Trotz Lockdown - Musikalische Online-Auferstehung in der ALBERTINA

Trotz Lockdown - Musikalische Online-Auferstehung in der ALBERTINA

Musik von Gerd Hermann Ortler zu den Werken von Gottfried Helnwein

Die ALBERTINA entsendet am Karfreitag besondere Ostergrüße an ihr Publikum: Der Komponist Gerd Hermann Ortler geht eine musikalische Verbindung mit Bildern von Gottfried Helnwein ein. Die filmische Aufzeichnung des Musikstücks ist auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der ALBERTINA vom Karfreitag, 2. April 2021, ab 15 Uhr bis Sonntag, 25. April zu sehen.

Musik verbündet sich mit der bildenden Kunst und bringt die Albertina trotz Covid-19 zum Klingen, während die Bühnen schweigen. Auch die zentrale Botschaft der Passion, die Hoffnung auf Wiederauferstehung, ist im Hinblick auf die Kunst- und Kulturbranche ein wichtiges Zeichen.

Das Projekt, das verschiedene Kunstgenres verbindet, zeigt:

 „Wir müssen die Kräfte der Kunst bündeln. Wo immer es geht, einander, über die Grenzen hinweg unterstützen. Nur durch Zusammenhalt können wir diese für uns alle schwierige Situation. Das gilt für unser Land genauso wie für die Vielfalt des heimischen Kunstschaffens“, so ALBERTINA Direktor Klaus Albrecht Schröder.

Aufgrund von COVID-19 konnte die Weltpremiere von PASSION des Komponisten Gerd Hermann Ortler beim PalmKlang Festival nicht stattfinden:

 „In diesen herausfordernden Zeiten wurden wir von einer Hauptbotschaft von PASSION inspiriert: Die Hoffnung auf Auferstehung. Deshalb haben wir uns mit anderen Kunstformen zusammengetan und entwickelten ein neues Konzept für die Premiere. Wir tauschten die Bühne gegen ein Museum und das Publikum gegen eine Kamera. Umgeben und inspiriert von der Kunst von Gottfried Helnwein, haben wir PASSION zum Leben erweckt. Das Ergebnis ist dieser Film, eine Auferstehung unserer künstlerischen Überzeugungen und Hoffnungen“, so PASSION-Komponist Gerd Hermann Ortler.

Die atemberaubende Komposition Gerd Hermann Ortlers hat mich zutiefst berührt und erschüttert. Als ich die Klänge zum ersten Mal hörte, waren sie mir doch seltsam vertraut. Es gehört zu den ganz besonderen Augenblicken in der Kunst, wenn sich ein Künstler mit seiner Arbeit auf das Werk eines andern Künstlers bezieht und sich durch eine eigene, neue Kreation mit ihm verbindet. Mein Dank gilt auch der ALBERTINA, die bewiesen hat, dass das Museum wirklich ein Hort der Musen sein kann“, so Gottfried Helnwein.

Auf der Suche nach der verlorenen Kindheit

Das Musikstück ist eine Komposition zur Passionsgeschichte ohne gesprochenes und gesungenes Wort. Durch die Konzentration auf das Instrumentale wird eine offene Ebene erreicht, in der musikalische Elemente wie Klangfarbe, Rhythmus, Motivik und Dynamik die treibenden Kräfte sind. Das solistische Hervortreten von Klarinette und Tuba verstärkt dies und bildet einen Kontrapunkt zum Verband des Streichquartetts.

Die musikalische Handlung wird in den Kontext ausgewählter Bilder von Gottfried Helnwein gestellt. Diese Bilder lösen im Zusammenspiel mit der Musik die Passion aus ihrem traditionellen Rahmen und lassen sie zur Metapher für den Leidensweg des Kindes in uns werden. Des Kindes, das wir alle in uns tragen, das aber systematisch ausgetrieben wird, um aus uns ‚brauchbare Menschen‘ für die Gesellschaft zu machen und nach dem wir uns nun schmerzlich ein Leben lang zurücksehnen.

 „Dieses Kind ist unsere eigentliche Natur, unser vollkommenes Wesen, vielleicht sogar das Göttliche in uns. Denn die Hoffnung, das verlorene Kind und damit das Paradies in uns wieder zu finden, macht uns das Menschsein erträglich“, so Ortler.

Zu sehen ist der Film ab Karfreitag, 2. April 2021, 15 Uhr bis Sonntag, 25. April auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der ALBERTINA

Quelle: Dr. Daniel Benyes Pressesprecher ALBERTINA / ots  //  Fotocredit: Elisa Maier

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