Selbst Darmbakterien funktionieren besser im Team

Selbst Darmbakterien funktionieren besser im Team

Internationale Kohortenstudie belegt österreichisches Probiotika-Erfolgskonzept

 Eine soeben im Fachjournal Nature Communications veröffentlichte Publikation des King's College London zeigt eindrucksvoll, dass mikrobielle Teams – sogenannte Multispezies-Probiotika – im Bereich der probiotischen Medizin klar gegenüber Produkten mit nur einer einzigen bakteriellen Art zu bevorzugen sind, wenn es um die Verbesserung der menschlichen Gesundheit geht. Dazu wurden die Daten von mehr als 1.000 Zwillingspaaren aufwändig analysiert. Mag. Anita Frauwallner, CEO des Institut AllergoSan sagt dazu: „Vor mehr als 25 Jahren, als wir als Pioniere das Multispezies-Konzept in der probiotischen Medizin entwickelten, wurde dies nicht verstanden: Es schien zu komplex, zu schwierig in der Analyse und auch nicht notwendig. Nun ist der klare internationale Beweis erbracht, dass dieses Konzept der bakteriellen Teams, welches wir mit unseren Multispezies-Probiotika unter der Marke OMNi-BiOTiC® seit jeher verfolgen, sich als viel effizienter im Sinne menschlicher Gesundheit erweist, als Einzelstamm-Probiotika, die leider immer noch häufig angeboten werden“.

DNA-Sequenzierung ermöglicht es, das Darm-Mikrobiom zu verstehen

Unser Verdauungstrakt beherbergt Billionen von Mikroben, hauptsächlich Bakterien, die uns helfen, Nahrung zu verdauen, Vitamine herzustellen, das Immunsystem zu stärken, uns vor pathogenen Keimen zu schützen und Metabolite zu produzieren, die sich äußerst positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Die jüngsten Fortschritte in der DNA-Sequenzierung ermöglichten es den Wissenschaftlern, nicht nur zu verstehen, welche Mikroben unseren Darm bewohnen, sondern auch zu erkennen, welche Funktionen sie ausüben, wie sie mit der Umwelt in unserem Darm interagieren und wie wesentlich sie unseren Stoffwechsel und unsere Gesundheit beeinflussen. Ihr Vorkommen, speziell aber auch ihre Absenz werden mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht – von metabolisch bis neurologisch.

Wie die Arbeit des King's College nun klar bestätigt, findet nicht nur zwischen den Bakterien und den Darmzellen ein intensiver Dialog statt, sondern auch zwischen der Darm-Mikrobiota und unserem Blut – und das erklärt, warum die Zusammensetzung unserer Darmmikroben so stark mit unserer Gesundheit verbunden ist. Rund 93% dieses Dialogs sollen laut Studie [1] mikrobielle Funktionen betreffen. Glücklicherweise kann man die Anzahl und Aktivität unserer Mitbewohner im Darm durch Ernährung, Lebensstil sowie die Einnahme von Probiotika und Präbiotika ganz wesentlich beeinflussen.

Teamarbeit der Darmbakterien ist wichtiger als die Arbeit einzelner Bakterien

Während sich die Forschung hauptsächlich auf die gesundheitlichen Auswirkungen einzelner mikrobieller Arten konzentriert hatte, zeigt diese neueste und bisher umfassendste Studie des King's College London, dass mikrobielle Teamarbeit tatsächlich viel wichtiger ist als eine einzelne Art, die allein arbeitet.

Mikroben arbeiten in Gruppen, um verschiedene Funktionen zu erfüllen. Das, was im Darm aufgrund unserer Nahrungsaufnahme vorhanden ist, nutzen diese Bakterien und produzieren in großer Anzahl jene Moleküle, die dann unseren Stoffwechsel beeinflussen. „Durch die Sequenzierung der mikrobiellen DNA können wir jene 'Fingerabdrücke' identifizieren, die es uns ermöglichen, eine Art von einer anderen zu unterscheiden. Wir können auch ihre Gene untersuchen und die Funktionen vorhersagen, die sie ausführen“, so Mario Falchi [2], Mitautor der gerade im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ publizierten Studie.

