Donnerstag 21. März 2019
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Studie zeigt, was Menschen beim Sex unterscheidet

Für Gruppenvergleiche erfragte die Umfrage auch das Ernährungsverhalten (vegan, vegetarisch, Fleischesser) und das Vorliegen von Hochsensibilität.

Die psychologische Partnervermittlung www.Gleichklang.de hat 1059 Mitglieder zu ihrem Sexualleben befragt. 855 waren noch auf Partnersuche, 204 waren bereits fündig geworden. An der Umfrage beteiligten sich 580 Frauen, 468 Männer und 11 Intersexuelle im Alter von 19 bis 80 Jahren. Auf der Grundlage der Umfrage entwickelte Psychologe Guido F. Gebauer einen neuen Sex-Test, der 11 individuelle Faktoren des sexuellen Erlebens und Verhaltens misst. Der Test steht auf dem Gleichklang-Testportal www.gleichklang-studien für alle kostenlos zur Verfügung.

Die Studie erbrachte folgende Ergebnisse:

Singles und Verpartnerte

Die befragten Singles waren sexuell unzufriedener als die Befragten, die bereits eine feste Beziehung hatten. Dies galt aber nicht für alle Singles, sondern nur für diejenigen Singles, die Sexualität und Liebe für untrennbar hielten. Singles, die Sex und Liebe trennten, waren demgegenüber sexuell genauso zufrieden wie Befragte in Beziehungen.

Frauen und Männer

Frauen gaben häufiger an, dass Sexualität und Liebe zusammengehörten. Frauen schilderten zudem häufiger bisexuelle und pansexuelle Neigungen, bei denen das Geschlecht des Sexualpartners keine Rolle mehr spielt. Frauen gaben ebenfalls häufiger an, Sexualität als Möglichkeit zu Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung zu erleben. Ebenfalls berichteten Frauen aber häufiger über Asexualität als Männer.

Männer schilderten sich als sexuell experimentierfreudiger. Sie interessierten sich häufiger für BDSM, neigten aber auch deutlich stärker zu sexuellem Suchtverhalten als Frauen.

Ältere und Jüngere

Das Alter hatte entgegen mancher Vorurteile eher einen positiven Einfluss: Die sexuelle Zufriedenheit war bei Älteren leicht höher als bei Jüngeren. Sexuelle Hemmungen nahmen mit dem Alter ab. Ältere berichteten zudem nicht häufiger über sexuelle Probleme, wie Erektions- oder Orgasmusstörungen. Dies mag auch mit den neuen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten zusammenhängen.

Mit dem Alter rückläufig waren BDSM-Neigungen. Sexualität und Liebe wurden mit wachsendem Alter stärker als zusammengehörig erlebt.

Veganer versus Fleischesser

Deutliche Unterschiede in der Sexualität zeigten sich zwischen Veganern und Fleischessern:

Veganer schilderten sich als sexuell zufriedener als Fleischesser. Sie trennten weniger zwischen Sexualität und Liebe.

Fleischesser neigten stärker zu sexuellem Suchtverhalten und berichteten außerdem häufiger über sexuelle Probleme.

Vegetarier lagen zwischen Fleischessern und Veganern. Sie waren den Veganern aber ähnlicher als den Fleischessern.

Hochsensible

Hochsensible Menschen (HSP) kennzeichnen sich durch eine erhöhte Sensitivität der Wahrnehmung und ein besonders hohes Ausmaß an Empathie.

Hochsensible bejahten häufiger als nicht hochsensible Menschen eine untrennbare Verbindung zwischen Sex und Liebe. Sie gaben zudem häufiger an, Sexualität als Möglichkeit zu Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung zu sehen. Die Fluidität der sexuellen Orientierung von Hochsensiblen war erhöht. Sie berichteten häufiger über Ausweitungen ihrer sexuellen Orientierung im Lebenslauf sowie über bisexuelles und pansexuelles Erleben.

Bedeutung für die Partnersuche

Psychologe Gebauer sieht die Ergebnisse als Beleg für große individuelle Unterschiede im sexuellen Erleben zwischen verschiedenen Menschen. Diese sollten bereits bei der Auswahl eines Partners berücksichtigt werden.

Für die Partnersuche empfiehlt er auf die Passung der sexuellen Bedürfnisse zu achten, da ansonsten sexuelle Unzufriedenheit und Spannungen vorprogrammiert seien.

Besonders problematische Konstellationen lägen beispielsweise vor, wenn ein Partner ausgeprägte BDSM-Neigungen habe, der andere dies aber ablehne. Oder wenn ein Partner eine innige Beziehung zwischen Liebe und Sexualität sehe, der andere Partner aber Sex als eher unverbindlich betrachte. Auch zwischen Menschen mit geringem sexuellen Verlangen oder Asexualität und Menschen mit erhöhtem sexuellem Verlangen seien Beziehungen besonders schwierig.

Sex sei lange nicht alles, aber eine Übereinstimmung sexueller Bedürfnisse in Beziehungen sei ein wichtiger Faktor für eine langfristig hohe Beziehungs-Zufriedenheit.

Quelle: OTS  //  Fotocredit: Gleichklang Limited