So funktioniert Alltags-Radfahren in den Niederlanden

So funktioniert Alltags-Radfahren in den Niederlanden

LEADER-Exkursion „Alltagsradfahren in den Niederlanden“ – Lernen von den Besten in der Radhauptstadt Groningen. Wie Investitionen in den Radverkehr seit 50 Jahren zielführend betrieben werden, kommen doch auf den Platz eines Autos 20 Fahrräder.

Eine Delegation von 25 Personen nutzte drei Tage lang die Möglichkeit die Radfahrkultur der Niederländer hautnah zu erleben. Im Zuge des transnationalen Kooperationsprojektes der LEADER-Regionen Vöckla-Ager, Mühlviertler Kernland und Eferdinger Land wurde die Fahrradvorzeigestadt Groningen und ihre umliegende Region besucht.

Die Niederlande ist hinsichtlich Radverkehr ein Musterschüler. Für 36 % der Niederländer ist das Fahrrad das am meisten benutzte Verkehrsmittel (VCÖ 2015), in unserer Region liegt der Anteil bei bescheidenen 5 % (Verkehrserhebung Land OÖ 2012). In der Stadt Groningen beträgt der Anteil an Radfahrern am Verkehr sogar rekordverdächtige 60%! Ziel der Exkursion war es, von den Besten zu lernen und neue Ideen und Inspirationen zur Verbesserung der Fahrradsituation in unserer Region zu bekommen. Beispiele dafür wurden zu Genüge geboten: von Bicycle Highways (Fahrrad-Autobahnen), welche als äußert großzügige Fahrradwege die Radfahrer in die Stadt leiten, über Park & Ride-Anlagen für Fahrräder mit smarten Fahrradboxen, bis zu der mit einer Länge von 800m gerade im Entstehen begriffenen längsten Fußgänger- und Fahrradbrücke Europas. Neben diesen aufwändigen infrastrukturellen Maßnahmen bedienen sich die Niederländer aber auch ganz einfacher Mittel, um den Fahrradverkehr aufzuwerten. Vor allem das „Alle-Grün“-System in der Fahrradstadt Groningen hat die Teilnehmer begeistert. „Alle-Grün“ bedeutet, dass auf einer Ampel-Kreuzung alle Autos Rot haben, während alle Radfahrer und Fußgänger Grün haben. Das erwartete Verkehrschaos bleibt aus, die Fahrräder bewegen sich fließend durch den Verkehr. 

Grund dafür ist wohl mitunter auch der sehr respektvolle und unaufgeregte Umgang der Verkehrsteilnehmer untereinander. Hupkonzerte oder Schimpftiraden waren nicht zu vernehmen, selbst die „Fahrradexoten“ aus Österreich wurden in dem turbulenten Stadtverkehr geduldig aufgenommen. Diese spezielle Fahrradkultur war auch schon bei den Kindern zu beobachten. Bereits die Kleinsten werden in Lastenfahrrädern durch die Gegend chauffiert, in der Mittelschule gehören mit dem Fahrrad zurückgelegte Schulwege von bis zu 20 km (in eine Richtung) zu jeder Jahreszeit zur Tagesordnung. 

Die Exkursion war ein voller Erfolg, viele Ideen und Motivation konnte mit nach Hause genommen werden. Im nächsten Jahr findet der Austausch seine Fortsetzung. Dann kommen die Kollegen aus den Niederlanden nach Österreich, um touristische Radfahrprojekte in Oberösterreich zu besichtigen. Abschließend stellt sich die Frage: Sind die Erkenntnisse auch auf Österreich anwendbar? Dies kann mit einem Ja beantwortet werden. Einerseits, da sich durch E-Bikes auch im hügeligen Österreich die Möglichkeiten für die Radfahrnutzung stark erweitert haben, vorausgesetzt es wird in nötige Infrastruktur investiert. Andererseits, da wir in Österreich hinsichtlich der Verkehrskultur noch sehr viel von den Niederlanden lernen können. 

 

Quelle: Verein Regionalentwicklung Vöckla-Ager

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