektorin Sabine Seidler (TU Wien, Präsidentin), Rektor Heinz Engl (Uni Wien), Rektor Hellmut Samonigg (MedUni Graz)

Rund zwei Wochen vor dem Stichtag haben Österreichs Universitäten seit Mittwoch Klarheit: Da laut Universitätsgesetz das Budget für die Leistungsperiode 2022 bis 2024 mit Ende Oktober 2020 fixiert sein muss, können sie mit 12,3 Milliarden Euro rechnen (in der aktuellen Periode 2019 bis 2021 stehen knapp elf Milliarden Euro zur Verfügung). „Heute sehen Sie uns erleichtert, auch wenn unsere Maximalforderung nicht aufgegangen ist. Ich persönlich sehe in den 12,3 Milliarden Euro Unibudget für die kommenden drei Jahre ein Bekenntnis dieser Bundesregierung und insbesondere der zuständigen Minister für den Universitätsbereich“, erklärte die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko)und Rektorin der TU Wien, Sabine Seidler, heute, Donnerstag, am Tag nach der Budgetrede des Finanzministers bei einer Pressekonferenz des uniko-Präsidiums in Wien.

„Wir neigen in Österreich dazu, das Glas eher halb leer zu sehen, ich denke, es ist halb voll“, sagte die Präsidentin. Das Budget ermögliche „eine solide Konsolidierung des Erreichten“ und stelle einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse in Richtung internationaler Standards dar. Gleichzeitig machte Seidler deutlich, dass die in drei Etappen (zu je drei Jahren) geplante Umsetzung der Unifinanzierung NEU in die Warteposition gerät. „Dazu stehen im derzeitigen Dreijahresbudget 500 Millionen Euro zur Verfügung. In unserer Planung hatten wir die Umsetzung der zweiten Etappe ab 2022 vorgesehen. Die nicht unbeträchtliche Summe von noch einmal 500 Millionen Euro war allein für diesen Zweck in unserer Budgetforderung enthalten. Ein solcher Ausbau ist mit den 12,3 Milliarden Euro nicht möglich.“ Aus Sicht des Gesamtsystems gestatte es jedoch die angekündigte Summe, „uns optimal auf die nächste Etappe der Unifinanzierung ab 2025 vorzubereiten“.

Seitens der größten Universität des Landes stellte der Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, fest: „Das Budget stellt sicher, dass wir den Schwung aus den letzten beiden Jahren mit einer massiven Steigerung des wissenschaftlichen Personal mitnehmen können: die Betreuungsverhältnisse für die Studierenden weiter verbessern und Forschung in Zukunftsbereichen stärken. Da hilft uns auch die angekündigte Budgetsteigerung des Wissenschaftsfonds FWF, die eine Exzellenzinitiative ermöglichen soll.“

Aus Sicht der Medizinischen Universitäten hob Hellmut Samonigg, Rektor der Med Uni Graz, hervor: Eine Steigerung des Budgets für die Universitäten sei „in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich und umso erfreulicher“. Er betonte, dass das von Bundesminister Faßmann initiierte Impuls-Programm zur Stärkung der universitären Medizin-Forschung und Ausbildung in Österreich Uni-Med-Impuls 2030 „entsprechende budgetäre Berücksichtigung für die Medizinischen Universitäten - und die Veterinärmedizinische Universität - finden muss“.

Für die Kunstuniversitäten brachte Ulrike Sych, die Rektorin der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die Sorge zum Ausdruck, dem internationalen Wettbewerb weiterhin standhalten und an der Weltspitze bleiben zu können: „Die Kunstuniversitäten sind Österreichs weltweit anerkannte Aushängeschilder für akademische Exzellenz. Eine Finanzierung, die nur den Status Quo erhält, macht es uns beinahe unmöglich, die Universitäten innovativ weiterzuentwickeln. Fortschritte wie etwa die Digitalisierung sind nicht nur auf einen starken MINT-Bereich angewiesen, sondern im gleichen Ausmaß auch auf die Kompetenz zu künstlerischem Denken und Handeln.“

Einen optimistischen Ausblick gab der Rektor der Universität Klagenfurt, uniko-Vizepräsident Oliver Vitouch: „Der 2019 erfolgte Einstieg in die Universitätsfinanzierung NEU, vulgo Studienplatzfinanzierung, hat dem enormen Wachstum der Studierendenzahlen von 2000 bis 2010 spät, aber doch Rechnung getragen. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil des Universitätsbudgets am BIP nachhaltig zu erhöhen. Mit der nun verlautbarten Steigerung von ca. 4 Prozent per annum gelingt zumindest eine Konsolidierung – in Zeiten der COVID-Wirtschaftskrise ein dankenswerter Schritt. Der BIP-Anteil bleibt damit mittelfristig konstant, unsere Universitäten fallen international nicht zurück.“

Quelle: Manfred Kadi Pressereferent Österreichische Universitätenkonferenz / ots  //  Fotocredit: Uniko/APA-Fotoservice/Tesarek

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