Virtuelles Lehrberufe-Schnuppern

Virtuelles Lehrberufe-Schnuppern

Mit VR-Brille in die Arbeitsumgebung eintauchen: Lehrlinge stellen Alterskollegen ihren Beruf vor

Wie fühlt sich das an, als Hochbauerin in luftiger Höhe eine Betondecke zu gießen? Was genau macht ein Hafner? Und wie sieht der Arbeitsplatz einer Kälteanlagentechnikerin aus?

Virtuelle Realität macht’s möglich: Österreichs Jugendliche können solche Erfahrungen nun sehr unmittelbar selbst durchleben. Die Virtuellen Betriebsbesichtigungen, ein Projekt der WKO, lassen sie in unterschiedliche Berufswelten „eintauchen“.

Das intensivste Erlebnis wird in allen WKO Berufsinformationszentren geboten: Dort stehen ab sofort österreichweit 60 Virtual-Reality-(VR)-Brillen zur Verfügung. Wer diese aufsetzt, kann sich in einen Betrieb „teleportieren“, um 360 Grad umsehen und von Alterskollegen, die dort ihre Ausbildung absolvieren, direkt am Arbeitsplatz den Lehrberuf vorstellen lassen.

80 Berufsbilder stehen momentan mit Informationen zur Verfügung, davon 21 mit hochmoderner 3D-VR-Rundum-Technologie und Raumklang. Bis Ende des Jahres werden 35 bis 40 unterschiedliche Lehrberufe aus allen Bundesländern mittels VR-Brille erlebbar sein.

Die Virtuellen Betriebsbesichtigungen sind auch über Computer oder Notebookmittels einer Web-App zugänglich. Und sogar von unterwegs ist ein Zugriff möglich: Das Smartphone oder Tablet dienen dabei als „Fenster“ in die virtuellen Lehrberufswelten. Dort ermöglicht es die Gyroskop-Funktion, sich um 360 Grad zu drehen und frei umzusehen.

„Die Generation der Digital Natives ist mit interaktiven Medien groß geworden. Die virtuelle Realität ermöglicht ein spielerisches Eintauchen in die künftige Arbeitswelt und vermittelt den jungen Menschen eine spannende Live-Experience: Sehe ich mich selbst in diesem Beruf?“, sagt Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

„Ganz wichtig war uns, sehr authentisch zu sein: Hier sind keine Schauspieler am Werk, sondern echte Betriebe und Lehrlinge, die auf Augenhöhe den Alterskolleginnen und Alterskollegen ihren Beruf präsentieren. Es bringt die Jugendlichen dazu, sich in kurzer Zeit fokussiert mit unterschiedlichen Ausbildungswegen auseinanderzusetzen.“

Dieser Überblick ist wichtig: Es gibt aktuell rund 210 Lehrberufe, die in Österreich angeboten werden und für welche die Wirtschaftskammer junge Menschen begeistern möchte. Laufend kommen neue dazu, die Lehrinhalte werden ständig aktualisiert: Deshalb sind Angebote zur individuellen Berufsorientierung so wichtig.

„Mit den Virtuellen Betriebsbesichtigungen kann sich ein interessierter Jugendlicher in kurzer Zeit viele Berufsbilder anschauen und seine Interessen ausloten. Das ist gerade in Corona-Zeiten eine ideale Ergänzung zum betrieblichen Schnuppern. Und es hilft uns dabei, weniger bekannte Lehrberufe abseits der ausgetretenen Pfade vorzustellen“, betont Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der WKÖ. 

Aber auch für die Unternehmen sind die hochauflösenden Videos eine attraktive „Visitenkarte“, mit der sie sich bei Bildungsmessen, Schulbesuchen oder im Recruiting ideal in Szene setzen können.

„Wir werden die Virtuellen Betriebsbesichtigungen gemeinsam mit interessierten Unternehmen in den kommenden Monaten und Jahren noch stark ausweiten. Das Feedback ist jetzt schon äußerst positiv: Der Fachkräftemangel belastet die Betriebe sehr, deshalb wird das Ringen um talentierten Nachwuchs intensiver. Employer Branding wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor - die Virtuellen Betriebsbesichtigungen sind hier ein Asset, mit dem Betriebe punkten können“, sagt Mahrer.

Das Projekt entstand 2019 aus einem Projekt des Vereins „Lehre in Vorarlberg“ mit dem Innsbrucker VR-Unternehmen Mediasquad & VRme.eu und wurde 2020 mit der „Silbernen Victoria“ der Wirtschaftsfilmtage ausgezeichnet. Im Rahmen der WKO Bildungsoffensive wird das Projekt laufend interaktiv verbessert und ausgeweitet.

Quelle: Sonja Horner Wirtschaftskammer Österreich Sprecherin des Präsidenten / ots  //  Fotocredit: WKÖ

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