Ehrengrab für Wienerliedsänger Kurt Girk und historisches Grab für Familie Tschepper

Ehrengrab für Wienerliedsänger Kurt Girk und historisches Grab für Familie Tschepper

Der letzte Auftritt von Kurt Girk bei wean hean, vom 27. April 2017 im Gasthaus Matauschek, 1140 Wien

Die Kulturabteilung der Stadt Wien ist für die denkmalpflegerische Obhut von derzeit 2054 gewidmeten Grabstellen auf allen 46 Friedhöfen Wiens zuständig. Jetzt kommen zwei weitere Grabanlagen dazu: Die letzte Ruhestätte von Wienerliedsänger Kurt Girk am Ottakringer Friedhof wird als Ehrengrab gewidmet, die Gruft der Familie Tschepper auf dem Zentralfriedhof als historisches Grab.

„Die Grabstätten von Kurt Girk und der Familie Tschepper werden auch in Zukunft als Orte der Erinnerung erhalten bleiben. Ehrengräber stellen – neben der Widmung von Straßen- und Gedenktafeln – eine gute Möglichkeit dar, jemanden über den Tod hinaus dauerhaft öffentlich zu würdigen. Die Stadt übernimmt dabei Grabpflege sowie Restaurierung und leistet damit einen wichtigen Beitrag, Grabdenkmäler als essentiellen Teil unseres kulturellen Erbes zu erhalten“, betont Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Die Zuerkennung eines Ehrengrabes ist an besondere Verdienste für die Stadt Wien geknüpft, u. a. in den Bereichen Kultur, Kunst, Wissenschaft, Bildung und Sport. Zusammen mit Maly Nagl, Trude Mally und Rudi Koschelu war der 1932 in Ottakring geborene Kurt Girk einer der Hauptexponenten des Wienerlieds seit den 1950er-Jahren.

Die Familie Kurt Girks setzte sich für die Grabwidmung ein, ebenso der Bezirk und das Regie-Duo Rainer Frimmel und Tizza Covi, die sich in ihrem Film „Auszeichnungen aus der Unterwelt“ (2020) näher mit Leben und Wirken von Kurt Girk beschäftigt haben: 

„Kurt Girk war der letzte und der wichtigste Vertreter einer Generation von Wienerliedsängern, die ihre Kunst noch von den alten Straßensängern in Wien gelernt haben. Sein Einfluss auf die gegenwärtige und die nächsten Generationen von Wienerliedinterpretinnen und Wienerliedinterpreten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“.

Gruft der Familie Tschepper als historisches Grab gewidmet

Die Kulturabteilung macht sich auch um die Erhaltung einzelner Historischer Grabstellen verdient, die andernfalls dem Verfall bzw. der Abtragung preisgegeben wären. Bestehende Grabstellen, die als erhaltungswürdig eingestuft wurden, können damit aus historischen, kunst- oder kulturhistorischen Gründen als „Historische Gräber“ gewidmet werden.

Jüngstes Beispiel dafür ist die Widmung der Gruft der Familie Tschepper. Dort bestattet wurden u. a. der Gründer der Imperial-Feigenkaffee-Fabrik in Favoriten, Adolf Tschepper, und seine Ehefrau Auguste. Die klassische Grabanlage aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert befindet sich in prominenter Lage auf dem Wiener Zentralfriedhof; geprägt wird sie von einer lebensgroßen, trauernden Frauenfigur mit dem Attribut der gesenkten Lebensfackel.

Die Initiative zur Widmung der Familiengruft als Historisches Grab ging von Tscheppers Enkeltochter Erika Frimmel aus, die als „Knopfkönigin von Wien“ fast 50 Jahre lang das legendäre Traditionsfachgeschäft „Zum alten Knopfkönig“ in der Freisingergasse in der Inneren Stadt geführt hat. 1878 von Alois Frimmel gegründet, zählte es ab 1911 zu den k. und k. Hoflieferanten. Erinnern über den Das Bestehen des Familiengrabes war von der Aberkennung bedroht. Durch die Widmung als Historisches Grab kann die Grabanlage nunmehr weiterhin erhalten bleiben.

Quelle: Renate Rapf Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler; Stefanie Gratzer Stadt Wien Kultur (MA 7) / ots  //  Fotocredit: H. Zotti

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