Trinkwasserversorgung auch in Hitzewelle gesichert

Trinkwasserversorgung auch in Hitzewelle gesichert

ÖVGW-Vizepräsident Wolfgang Nöstlinger: „Unsere Wasserspeicher sind gut gefüllt, die Trinkwasserversorgung ist gesichert.“

Trinkwasserversorger sind auf Hitzewelle vorbereitet
Durch den Klimawandel mehren sich auch in Österreich die Hitze-Rekordjahre. Die Wasserversorger haben bereits seit dem intensiven Trockenjahr 2003 Vorkehrungen getroffen, dass die Trinkwasserversorgung auch in längeren Trockenperioden aufrechterhalten werden kann. 
Der Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), Wolfgang Nöstlinger, beruhigt: Die Trinkwasserversorgung der österreichischen Bevölkerung ist gesichert. Österreich ist ein wasserreiches Land. Wir haben außerdem ein sehr gutes Wasserleitungsnetz, das nicht mit anderen Ländern, wo es derzeit Einschränkungen in der Wasserversorgung gibt, vergleichbar ist.

In Leitungsnetze und Verbundleitungen investiert
Das österreichische Wasserleitungsnetz wird erweitert und laufend modernisiert, zusätzliche Quellen wurden erschlossen. Zwischen den einzelnen Trinkwasserversorgern wurden Verbundleitungen gebaut. Im Notfall kann dadurch Trinkwasser von Nachbargemeinden bezogen werden. Regionen mit geringen Grundwasserressourcen haben sich mit Fernleitungen Partner aus Gebieten mit großen Ressourcen geschaffen.

Niedriger Pegelstand in Seen und Schotterteichen hat keine unmittelbare Auswirkung auf das Trinkwasser
ÖVGW-Vizepräsident Wolfgang Nöstlinger spricht die derzeitige Situation am Neusiedlersee an, der einen sehr niedrigen Wasserstand hat, sowie auch austrocknende Schotterteiche etwa bei Wiener Neustadt.
Es gibt keine unmittelbare Auswirkung niedriger Pegelstände auf das Trinkwasser, das zuhause aus Ihrem Wasserhahn kommt. Die Brunnen der Wasserversorgung liegen tiefer, unsere Grundwasserkörper haben ausreichend Reserven. 
Natürlich, so Nöstlinger weiter, hänge die Menge des verfügbaren Trinkwassers vom Grundwasser ab. In vielen Regionen Österreichs gäbe es aber auch in Hitzezeiten genügend Grundwasser, in den Quellen der Berge ebenso. Das Grundwasser füllt sich normalerweise im Herbst und Winter durch ausreichend Niederschläge wieder auf.

Sorgsam mit unserem Trinkwasser umgehen
Einige Regionen in Österreich sind von den langen Trockenheitsperioden stärker betroffen, etwa das Burgenland, die Südsteiermark und Teile Kärntens. In einigen Gemeinden in Kärnten, zum Beispiel in Feldkirchen, gibt es Vorsichtsmaßnahmen. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Wasser zu sparen. Ich appelliere an die Menschen, sich an die Vorgaben ihrer Gemeinden zur sorgsamen Nutzung des Wassers zu halten. In Hitzezeiten muss die Wiese im Garten nicht unbedingt gegossen werden. Wenn der Rasen einmal gelb ist, macht das auch nichts., so ÖVGW-Vizepräsident Wolfgang Nöstlinger.

Vorrang für Trinkwasserversorgung
Nöstlinger fordert, den Vorrang für Trinkwasserversorgung in Krisenzeiten gesetzlich zu verankern. Gerade Hitze- und Trockenzeiten zeigen, wie wichtig es ist, der Wasserversorgung der österreichischen Haushalte Vorrang einzuräumen. Wir fordern, dass es in längeren Trockenperioden automatisch einen Vorrang für die Trinkwasserversorgung vor der Wasserentnahme durch Industrie und Landwirtschaft gibt.
Es sei wichtig, so Nöstlinger weiter, dass der Wasserbedarf für die österreichische Bevölkerung immer gedeckt sei. Dies sind 130 Liter Wasser pro Tag und Person. Damit Wasser zum Trinken, Kochen, Duschen und Waschen zur Verfügung steht und auch die WC-Spülung funktioniert.

Facts & Figures
81.000 km lang ist das österreichische Wasserleitungsnetz. Die Erde könnte damit entlang des Äquators zweimal umwickelt werden. 
8.900 Brunnen und Quellen
7.300 Wasserspeicher
130 Liter Wasser werden pro Tag und Person aus dem Wasserhahn entnommen. Davon werden nur 4 Liter für Trinken und Kochen verwendet.
4.700 Liter beträgt der sogenannte virtuelle Fußabdruck pro Tag. Das ist der Wasserverbrauch, den man nicht sofort sieht, etwa für die Produktion von Lebensmitteln oder Kleidung. Das entspricht 30 Badewannen, die mit jeweils 150 Liter gefüllt sind.

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die Interessenvertretung der österreichischen Trinkwasserversorger. Sie vertritt über Kooperationen mit Landesverbänden mehr als 1.500 Trinkwasserversorger. Diese beliefern circa 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser.

Quelle: Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) Mag. Sigrun Reininghaus-Cussac Presse Wasser / ots  //  Fotocredit: © ÖVGW

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