Tausche Dirndlgewand gegen Taucherbrille

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BAD ISCHL - Infoabend zum Jugendaustausch des Rotary Club Bad Ischl am Mittwoch, 2. Oktober

Kontaktfreudig und abenteuerlustig, zwischen 15 und 18 Jahre alt und mit der Bereitschaft, eine andere Kultur zu entdecken: Diese Voraussetzungen müssen Jugendliche unter anderem mitbringen, um für den Jugendaustausch des Rotary Club Bad Ischl in Frage zu kommen. Die Palette reicht von Camps über Kurzzeitaustausch bis hin zum „klassischen“ Jahresaustausch. Einen Infoabend zu den Möglichkeiten gibt es am Mittwoch, 2. Oktober (18.30 Uhr), im Ischler Pfarrheim.

Anna Lemmerer (17) aus Ebensee ist erst im Juli von ihrem einjährigen Aufenthalt in der australischen Kleinstadt Pinjarra zurückgekehrt. Dementsprechend frisch sind die Erinnerungen an ein Jahr, das sie keinesfalls missen möchte. Und in dem sie auch einiges dazugelernt hat. Ihr Englisch sei vor dem Aufenthalt in Australien nicht „the yellow from the egg“ gewesen, betont die 17-Jährige mit einem Lächeln. Deshalb habe es zu Beginn auch kleinere Verständigungsschwierigkeiten gegeben. Aber die sprachliche Barriere sei relativ rasch überwunden gewesen - und sie habe offen auf andere Menschen zugehen können. Weil sie bei verschiedenen Gastfamilien leben durfte, konnte sie zudem ganz verschiedene Lebensstile kennenlernen. „Für sechs Monate war ich bei einer Familie auf einer Farm, die 1.700 Rinder hatte. Das war schon eine Erfahrung für sich. Weil ich gerne reite, hatte ich hier auch die Möglichkeit dazu“, erzählt Anna und ergänzt: „Die andere Gastfamilie lebte wiederum völlig nachhaltig unter dem Motto „Zero waste“ - das war etwas ganz anderes.“ Zurechtgekommen sei sie mit allen Gastfamilien sehr gut, zudem habe sie während des gesamten Jahres (so wie beim Rotary-Jugendaustausch üblich) die selbe Schule besucht - was für die soziale Integration immens wichtig gewesen sei. „Ich hatte überhaupt kein Heimweh. Es ist jetzt - wo ich zurück bin - sogar das Fernweh schlimmer“, erinnert sich die junge Ebenseerin gerne an die Freunde und die Gastfamilien am anderen Ende der Welt.

Apropos Familie: Die muss beim Vorhaben der Jugendlichen schon mitspielen. „Nachdem es sich um ein Austauschprogramm handelt, gilt tatsächlich das Prinzip ‚Einer geht, einer kommt‘“, wie Noelia Torres de Glasser vom Jugenddienst des Rotary Club Bad Ischl betont: „Wenn jemand geht, kommt ein anderes Kind in die Familie.“ Die Schülerinnen und Schüler seien dabei allerdings nicht als Gäste zu behandeln, sondern vielmehr ein Teil der Familie, die sich „sehr wohl auch einbringen sollen, dürfen, müssen“, sagt Glasser - beispielsweise den Geschirrspüler ausräumen. „Man ist ja nicht in einem Hotel.“ Für Barbara und Jörg Lemmerer aus Ebensee, den Eltern von Anna, fiel die Entscheidung eine Gastfamilie zu sein, allerdings schon bevor noch die Tochter irgendwelche Absichten hegte. „Das war eher zufällig, weil die Tochter einer Arbeitskollegin den Jugendaustausch machte und ich so darauf aufmerksam wurde“, erzählt Barbara Lemmerer. So war 2015 bereits zum ersten Mal ein Gastkind aus Australien bei Familie Lemmerer in Ebensee. Und vermutlich habe dies auch dazu beigetragen, dass sich Anna später dazu entschloss, ebenfalls ein Jahr im Ausland zu verbringen. Sogar Michaela, die kleine Schwester, hat große Freude damit, Teil einer Gastfamilie zu sein. „Ich habe es schon mit der ersten Austauschschülerin cool gefunden und ich finde es auch jetzt einfach cool“, lächelt sie, während Papa Jörg vor allem die  Organisation von Rotary und das Programm insgesamt positiv hervorhebt: „Es gibt immer Ansprechpartner und man lernt so neue Menschen kennen.“ 

Menschen und Kulturen kennen zu lernen, sei insgesamt die Grundidee des Jugendaustauschs beim Rotary Club Bad Ischl, ergänzt Noelia Torres de Glasser.Die Teilnahme am Austausch ist übrigens nicht an die Mitgliedschaft eines Elternteils bei einem Rotary Club gebunden, insgesamt ist der Austausch mit recht geringen Kosten verbunden (lediglich der Flug und die Versicherung sind zu bezahlen). Und wie läuft es ab, wenn sich beispielsweise ein Jugendlicher aus Bad Ischl für einen Jugendaustausch interessiert? „Er sollte zum Infoabend kommen - oder mich einfach anrufen“, sagt Glasser.

Quelle, Bilder: WKOÖ
Bildtext: Anna Lemmerer verbrachte ein Jahr in Australien und durfte ein paar besondere Erlebnisse „mit nach Hause nehmen“ - unter anderem Schnorcheln mit einem Walhai.

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