Mehr als 1.000 Zwillingsdaten wurden analysiert

Anhand von über 1.000 Daten aus der Kohorte „TwinsUK“ verglichen die Studienautoren, wie sich Zwillingen hinsichtlich ihrer Mikroben-Arten im Darm unterscheiden und wie sich dies in Bezug auf die Funktionen, welche diese Bakterienteams ausüben, auswirkt. Zwar teilen nur 43% der Bakterien-Arten im Darm, jedoch sind 82% der mikrobiellen Funktionen genau gleich. Tatsächlich können verschiedene Mikroben ähnliche Funktionen übernehmen: „Dann haben wir Hunderte von Molekülen im Darm und im Blut gemessen – repräsentativ für den mikrobiellen und menschlichen Stoffwechsel – und geprüft, ob ihre Häufigkeit stärker mit dem Vorhandensein bestimmter mikrobieller Arten oder den mikrobiellen Funktionen von mikrobiellen Teams zusammenhängt. Wieder gewann die Teamarbeit, wobei mikrobielle Funktionen wichtiger waren als einzelne Mikroben, da sie eine größere Anzahl von Assoziationen mit der molekularen Zusammensetzung von Darm und Blut zeigten“, ergänzt Falchi [2].

Grazer Forschungs-Unternehmen als Pionier der Multispezies-Probiotika

Vor knapp 25 Jahren wurde durch Anita Frauwallner das erste Multispezies-Probiotikum – OMNi-BiOTiC® 6 – in Österreich auf den Markt gebracht. Heute freut sich die Gründerin und Leiterin des Institut AllergoSan über dieses sensationelle Studienergebnis, das ihre Pionierarbeit bestätigt: „Ich bin froh, dass diese international anerkannte Arbeit des King's College unumstößlich zeigt, dass sich zukünftige Behandlungen zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit auf mikrobielle Teams konzentrieren müssen. Das Team gewinnt immer gegen den Einzelkämpfer – aufgrund höherer Spezialisierungsmöglichkeiten und aufgrund der besseren Kommunikation. Deshalb gibt es im OMNi-BiOTiC®-Portfolio nur Multispezies-Präparate – und auch in Zukunft wird es nur diese geben, weil sie erfolgreicher sind!“

Quellen:
[1] A. Visconti et al., “Interplay between the human gut microbiome and host metabolism,” Nat. Commun., vol. 10, no. 1, p. 4505, Dec. 2019. 

Volltext der Open-Access-Studie abrufbar unter:
https://www.ots.at/redirect/theconversation (abgerufen am 07.10.2019) 

Quelle: Institut AllergoSan, Mag. (FH) Heidrun Valencak-Hösel/ots  // Fotocredit: Getty Images/iStockphoto
 

Das könnte Sie interessieren!

Speziallabor für „Präzisionsmedizin“ - Ordensklinikum Linz bietet österreichweite Expertise

17. 10. 2019 | Gesundheit

Speziallabor für „Präzisionsmedizin“ - Ordensklinikum Linz bietet österreichweite Expertise

Insbesondere die Onkologie ist von diesen rasanten Entwicklungen betroffen, da genetische Analysen in der modernen Medizin ein wesentlicher Bestandteil der...

Spitzenmedizin in der Krebsbehandlung in Niederösterreich

16. 10. 2019 | Gesundheit

Spitzenmedizin in der Krebsbehandlung in Niederösterreich

Neue Hoffnung für Patienten - Prim. Dr. Martina Metz (Leiterin der Strahlentherapie und Radioonkologie LK Wiener Neustadt), LHSTV Dr. Stephan Pernkopf, Pri...

 „Kinderaugen & Lernen“ für Lehrkräfte

14. 10. 2019 | Gesundheit

„Kinderaugen & Lernen“ für Lehrkräfte

„Um das Thema „Augen-Sehen-Lernen“ näher zu beleuchten, hat die Gesellschaft der Österreichischen Augenärztinnen und Augenärzte (ÖOG) mit der Arbeiterkamme...

Weltrheumatag - BÖP fordert bessere, psychologische Versorgung von rund 2 Millionen Betroffenen in Österreich

12. 10. 2019 | Gesundheit

Weltrheumatag - BÖP fordert bessere, psychologische Versorgung von rund 2 Millionen Betroffenen in Österreich

60% der Betroffenen leiden an depressiven Verstimmungen

Seit 30 Jahren Dialysepatientin –In Bad Ischl ist man keine Nummer

12. 10. 2019 | Panorama

Seit 30 Jahren Dialysepatientin –In Bad Ischl ist man keine Nummer

Bad Ischl / Bad Goisern -  Ihren Lebensmut lässt sich Frieda Schmaranzer dennoch nicht nehmen - Es ist ein großes Geschenk, dass ich noch lebe und das...